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Warandepark

Parc de Bruxelles

Hier wird deutlich, wie eine Spazierwegplanung vier Kampftage lang zu einer Sackgasse für eine reguläre Armee wurde.

15 Min.
Von Bäumen gesäumte Alleen des Warandeparks
Giorgio Galeotti · CC BY 4.0; cropped/resized for app
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Großes rundes Becken
  • Statue der Venus am nordwestlichen Rand des Beckens
  • Gerade zentrale Alleen
  • Offizielle Gebäude am Rand

Die Geschichte des Ortes

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Im September achtzehnhundertdreißig standen auf der zentralen Allee des Warandeparks Grenadiere der Armee des Vereinigten Königreichs der Niederlande. Belgien existierte damals noch nicht: Nach den Napoleonischen Kriegen vereinigte man die nördlichen und südlichen Niederlande unter der Krone Wilhelms des Ersten. Als die Brüsseler Bürgerwehr für die südlichen Provinzen eine eigene Verwaltung forderte, lehnte der König ab und schickte Truppen hierher.

Sie standen unter dem Kommando von Prinz Frederik, Wilhelms zweitem Sohn: Er sollte Brüssel wieder unter die Herrschaft seines Vaters bringen. Der Armee stellten sich Freiwillige entgegen, die die Stadt halten wollten. Es waren vor allem Menschen ohne militärischen Beruf. Unter den verletzten Aufständischen, deren Berufe in den Brüsseler Krankenhäusern verzeichnet wurden, bildeten Tagelöhner die überwältigende Mehrheit; daneben waren Bauarbeiter, Weber, Gerber, Tischler und Kleinhändler aufgeführt. Sie riskierten ihr Leben und den Tageslohn, von dem ihre Familien lebten.

Am dreiundzwanzigsten September drangen die Grenadiere des Obersts Clerck bis zum Park vor. Ein Teil der Soldaten besetzte die königlichen Gebäude, ein Teil den Palast der Generalstände, also das Parlament des vereinigten Königreichs, und die übrigen stellten sich entlang der zentralen Allee auf. Prinz Frederik befahl Clerck, den Park zu halten und auf das Eintreffen der Hauptkräfte zu warten.

Clerck befolgte den Befehl buchstäblich. Um halb zehn Uhr morgens war der benachbarte Königsplatz fast unverteidigt. Etwa eine Stunde später hatten sich die Freiwilligen bereits in den Häusern um ihn herum verschanzt und eröffneten das Feuer auf die Ausgänge des Parks. Die Grenadiere besetzten die Alleen, überließen dem Gegner aber die Gebäude am Rand. Die unter Beschuss liegende Spazierzone wurde für sie zu einem engen Lager.

Genau hier hielten sie an, weil der Brüsseler Magistrat und die Regierung der Österreichischen Niederlande ein halbes Jahrhundert vor der Schlacht die frühere Warande – ein Jagdreservat des Palasts – in die erste öffentlich zugängliche Spazierzone der Stadt umgestaltet hatten. Sie ebneten die Fläche über dem alten Brüssel ein, legten gerade Alleen an und umgaben sie mit Straßen und offiziellen Gebäuden. Im Jahr achtzehnhundertdreißig erlaubte diese Geometrie die Aufstellung von Soldaten, doch die Häuser an den Rändern boten ihren Gegnern Deckung.

Vier Tage lang veränderten sich die Stellungen kaum. Die Zahl der Freiwilligen wuchs; sie schossen aus den Fenstern und durchbrachen die Wände benachbarter Keller, um sich dem Palast der Generalstände heimlich zu nähern. Den Soldaten gingen die Kräfte aus, und es gab keine Nachrichten über Verstärkung. Prinz Frederik blieb nur, die Stadt entweder zu beschießen oder abzuziehen. Spät am Abend des sechsundzwanzigsten September befahl er den Rückzug. In der Nacht verließ die Armee den Park und zog nach Antwerpen. Das Revolutionskomitee, das die Freiwilligen koordinierte, wurde zur provisorischen Regierung und erklärte am vierten Oktober die Unabhängigkeit Belgiens.

Vom viertägigen Lager sind weder Befestigungen noch Kanonen geblieben. Am nordwestlichen Rand des großen runden Beckens steht die heutige Statue der Venus anstelle der Thetis, die im Jahr achtzehnhundertdreißig zerstört wurde. Die geraden Alleen, auf denen Clerck seine Grenadiere auf Verstärkung warten ließ, sind erhalten geblieben; die Skulptur, die hier während der Schlacht stand, gibt es nicht mehr.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktKöniglicher Palast
Eintrittfrei zugänglich

Offener Stadtpark; witterungs- und veranstaltungsbedingte Einschränkungen möglich.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Der Park ist als offener Raum wichtig: Gehen Sie wenigstens eine zentrale Allee entlang und vergleichen Sie die Ausblicke in verschiedene Richtungen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Verlassen Sie den Park zum Königlichen Palast hin und überqueren Sie die Straße.

Stopp 1 von 7Weiter: Königlicher Palast

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Königsviertel: Paläste, Museen und Kunstberg“ — 7 Stopps, 1,3 km, 2,5 Stunden.

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