Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Steinbelag des Weges
- Skulpturenstationen des Kreuzwegs
- Steiler Hang
Die Geschichte des Ortes
Über den steilen Hang des Monserrate führt ein Fußweg von Bogotá zum Heiligtum auf dem Gipfel. Entlang des Weges stehen Skulpturenstationen des Kreuzwegs, die später als jene kleinen Kapellen aufgestellt wurden, die einst direkt in den Felsen geschlagen waren. Auch heute geht man diesen Weg nicht nur zum Spazierengehen: Nach einem örtlichen Gelübde steigt man sieben Sonntage hintereinander hierher auf und bittet um Gesundheit, Arbeit oder Hilfe in einer persönlichen Angelegenheit.
Der Steinbelag dieses Weges wurde erst im Jahr neunzehnhundertachtzig verlegt. Der historische Aufstieg war felsig und begann noch in der Stadt, an der Kirche Las Nieves. In der Mitte des siebzehnten Jahrhunderts wurde der Weg für Pilger hergerichtet, und in den Felsen schlug man vier kleine Kapellen, in denen man auf dem Weg zum Gipfel Schutz suchen und beten konnte.
Diesen Weg ersann der Priester und Schriftsteller Pedro Solís y Valenzuela. Sein älterer Bruder Fernando Solís y Valenzuela ging in das spanische Kloster El Paular und wurde Kartäuser – ein Mönch, der Schweigen und Abgeschiedenheit wählte. Pedro wollte in der Nähe von Santa Fe de Bogotá, wie Bogotá damals hieß, eine ebensolche Gemeinschaft gründen. Er verfügte über das Familienvermögen und konnte sein Vorhaben finanzieren: eine Kapelle, Unterkünfte für Einsiedler und ein Bild der Jungfrau von Montserrat. Von dieser katalanischen Widmung erhielt der Berg Las Nieves seinen heutigen Namen: Monserrate.
Zwischen sechzehnhundertfünfzig und sechzehnhundertsiebenundfünfzig erweiterte Pedro mit Gefährten die Kapelle auf dem Gipfel und legte den Weg zu ihr an. Dann schloss sich ihnen Bernardino de Rojas an, ein wohlhabender Priester, der sich aus dem Stadtleben zurückziehen wollte. Er sammelte Spenden und begann einen Klosterhof mit zwölf Zellen. In Gerichtsakten hat sich ein für diesen Weg wichtiges Detail erhalten: Die Brüder der Gemeinschaft und andere Bewohner trugen die Baumaterialien auf ihrem eigenen Rücken. Alles, was oben entstand, kam zunächst über diesen Aufstieg.
Bald beschloss Bernardino, die Bauten den Jesuiten zu übergeben, damit sie hier ein Noviziatshaus eröffneten. Den erhaltenen Dokumenten zufolge wussten die übrigen Gründer nichts davon. Ein neues Kloster durfte in den spanischen Besitzungen nur mit königlicher Genehmigung gegründet werden, die die Jesuiten nicht erhielten. Als sie im Jahr sechzehnhundertsiebenundfünfzig versuchten, das Eigentum in Besitz zu nehmen, klagte Pedro und gewann die Kapelle und die Bauten noch im selben Jahr zurück.
Der Sieg erfüllte seinen ursprünglichen Wunsch nicht: Auch Pedro erhielt keine Genehmigung für eine kartäusische Gemeinschaft. Bernardino verließ den Berg und wirkte später an der Gründung eines jesuitischen Noviziatshauses in der Stadt mit. Pedro übergab die Kapelle den Augustiner-Rekollekten, doch auch sie ließen sich ohne die erforderliche Lizenz nieder. Im Jahr sechzehnhundertneunundsiebzig wurde das angebaute Klosterhaus abgerissen.
Die heutigen Skulpturenstationen des Kreuzwegs entstanden später und sind nicht jene vier kleinen, in den Felsen geschlagenen Kapellen. Der Aufstieg wird jedoch weiterhin als Gelübde unternommen. Eine der örtlichen Traditionen heißt „sieben Sonntage für den Herrn Monserrate“: Man bittet um Gesundheit, Arbeit oder Hilfe in einer persönlichen Angelegenheit und geht sieben Sonntage hintereinander zu Fuß über den Weg. Wer am ersten Sonntag mit einem Gelübde hierherkommt, muss noch sechs weitere Male auf demselben Weg hinaufsteigen.
Praktisch vor Ort
Mi–Mo Aufstieg 5:00-13:00, Abstieg bis 16:00; Di geschlossen.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Gehen Sie nur auf dem offiziellen Weg, halten Sie ein gleichmäßiges Tempo und machen Sie bei Atemnot, Schwindel oder einer plötzlichen Wetterverschlechterung Halt.
