Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Vier bronzene Reiter
- Ein Bogen in der Hand eines Reiters
- Ein erhobenes Schwert
- Waagen für Getreide
Die Geschichte des Ortes
Zwischen dem Gruuthusemuseum und dem Groeningemuseum verläuft ein Weg; an seinem Rand stehen vier bronzene Reiter im Halbkreis. Rik Poot goss sie selbst im Wachsausschmelzverfahren: Die Körper von Menschen und Pferden sind aus dünnen, stellenweise fast durchbrochenen Platten zusammengesetzt, und die Bronzehülle ist nur wenige Millimeter dick. Bogen, Schwert, Waagen für Getreide und leere Augenhöhlen machen Revolution, Krieg, Hunger und Tod unterscheidbar, wie Brügge diese Gruppe nennt. Die Stadt erwarb sie für die offene Fortsetzung der Museumsroute.
Achille Arents de Beerteghem verließ das weiße Herrenhaus über dem Kanal nicht freiwillig. Er war der letzte Mann einer alten Brügger Adelsfamilie, besaß zahlreiche Güter und lebte hier mit seiner Frau und zwei Töchtern. Das Haus und der von einer Mauer umgebene englische Garten gehörten zum Familienvermögen. Für Passanten existierte dieser Ort nicht.
Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts plante die Stadtverwaltung, die Liegenschaften des Gruuthusemuseums mit dem künftigen Groeningemuseum zu verbinden. Der Privatgarten lag genau dazwischen. Von neunzehnhundertsechs bis neunzehnhundertacht enteignete die Stadt das Anwesen. Eine Archivbeschreibung spricht ausdrücklich von Arents’ erbittertem Unmut. Er kaufte ein anderes großes Haus, den Hof van Maldegem am Garenmarkt, zog dorthin und lebte dort bis zu seinem Tod im Jahr neunzehnhundertdreiundzwanzig. Ohne Obdach blieb er nicht, doch sein Haus über dem Kanal konnte er nicht behalten.
Die Stadtingenieure gestalteten das erworbene Grundstück zu einem Durchgang um. Sie brachen ein Tor in die Südmauer, senkten die Mauer am Wasser ab, legten einen Weg zwischen den Museen an und bauten die Bonifatiusbrücke an der Stelle, an der sich zuvor eine Schleuse befunden hatte. In den Jahren neunzehnhundertelf bis neunzehnhundertzwölf wurde aus dem Privatgarten ein öffentlicher Garten. Der Name blieb nach dem Mann erhalten, dem er weggenommen worden war: Hof Arents – der Hof von Arents.
Der Halbkreis aus steinernen Sockeln kam später hinzu. Die Stadt erwarb vier Bronzeskulpturen von Rik Poot, an denen der Künstler von neunzehnhunderteinundachtzig bis neunzehnhundertsiebenundachtzig gearbeitet hatte. Am neunzehnten Dezember neunzehnhundertsiebenundachtzig eröffnete Bürgermeister Frank Van Acker die Gruppe ausgerechnet in dem ehemaligen Privatgarten, der bereits als offene Fortsetzung der Museumsroute diente.
Poot konnte Bronze selbst gießen: Ab seinem vierzehnten Lebensjahr half er in der Gießerei seines Vaters und erlernte dann das Gießen im Wachsausschmelzverfahren. Diese Technik machte es möglich, die Körper von Menschen und Pferden aus dünnen, stellenweise fast durchbrochenen Platten zusammenzusetzen. Die Bronzehülle ist hier nur wenige Millimeter dick. Zahlen wie „vier von sechs“ auf der Rückseite einzelner Figuren bezeichnen die Nummer des Gusses in einer Künstlerreihe, nicht das Datum.
Brügge nennt die Reiter Revolution, Krieg, Hunger und Tod. Man kann sie auch ohne Tafel unterscheiden. Die Revolution hält einen Bogen, der Krieg ein Schwert, der Hunger Waagen zum Abmessen von teurem Getreide; der Tod hat leere Augenhöhlen und ein ausgezehrtes Gesicht. Im sechsten Kapitel der Offenbarung des Johannes wird der erste Reiter zurückhaltender beschrieben – als gekrönter Sieger mit einem Bogen; deshalb nennen Kunsthistoriker Poots Figur auch den Gekrönten. Die übrigen Attribute folgen dem biblischen Text: Das Schwert nimmt den Frieden, die Waagen messen Weizen und Gerste ab, und der vierte Reiter ist dort der einzige, der mit Namen genannt wird – Tod.
Alle vier stehen entlang des Weges, den die Stadt durch den Garten von Arents angelegt hat. Unter dem Namen „Hof Arents“ gehen Menschen bis heute durch ein Eigentum, das Achille Arents nicht abgeben wollte.
Praktisch vor Ort
Offener Gartenbereich mit dem Kalender von Visit Bruges; die genauen Öffnungszeiten können je nach Tag variieren.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist eine offene Station; berücksichtigen Sie deshalb Regen und rutschige Wege. Betrachten Sie die Reiter von verschiedenen Seiten, ohne den Rasen zu betreten oder die Skulpturen zu berühren.
