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Miroir d’eau

Miroir d’Eau

Der heutige Platz wird erklären, wie eine technische Lösung zu einer neuen Art wurde, die Uferpromenade zu nutzen.

10 Min.
Das Miroir d’eau an der Place de la Bourse mit Spiegelungen steinerner Fassaden.
Pline · CC BY-SA 3.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Granitplatten
  • Fugen zwischen den Platten
  • Eingelassene Düsen
  • Eine dünne Wasserschicht oder Nebel

Die Geschichte des Ortes

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Unter dem ebenen Granitfeld an der Place de la Bourse ist die Technik verborgen, die den Platz abwechselnd in einen Spiegel und in eine neblige Fläche verwandelt. Das Wasser tritt durch die Fugen zwischen den Platten aus, bildet eine so dünne Schicht, dass die gesamte gegenüberliegende Fassade darin Platz findet, und fließt dann wieder zurück. Nach dem Ablassen steigt aus denselben Platten Nebel auf, und die glatte Fläche ohne Rand bleibt ein Ort, an dem Menschen an heißen Tagen durch das Wasser gehen und laufen.

Um die Jahrtausendwende befand sich der Landschaftsarchitekt Michel Corajoud hier als einer von fünf Bewerbern um einen großen Auftrag: die Umgestaltung von viereinhalb Kilometern der Uferpromenaden von Bordeaux. Ob sein Atelier diese Arbeit erhalten würde, hing von der Wettbewerbsentscheidung ab. Vor Corajoud lag eine unhandliche Fläche – das Dach eines alten Hafenlagers. Es war einst genau gegenüber der Place de la Bourse in die Erde eingelassen worden, damit der als Frachtanlage dienende Bau ihre Fassaden von der Garonne aus nicht verdeckte.

Die Organisatoren des Wettbewerbs schlugen vor, für das Lager eine neue Nutzung zu finden. Corajoud lehnte ab. Nach einem Regen, erzählte er, spiegelte sich die Place de la Bourse in einer Pfütze auf dem Dach des Lagers. Diese einzelne Pfütze gab ihm die Idee für die gesamte Anlage: Den unterirdischen Raum sollte man den Technikern überlassen und darüber eine ebene Fläche anlegen, die das Wasser abwechselnd bedecken und wieder freigeben würde.

Das Projekt von Corajoud und dem Architekten Pierre Gangnet gewann. Die Aufgabe, die Zeichnung in ein funktionierendes System zu verwandeln, erhielt der Brunnenbauer Jean-Max Llorca. Seinen Lebensunterhalt verdiente er mit dem Entwurf städtischer Brunnen, doch hier sollte sich das Wasser ganz anders verhalten: Es sollte sich gleichmäßig über eine Fläche von dreitausendvierhundertfünfzig Quadratmetern verteilen, nur zwei Zentimeter hoch stehen und dann spurlos verschwinden.

Llorca brachte im ehemaligen Lager ein Reservoir mit einem Volumen von achthundert Kubikmetern, Pumpen und elektrische Ventile unter. Das Wasser steigt durch Kanäle auf und tritt durch die Fugen der Granitplatten aus. Wenn sich die Oberfläche füllt, findet die Spiegelung der Place de la Bourse vollständig darin Platz. Dann wird das Wasser abgelassen, und neunhundert in die Platten eingelassene Düsen stoßen Nebel aus. So erklärt sich der Name „Miroir d’eau“ – „Wasserspiegel“: Es gibt hier fast kein Wasser; seine Aufgabe besteht darin, die Fassaden des Platzes kurzzeitig auf die Erde zurückzubringen.

In seinen Wettbewerbszeichnungen zeigte Corajoud eine ruhige architektonische Spiegelung. Das Verhalten der Menschen sah das Team nicht voraus. Nach der Eröffnung im Jahr zweitausendsechs begannen Besucher, ins Wasser zu gehen, Kinder, über den Granit zu laufen, und Erwachsene, den Nebel bei Hitze zu nutzen. Im ersten Jahr mussten die städtischen Dienste klären, wie mit der neuen Nutzung des Platzes umzugehen war; danach wurde diese Nutzung angenommen. Das Fehlen eines Randes, das für eine ununterbrochene Spiegelung vorgesehen war, verwandelte den Brunnen in eine Fläche, auf der man gehen kann.

Für Llorca wurde der Auftrag aus Bordeaux zu einer internationalen Empfehlung: Danach begann man, bei der Firma Varianten von Wasserspiegeln von Paris bis Shanghai und Katar zu bestellen. Nach Corajouds Tod benannte Bordeaux eine Uferpromenade entlang beider Ufer der Garonne nach ihm.

Unter dem trockenen Granit befindet sich weiterhin genau jenes Hafenlager, für das Corajoud sich geweigert hatte, eine öffentliche Nutzung zu suchen. In seinem Inneren bereiten die Pumpen die nächste dünne Wasserschicht vor; oben überqueren Menschen den Platz, der in einigen Minuten wieder die Spiegelung der Fassaden aufnehmen wird.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort10 Min.
Nächster PunktPorte Cailhau
Eintrittfrei zugänglich

Außerhalb der Winterzeit: täglich 10:00-22:00. Von November bis April wird die Anlage gewöhnlich für Wartungsarbeiten abgeschaltet.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Wenn der Mechanismus arbeitet, warten Sie, bis sich wenigstens zwei Zustände abwechseln – der Spiegel entfaltet sich nur mit der Zeit. Gehen Sie auf nassem Granit vorsichtig; bei abgeschaltetem Wasser betrachten Sie die Fläche als Aussichtspunkt auf die Place de la Bourse.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Setzen Sie Ihren Weg flussabwärts entlang der Fassaden fort und biegen Sie vom Fluss zu einem mittelalterlichen Tor ab.

Stopp 4 von 8Weiter: Porte Cailhau

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Das steinerne Bordeaux zwischen Garonne und Kathedrale“ — 8 Stopps, etwa 3,2 km, 2,5–3 Stunden.

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