Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Die lange Palastfassade
- Der Fries mit Leopolds Monogrammen
- Die Fenster der Prunksäle
Die Geschichte des Ortes
Die lange Palastfassade dient als offizielle Bühne des belgischen Staates: Hinter ihren Fenstern finden die Zeremonien der Monarchie statt. Über den Fries ziehen sich die wiederholten Monogramme des Herrschers, der die Erweiterung des Palasts veranlasste; sie blieben an der Mauer, nachdem deren früheres Erscheinungsbild abgetragen worden war. Im Inneren befindet sich der Spiegelsaal mit Spiegeln zwischen den Säulen, in dem ausländische Botschafter ihre Beglaubigungsschreiben überreichen.
Die königliche Familie lebt nicht hinter dieser Fassade: Ihr Wohnsitz befindet sich in Laeken im Norden von Brüssel. Hierher kommt der König zur Arbeit. Im Inneren befinden sich sein Büro, die Mitarbeiter des Hofes und die Prunksäle, in denen Minister, Staatsoberhäupter und Botschafter empfangen werden.
Das heutige Erscheinungsbild des Palasts geht zu einem großen Teil auf Leopold II. zurück – den zweiten König der Belgier, der der jungen Monarchie nach seiner Vorstellung eine angemessene Größe verleihen wollte. Nachdem er im Jahr achtzehnhundertfünfundsechzig den Thron bestiegen hatte, nannte er die frühere Fassade „schrecklich“ und erweiterte den Palast über Jahrzehnte. Im Jahr neunzehnhundertvier ließ er die alte Außenmauer abtragen. Im Fries der neuen Fassade wiederholen sich bis heute Leopolds Monogramme.
Hinter diesen Fenstern ließ der König einen eigenen, dem Kongo gewidmeten Saal einrichten. Zu dieser Zeit war Leopold persönlicher Souverän des Kongo-Freistaats – eines riesigen afrikanischen Gebiets, das formal nicht zu Belgien gehörte. Alle wichtigen Entscheidungen seiner Verwaltung genehmigte er selbst. Elfenbein und besonders Kautschuk brachten Einnahmen; zur Erfüllung der Quoten wurden die Einwohner zur Arbeit gezwungen, und Straftrupps setzten Geiselnahmen, körperliche Strafen und Tötungen ein.
Leopold wollte diesen Besitz im wichtigsten Arbeitspalast als eigene Leistung darstellen. Über den Kaminen des künftigen Saals erschienen Karten Afrikas. Für die Ausstattung wählte man Kupfer, das im Kongo gewonnen wurde. Zwischen den Säulen sollten allegorische Gemälde über Afrika angebracht und die Decke ausgemalt werden.
Doch Berichte von Missionaren, Diplomaten und Augenzeugen über Zwangsarbeit und Gewalttaten lösten einen internationalen Skandal aus. Im Jahr neunzehnhundertacht gliederte der belgische Staat den Kongo als Kolonie an, und Leopold verlor die persönliche Verwaltung dieses Gebiets. Ein Jahr später starb er, ohne den Saal oder die Palastfassade vollendet gesehen zu haben.
Sein Neffe und Nachfolger Albert I. ordnete an, den Raum anders fertigzustellen. Statt der geplanten afrikanischen Szenen brachten Arbeiter zwischen den Säulen Spiegel an und ließen die Decke leer. So erhielt der unvollendete Kongosaal seinen heutigen Namen – Spiegelsaal.
Kupfer, Karten Afrikas und Spiegel sind erhalten geblieben. Heute überreichen ausländische Botschafter gerade in diesem Saal dem König ihre Beglaubigungsschreiben.
Praktisch vor Ort
Sommer 2026: 3. Juli-16. August, außer Mo und 15/16/21/22. Juli; 10:30-17:00, letzter Einlass 16:00.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Haupterzählung funktioniert von außen; planen Sie einen möglichen Besuch der Säle getrennt und prüfen Sie den Zugang im Voraus.
