Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Bronzefiguren von Egmont und Hoorn
- Brunnen
- Zehn Marmorfiguren
- Achtundvierzig bronzene Handwerker
Die Geschichte des Ortes
Am Square du Petit Sablon ist der Garten um zwei Bronzefiguren angelegt: Vor ihnen steht ein Brunnen, hinter ihnen ein Halbkreis aus zehn Statuen. Die Einfriedung ist durch achtundvierzig verschiedene Säulen gegliedert; auf ihr stehen bronzene Vertreter früherer städtischer Handwerke, darunter ein Brauer, ein Weber, ein Juwelier und ein Schuhmacher. Die Skulpturengruppe wurde während des Umbaus der Maison du Roi von der Grand-Place hierher versetzt, und der gesamte Garten wurde bei der ehemaligen Residenz der Familie eines der Dargestellten angelegt.
Die Brüsseler Stadträte stritten darüber, ob die beiden Männer im Zentrum des Platzes eines Denkmals würdig seien. Lamoral von Egmont war königlicher Heerführer und Statthalter von Flandern; Philippe de Montmorency, Graf von Hoorn, befehligte die Flotte und verwaltete Provinzen. Beide waren Katholiken, dienten dem spanischen König Philipp II. und bezogen Einkünfte aus Ländereien und Ämtern, mit denen er sie belehnt hatte.
Als der König die Verfolgung der Protestanten in den Niederlanden verschärfte, forderten die Grafen, die Repressalien zu mildern und die örtlichen Rechte zu bewahren. Sie bereiteten keinen Bruch mit dem Monarchen vor. Egmont verurteilte die Calvinisten und half, ihre Erhebungen niederzuschlagen. Gerade sein bisheriger Dienst schien ihm Schutz zu bieten: Der siegreiche General und Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies rechnete damit, nicht wie ein Aufrührer behandelt zu werden.
Der vom König entsandte Herzog von Alba strebte die vollständige Unterwerfung der Provinzen an. Er befahl die Verhaftung beider Grafen. Die Verteidigung berief sich auf die Privilegien des Ordens vom Goldenen Vlies, doch das von Alba geschaffene Sondergericht erklärte sie zu Verrätern. Am fünften Juni fünfzehnhundertachtundsechzig wurden Egmont und Hoorn auf der Grand-Place, dem Hauptplatz von Brüssel, enthauptet. Ihr Besitz wurde eingezogen. Hinter dem Platz stand die Brüsseler Residenz, die Egmont für seine Familie gebaut hatte; nach dem Urteil wurde auch sie weggenommen. Erst acht Jahre später erhielt sein Sohn den Palast zurück. Die Hinrichtung zweier bekannter katholischer Adliger löste Empörung aus und verstärkte den Aufstand in den Niederlanden.
Die Bronzegruppe wurde zunächst genau auf der Grand-Place, nahe dem Ort der Hinrichtung, aufgestellt. Bereits achtzehnhundertneunundfünfzig beschlossen die Stadträte, die Grafen als Helden darzustellen, obwohl sie einräumten, dass dieses Bild unbequeme Einzelheiten ihres Verhaltens glättete. Der Bildhauer zeigte sie, wie sie sich vor ihrem Tod umarmen, und die Inschrift auf dem Sockel nannte das Urteil des Herzogs von Alba ausdrücklich ungerecht.
Sogar um die Sprache der Inschrift musste gerungen werden. Zunächst galten der französische und der niederländische Text als vorläufig. Dann wollten die Stadträte sie durch Latein ersetzen, doch Gegner dieser Entscheidung setzten sich dafür ein, die beiden lebenden Sprachen zu bewahren; ein französischer Fehler wurde korrigiert, und beide Fassungen blieben auf dem Stein.
Achtzehnhundertsiebenundsiebzig wurde das Denkmal abgebaut: Auf der Grand-Place wurde die Maison du Roi umgebaut, vor der es stand. Zwei Jahre später brachte man die bronzenen Grafen hierher, zur früheren Residenz Egmonts. Der Architekt Henri Beyaert ordnete ihnen den gesamten neuen Garten unter. Hinter dem Brunnen stellte er zehn Marmorfiguren ihrer Zeitgenossen im Halbkreis auf und gliederte die Einfriedung durch achtundvierzig verschiedene Säulen mit bronzenen Vertretern der alten Brüsseler Handwerke – einem Brauer, einem Weber, einem Juwelier, einem Schuhmacher und anderen.
Einigen Stadträten missfiel, dass Wilhelm von Oranien, der spätere Anführer des Aufstands, im Gefolge Egmonts und Hoorns stand. Ihre Einwände blieben ohne Folgen. Achtzehnhundertneunzig wurde der Garten in dieser Anordnung eröffnet.
Die bronzenen Grafen stehen nicht mehr dort, wo sie enthauptet wurden. Jetzt liegt vor ihnen ein Brunnen, hinter ihnen sind zehn Zeitgenossen aufgestellt, entlang der Einfriedung stehen achtundvierzig Handwerker, und hinter dem Platz befindet sich der später umgebaute Palast, der der Familie Egmont nach seiner Hinrichtung konfisziert wurde.
Praktisch vor Ort
Eingefriedeter städtischer Platz; der Zugang kann von der Jahreszeit, Reinigungsarbeiten und städtischen Arbeiten abhängen.
Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Gehen Sie einmal am Rand des Platzes entlang: Die Handwerkerfiguren unterscheiden sich durch Werkzeuge und Kleidung, und von einem einzigen zentralen Punkt aus gehen diese Details verloren.
