Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Kupferstatue des Jan van Eyck
- Hoher Sockel aus Blaustein
- Backsteinfassaden mit Staffelgiebeln
- Breite Lagertore
Die Geschichte des Ortes
Jan van Eyck hat den Jan-van-Eyckplein nie gesehen. Im fünfzehnten Jahrhundert verlief an der Stelle des heutigen Kopfsteinpflasters der Kanal Kraanrei. Über ihn führte die Sint-Jansbrug, die auch Neujahrsbrücke genannt wurde. Am Anfang der Spiegelrei hielten Boote zum Entladen an: Die Waren wurden in Lagerhäuser getragen, gewogen, mit Zoll belegt und den Kaufleuten übergeben. Deshalb gibt es ringsum so viele Häuser mit breiten Toren und Luken zum Hochziehen von Lasten.
Van Eyck selbst lebte ganz in der Nähe. Er diente als Hofmaler und Kammerdiener des burgundischen Herzogs Philipp des Guten – dieser Titel sicherte ihm ein Gehalt und persönlichen Zugang zu seinem Auftraggeber. Im Jahr vierzehnhundertzweiunddreißig ließ sich der Künstler endgültig in Brügge nieder, zahlte Schulden für sein eigenes Haus ab und unterhielt eine Werkstatt. Dorthin kamen der Herzog mit seinem Gefolge und Mitglieder des Stadtrats; van Eycks Gehilfen hinterließen sie Geldgeschenke. Der Künstler arbeitete hier bis zu seinem Tod im Jahr vierzehnhunderteinundvierzig.
Einen Platz gab es damals noch immer nicht. Die Brücke wurde abgetragen, und ein Teil der Kraanrei wurde erst nach siebzehnhundertsiebenundachtzig zugeschüttet. Der entstandene Raum hieß zunächst Akademieplatz: Die Akademie für Zeichnen und Malerei belegte die benachbarte Bürgerloge. Städtische Beamte gaben dem Platz im Jahr achtzehnhundertvierundvierzig seinen heutigen Namen, zwölf Jahre vor der Aufstellung des ersten van-Eyck-Denkmals.
Den Bürgern erschien jenes Marmorstandbild zu klein. Im Jahr achtzehnhunderteinundsiebzig entfernte man es, und der Bildhauer Hendrik Pickery erhielt den Auftrag für eine drei Meter fünfundsiebzig Zentimeter hohe Figur. Der kupferne van Eyck wurde galvanoplastisch hergestellt: Das Metall wurde nach und nach auf einer Form abgeschieden. Der Stadtarchitekt Louis Delacenserie entwarf einen hohen Sockel aus Blaustein. Im Jahr achtzehnhundertachtundsiebzig nahm die heutige Statue den Mittelpunkt des Platzes ein.
Zur Eröffnung bereitete man auch die umliegenden Häuser vor. Alfred Ronse, ein für öffentliche Arbeiten zuständiges Mitglied des Stadtrats, setzte sich für die Rückkehr der Backsteinfassaden ein, die die Eigentümer nach der damaligen Mode mit Putz überzogen und mit geraden Gesimsen abgeschlossen hatten. Der Stadtrat konnte den Eigentümern Umbauten nicht verbieten. Ronse schlug vor, ihnen einen städtischen Zuschuss zu zahlen, das Geld jedoch nur für von einem Architekten genehmigte Entwürfe auszuzahlen.
Den ersten Antrag stellte der Eigentümer des hier stehenden Hauses „De Rode Steen“. Unter der Aufsicht Delacenseries ersetzte man die verputzten Fassaden durch Backsteinfassaden mit Staffelgiebeln und spitzen Abschlüssen und fügte gotischen Schmuck hinzu. Einige Häuser bewahrten tatsächlich mittelalterliches Mauerwerk; andere erhielten ein erheblich umgestaltetes Aussehen. Das hier begonnene Programm veränderte später einhundertsiebenundsiebzig Fassaden in ganz Brügge.
Im Zentrum blieb Picker ys Kupferfigur auf Delacenseries Sockel, umgeben von mehreren Fassaden, die zu ihrer Aufstellung umgestaltet worden waren. Und unter dem Kopfsteinpflaster des Platzes, den Jan van Eyck nicht kannte, liegt das zugeschüttete Bett der Kraanrei.
Praktisch vor Ort
Freier öffentlicher Raum; für das VR-Fernglas und die Straßennavigation prüfen Sie nur das Wetter und den Zugang zum Platz.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie den Platz vom Rand der Fußgängerzone aus: Um sein früheres Ausmaß zu erfassen, vergleichen Sie die offene Pflasterfläche mit dem erhaltenen Wasser des Kanals.
