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Pont de Pierre

Pont de pierre

Hier wird klar, wie sich ein militärischer Befehl in eine private Konzession und einen gebührenpflichtigen städtischen Übergang verwandelte.

10 Min.
Die Pont de Pierre, eine Steinbrücke mit Bögen, die die Garonne überspannt
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Worauf achten

  • Siebzehn Bögen
  • Steinerne Pfeiler
  • Ziegelgewölbe

Die Geschichte des Ortes

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Unter der Fahrbahn dieser Brücke verbergen sich sechs leere längs verlaufende Galerien: Von außen ist sie aus Stein, doch die Gewölbe sind aus Ziegeln gemauert. Siebzehn Bögen ruhen auf steinernen Pfeilern, die auf dem schlammigen Grund der Garonne stehen, wo die Flut die Strömung umkehrt. Der Name „Steinbrücke“ setzte sich der Überlieferung nach durch, um sie von einem provisorischen Holzüberweg zu unterscheiden, der daneben stand.

Bis zum Jahr eintausendachthundertzweiundzwanzig gab es in Bordeaux keine einzige Brücke über die Garonne. Zwischen La Bastide und dem Port de Sainte-Croix verkehrten Fähren. Im Jahr eintausendachthundertsieben ordnete Kaiser Napoleon I., der jenseits der Pyrenäen kämpfte und eine schnelle Verlegung der Armee nach Spanien anstrebte, den Bau eines dauerhaften Übergangs an dieser Stelle an. Die Achse wählte man gegenüber der Porte de Bourgogne: Am rechten Ufer führte eine neue Straße aus Paris zu ihr, und hinter dem Tor setzte sich der Weg nach Süden fort.

Der napoleonische Befehl wäre beinahe bei unvollendeten Pfeilern stehen geblieben. Das außergewöhnliche Hochwasser des Jahres eintausendachthundertdreizehn riss die Baupfähle fort und beschädigte die Fundamente von fünf Pfeilern. Dann dankte Napoleon ab, die staatliche Finanzierung endete, und die Arbeiten wurden eingestellt. Der Kaiser, für dessen Soldaten alles begonnen worden war, sah die fertige Brücke nie.

Der Brücken- und Straßenbauingenieur Claude Deschamps sollte den Übergang auf einem schlammigen Grund vollenden, wo die Strömung mit der Flut ihre Richtung wechselt. Er verzichtete auf frühere Entwürfe mit einer Holzspanne und einem beweglichen Teil. Um den Druck auf die Fundamente zu verringern, schuf Deschamps steinerne Pfeiler, Ziegelgewölbe und ein hohles Fahrbahndeck. Doch die technische Lösung ersetzte kein Geld.

Es fand der Bordelaiser Kaufmann und Reeder Pierre Balguerie-Stuttenberg. Er handelte mit Tuch, Wein und Kolonialwaren, rüstete Schiffe aus und wollte die Brücke zu Bedingungen vollenden, die für die Geldgeber vorteilhaft waren. Die von ihm versammelte Gesellschaft aus Kaufleuten und Reedern bot dem Staat zwei Millionen Francs an. Das war Kapital, keine Spende: Dafür verlangte die Gesellschaft die Konzession für die Brücke für neunundneunzig Jahre und das Recht, eine Durchfahrtsgebühr zu erheben.

Der Staat stimmte zu. Am ersten Mai eintausendachthundertzweiundzwanzig überquerten Menschen, Wagen und Reiter die siebzehn Bögen. Ein Fußgänger zahlte fünf Centimes, ein Reiter mit Pferd fünfunddreißig. Balguerie-Stuttenberg selbst starb drei Jahre nach der Eröffnung, doch die Gesellschaft zog weiter Geld ein. Erst im Jahr eintausendachthundertdreiundsechzig kaufte die Stadtverwaltung das Recht auf freie Überquerung zurück, lange vor dem Ende der versprochenen Konzession.

Der Name Pont de Pierre bedeutet „Steinbrücke“. Man nimmt an, dass die Einwohner ihn so von der provisorischen Holzbrücke unterschieden, die während der Arbeiten daneben stand. Der Stein ist außen gut sichtbar, doch in den Gewölben steckt viel Ziegel, und unter der Fahrbahn verlaufen sechs leere Längsgalerien. Die vier Häuschen an den Zufahrten, an denen die Gesellschaft ihre investierten Millionen zurückerhielt, gibt es nicht mehr: Sie wurden beim Ausbau der Brücke im Jahr eintausendneunhundertvierundfünfzig abgerissen.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort10 Min.
Nächster PunktPorte de Bourgogne
Eintrittvon außen

Öffentlicher Übergang geöffnet; zum Prüfdatum hielten die Sommerarbeiten 2026 den Fuß- und Radverkehr aufrecht, unterbrachen aber die Straßenbahnen über die Brücke bis Ende August.

Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Bleiben Sie dort stehen, wo Sie Fußgänger und Radfahrer nicht behindern. Um den Rhythmus der Bögen vollständig zu sehen, gehen Sie zum Ufer: Von der Fahrbahn der Brücke aus erschließen sich vor allem der Fluss und die Richtung des Übergangs.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Überqueren Sie die Garonne und gehen Sie von der Seite der Place de Bir-Hakeim zum zentralen Bogen.

Stopp 1 von 7Weiter: Porte de Bourgogne

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Quartier Saint-Michel: Tore, Handwerk und Markt“ — 7 Stopps, ca. 2 km, 2–2,5 Stunden.

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