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Minnewaterbrücke

Minnewaterbrug

Verbindet den alten Passagieranleger mit dem Ursprung des heutigen Liebesrituals.

10 Min.
Die gemauerte Minnewaterbrücke über den See der Liebe, mit Spiegelung im Wasser und Trauerweiden
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Sieben steinerne Bögen
  • Das Steinmauerwerk des mittleren Abschnitts
  • Der runde Pulverturm
  • Befestigte Ufer

Die Geschichte des Ortes

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In der Mitte des heutigen Steinmauerwerks hob sich einst ein hölzerner Abschnitt. Die Brücke ließ Schiffe zum Minnewater durch, und über ihren Belag gingen Menschen zwischen zwei Abschnitten der Stadtmauer hin und her. An den Seiten standen Türme: Zusammen mit der Brücke bildeten sie ein Wassertor und versperrten den südlichen Eingang nach Brügge. Einer ist erhalten geblieben – der runde Pulverturm am Ufer.

Seit eintausendsechshundertdreiundzwanzig kam hier täglich eine Passagierbarke aus Gent an – ein langes Schiff, das von zwei Pferden vom Ufer aus gezogen wurde. Die Stände von Flandern, die Provinzversammlung, bestimmten die Abfahrtszeiten, Tarife und den Verkehrsablauf. Kam der Besitzer der Barke ohne triftigen Grund eine halbe Stunde zu spät, wurde er bestraft; entgegenkommende Schiffe wichen aus und senkten ihre Masten unter dem Schleppseil.

Die Fahrt nach Gent dauerte acht Stunden. In den Kabinen fanden bis zu sechzig Menschen Platz, an Bord wurde das Mittagessen zubereitet, und Gepäck nahm man nach einem ausführlichen Tarif an. Eine Fahrkarte kostete fünfzehn Stuiver – kleine Münzen. Ein ungelernter Arbeiter erhielt an einem Tag elf oder zwölf, doch die Fahrt in einer Kutsche war noch teurer. Im Jahr eintausendsiebenhundertzehn wurden zwischen Brügge und Gent mehr als einunddreißigtausend zahlende Passagiere befördert.

Eine Viertelstunde vor der Abfahrt läuteten Kinder aus einer Armenschule am Anleger eine Glocke. Die Passagiere kamen aus den Gaststätten, Träger von der Mariabrug brachten Koffer und Körbe herbei, der Besitzer der Barke verkaufte Fahrkarten. Die umliegenden Gasthöfe lebten hauptsächlich von diesen Menschen. Das Minnewater diente zweihundert Jahre vor der Eisenbahn als Bahnhof der Stadt.

Als der Magistrat dem Architekten Hendrik Pulinx im Jahr eintausendsiebenhundertneununddreißig den Auftrag gab, den hölzernen Übergang durch einen steinernen zu ersetzen, musste die Schiffsdurchfahrt erhalten bleiben. Pulinx errichtete sieben Bögen und ließ den mittleren Abschnitt als Hubbrücke. Der steinerne Teil verband die befestigten Ufer; der hölzerne gab der Barke den Weg frei.

Im Jahr eintausendsiebenhundertvierundachtzig verlegten Beamte den Anleger zur Katelijnepoort – dort konnte das Schiff leichter wenden und anlegen. Mit ihm verschwanden die Glocke, die Träger und die Menge vor der Abfahrt. Nach dem Aufkommen der Eisenbahn im Jahr eintausendachthundertachtunddreißig verlor die frühere Passagierverbindung ihre Bedeutung; private Nachtbarken hielten sich bis eintausendneunhundertneun. Den Hubabschnitt mauerte man später mit Stein zu. Den Anleger an der Brücke gibt es nicht mehr.

Heute überquert man die Minnewaterbrücke im Zeichen eines Versprechens ewiger Liebe. Dieses Zeichen wird oft als alt bezeichnet, doch die romantische Geschichte von Minna und Stromberg erfand ein bestimmter Mensch. Im Jahr eintausendachthundertvierunddreißig veröffentlichte der Brügger Bibliothekar und Archivar Joseph Octave Delepierre eine Sammlung historischer Erzählungen. Die erste nannte er „Der See der Liebe, oder Stromberg und Minna“.

In seiner Handlung wollte Minnas Vater sie mit einem von ihm ausgewählten Bräutigam verheiraten, während ihr Geliebter Stromberg im Krieg kämpfte. Das Mädchen floh und starb am Wasser kurz vor seiner Rückkehr. Stromberg begrub sie in einem trockengelegten Flussbett und meißelte das Wort „Minnewater“ in einen Stein. Das ist Delepierres literarische Erfindung. Etwa zehn Jahre später überprüfte der Sagensammler Jacob Wolf die Herkunft der Erzählung und nannte sie ausdrücklich erfunden.

Die Geschichte wurde weiter nachgedruckt. Im Jahr eintausendneunhundertachtunddreißig nahm Hugo Vrielynck sie in eine Sammlung Brügger Legenden auf und verwies nur mit Initialen auf den Autor. Delepierres Name verschwand, und seine Erzählung wurde als Volkssage weitererzählt. Der Name Minnewater existierte lange vor dem Buch: Forschende bringen ihn entweder mit Gemeindewasser oder mit einem alten Wort für „Wassergeist“ in Verbindung.

Auf der Brücke gibt es weder Minnas Grab noch einen Stein mit ihrem Namen. Es gibt einen zugemauerten Hubabschnitt, einen verschwundenen Anleger und Paare, die durch das ehemalige Wassertor gehen, in der Hoffnung, dass die Erfindung des Archivars doch noch funktionieren wird.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort10 Min.
Nächster PunktWijngaardplein und das Haupttor
Eintrittvon außen

Frei zugängliche Stadtbrücke; prüfen Sie nur das Wetter und den Zustand des Pflasters.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Bleiben Sie so stehen, dass Sie den Durchgang nicht versperren, und vergleichen Sie die heutige geschlossene Brücke mit der Geschichte von ihrer beweglichen Mitte.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Drehen Sie sich am Wasser entlang nach Norden und kehren Sie zum Sashuis zurück, hinter dem sich ein Platz öffnet.

Stopp 3 von 7Weiter: Wijngaardplein und das Haupttor

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Minnewater und Beginenhof Ten Wijngaarde: der stille Süden von Brügge“ — 7 Stopps, etwa 750 m, etwa 2 Stunden.

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