Stopp 1 von 8

Markt

Markt

Hier wird der offene Handelsplatz zum Ort von Verhandlungen zwischen den Stadtbewohnern und dem Herrscher.

12 Min.
Der Markt in Brügge mit historischen Fassaden und dem Belfried von Brügge.
DiaBaBurMElha · CC BY-SA 3.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
12345678

0 von 8 erledigt

Audioguide · aufgenommene StimmeOrtsgeschichte anhören

Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Die Bronzefiguren in der Mitte des Platzes
  • Das Huis Craenenburg unter der Nummer 16
  • Die offene Fläche des Markts

Die Geschichte des Ortes

Textgröße

Markt bedeutet auf Niederländisch „Markt“. Hier entstand ein Handelsviertel, wo die alte Landstraße an den Kanal Kraanrei heranführte. Auf dem Wasser wurden Waren angeliefert, und die vom Platz ausgehenden Straßen führten zu den Häusern der Handwerkszünfte und Kaufleute. Im Jahr zwölfhundert bestätigte der Graf von Flandern Brügge das Recht auf einen jährlichen Jahrmarkt; der Name Markt wurde erstmals dreizehnhundertzwei verzeichnet. Später verbarg man den Kanal unter der Ostseite des Platzes, doch der Handel verschwand nicht: Mittwochs stehen hier noch immer Stände mit Lebensmitteln und Blumen.

Die beiden Bronzefiguren in der Mitte zeigen Pieter de Coninck und Jan Breydel. De Coninck war Weber und Anführer der Handwerker, die die Beteiligung der Zünfte an der Stadtregierung durchsetzen wollten. Die reichen Kaufleute, die Ämter in Brügge innehatten, unterstützten den französischen König Philipp IV. der Schöne; er unterwarf Flandern und stationierte eine Garnison in der Stadt. Früh am Morgen des achtzehnten Mai dreizehnhundertzwei töteten aufständische Stadtbewohner die französischen Soldaten. Zwei Monate später schlugen die Milizen flämischer Städte bei Kortrijk das Ritterheer des Königs, woraufhin die Brügger Zünfte eine weitreichende Vertretung im Stadtrat erhielten.

Bei Jan Breydel ist alles weniger eindeutig. Er gehörte der Metzgerzunft an und nahm zusammen mit De Coninck an späteren Aufständen teil, doch seine Rolle als Anführer des Aufstands von dreizehnhundertzwei erscheint erst in späten Chroniken. Im neunzehnten Jahrhundert machte der Schriftsteller Hendrik Conscience beide zu Hauptfiguren des Romans „Der Löwe von Flandern“. Achtzehnhundertsiebenundachtzig stellte man sie nebeneinander auf dem Markt auf. Die Bronze verewigte eine Version, in der der dokumentierte Anführer De Coninck und der legendäre Held Breydel als Gleichrangige handeln.

Die Tötungen von dreizehnhundertzwei geschahen in der ganzen Stadt, und die entscheidende Schlacht fand weit von Brügge entfernt statt. Die eindringlichste dokumentierte Szene gerade auf dem Markt spielte sich fast zwei Jahrhunderte später ab. Nach dem Tod der Herzogin Maria von Burgund wurde ihr Witwer Maximilian von Österreich Regent für ihren minderjährigen Sohn Philipp den Schönen. Maximilian wollte die Herrschaft über Flandern bewahren und verlangte Geld für die Kriege gegen Frankreich.

Beim Eintreiben dieses Geldes half Pieter Lanchals, der Sohn eines Brügger Tischlers, der bis zum Leiter der burgundischen Finanzverwaltung aufgestiegen war. Er erhielt ein hohes Gehalt, Geschenke und Bestechungsgelder, und vierzehnhundertvierundachtzig ernannte Maximilian ihn zum städtischen Schout – einem Beamten, der im Namen des Herrschers die Gerichtsbarkeit und die Vollstreckung von Urteilen überwachte. Lanchals zwang Brügge, die Kriegskosten zu bezahlen, verfolgte die Gegner des Regenten und konnte bald nicht mehr ohne achtzehn bewaffnete Leibwächter durch seine Heimatstadt gehen.

Anfang Februar vierzehnhundertachtundachtzig nahmen Brügger Handwerker Maximilian gefangen. Am fünften Februar sperrten sie ihn im Huis Craenenburg an der Westseite des Markts ein. Lanchals hielt sich verborgen, doch die Stadtbewohner fanden ihn. Am zweiundzwanzigsten März unterzeichnete er vor dem auf dem Platz errichteten Schafott sein Testament, dann schlug ihm der städtische Henker den Kopf ab. Maximilian wurde gezwungen, die Hinrichtung seines Schatzmeisters vom Huis Craenenburg aus mitanzusehen.

Am sechzehnten Mai errichtete man auf dem Markt einen Altar. Maximilian schwor öffentlich, die Soldaten abzuziehen, den Teilnehmern des Aufstands zu verzeihen und auf die Regentschaft in Flandern zu verzichten. Nach dem Eid ließ man ihn frei. Die Bedingungen hielten nicht lange: Der Krieg begann erneut, und Ende vierzehnhundertneunzig kapitulierte Brügge.

Das Huis Craenenburg ist an der Ecke des Platzes unter der Nummer 16 erhalten; heute befindet sich darin ein Café. Seine neugotische Backsteinfassade entstand erst neunzehnhundertsechsundfünfzig, daher sah der Gefangene aus den Fenstern einen anderen Markt und ein anderes Haus. Schafott und Altar gibt es längst nicht mehr. Geblieben sind das Huis Craenenburg und der offene Platz, auf dem ein Mensch hingerichtet und ein anderer gezwungen wurde, für seine Freilassung zu schwören.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort12 Min.
Nächster PunktBelfried von Brügge und Tuchhallen
Eintrittvon außen

Offener Platz; Wochenmarkt auf dem Markt gewöhnlich mittwochs 8:00-14:00.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Hören Sie am Rand des Platzes zu und bleiben Sie nicht im Strom der Fußgänger und Pferdekutschen stehen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Überqueren Sie den Markt zum Belfried von Brügge und halten Sie vor der Arkade an.

Stopp 1 von 8Weiter: Belfried von Brügge und Tuchhallen

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Vom Markt zu den Kanälen: Wer Brügge regierte“ — 8 Stopps, etwa 700 m, 2-3 Stunden.

Ohne App Store und Google Play

Guide On Map als App installieren

Ein Symbol erscheint auf dem Startbildschirm; die Website öffnet sich ohne Browseroberfläche.

Android · Chrome
  1. Wenn unten „Jetzt installieren“ erscheint, tippe darauf und bestätige.
  2. Falls die Schaltfläche fehlt: Menü ⋮ → „App installieren“.
iPhone · Safari
  1. Tippe unten in Safari auf „Teilen“.
  2. Wähle „Zum Home-Bildschirm“ und dann „Hinzufügen“.
Symbol auf dem BildschirmVollbildmodusOffline-RoutenSpazierfortschritt