Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Die Bronzestatue Bolívars
- Der Degen
- Die Verfassung
- Die Fassaden des Capitolio Nacional, des Rathauses, des Palacio de Justicia und der Kathedrale
Die Geschichte des Ortes
An den vier Seiten der Plaza de Bolívar stehen das Capitolio Nacional, das Rathaus im Palacio Liévano, der Palacio de Justicia und die Kathedrale. Die Westseite nahm einst der Stadtrat, das Cabildo, ein; das alte Gebäude gibt es nicht mehr, und an seiner Stelle arbeitet die Stadtverwaltung. In der Mitte steht der bronzene Bolívar; zuvor befand sich dort der steinerne Brunnen Mono de la Pila, zu dem die Einwohner Wasser holten. Zeremonien und große Versammlungen werden bis heute an diesem offenen Ort zwischen den wichtigsten Einrichtungen der Stadt abgehalten.
Am Abend des zwanzigsten Juli eintausendachthundertzehn trat José Acevedo y Gómez auf den Balkon des Stadtrats über der Westseite dieses Platzes. Bogotá hieß damals Santa Fe, und der Platz trug den Namen Plaza Mayor, der Hauptplatz. Unten lief noch der Freitagsmarkt, doch der Handel war bereits einer großen Menschenansammlung gewichen.
José Acevedo y Gómez selbst lebte vom Großhandel und hatte bereits ein Vermögen erworben. Zugleich war er Regidor, also Mitglied des Stadtrats oder Cabildo. An diesem Tag drängte er auf eine außerordentliche Sitzung des Cabildo und die Bildung einer örtlichen Junta, eines vorläufigen Regierungsrats. Der Vizekönig hielt diesen wohlhabenden Beamten bereits für einen gefährlichen Gegner.
Zwei Jahre zuvor waren französische Truppen in Spanien eingefallen, und König Ferdinand VII. war zur Abdankung gezwungen worden. Spanische Städte bildeten im Namen des gefangenen Monarchen eigene Juntas. Die in Neu-Granada Geborenen, einem spanischen Besitz, zu dem das heutige Kolumbien gehörte, verlangten dasselbe Recht für Santa Fe. Ihrem Plan stand Vizekönig Antonio Amar y Borbón entgegen: Er wollte die Entscheidungen nicht dem örtlichen Rat übertragen. Die Verschwörer brauchten den Druck einer großen Menschenmenge und wählten einen Marktfreitag. Ein Streit um eine Vase in einem nahe gelegenen Laden gab den Anstoß, nach dem die Einwohner den Platz füllten.
José Acevedo y Gómez musste sie hier behalten. Vom Balkon aus warnte er: Wenn die Menschen auseinandergehen, werde man nach zwölf Stunden mit ihnen wie mit Aufständischen verfahren – Zellen, Fußfesseln und Ketten erwarteten sie. Das war genau an diesen Ort gebunden: Neben dem Cabildo befanden sich das städtische Gefängnis, die Amtsräume der Beamten und die Residenz des Vizekönigs.
Die Menge erklärte José Acevedo y Gómez zu ihrem Vertreter. Am Abend trat das Cabildo zusammen, und er schlug die Namen der Mitglieder der Junta Suprema vor. In der Nacht auf den einundzwanzigsten Juli unterzeichneten die Beteiligten den Akt zu ihrer Gründung. Eine vollständige Trennung von Spanien erklärte dieses Dokument noch nicht: Es hielt an der Treue zu Ferdinand VII. fest. Doch Neu-Granada erhielt seinen ersten autonomen Regierungsrat.
Für José Acevedo y Gómez endete die Geschichte nicht auf dem Balkon. Als spanische Truppen Santa Fe im Jahr eintausendachthundertsechzehn zurückeroberten, begann man, die Beteiligten der ersten republikanischen Regierungen zu suchen und hinzurichten. Der Kaufmann verließ die Stadt und verbarg sich in den südlichen Wäldern. Im Mai eintausendachthundertsiebzehn starb er im Gebirge der Andakí, während er sich weiter vor seinen Verfolgern versteckte.
Das alte Cabildo gibt es nicht mehr. An seiner Stelle steht der Palacio Liévano, in dem die Stadtverwaltung von Bogotá untergebracht ist. An denselben Platz grenzen auch das Capitolio Nacional, der Palacio de Justicia und die Kathedrale. Staatliche Zeremonien und öffentliche Versammlungen finden hier statt, weil all diese Einrichtungen auf denselben offenen Raum hinausgehen.
Während der Rede von José Acevedo y Gómez stand in der Mitte des Platzes der steinerne Brunnen Mono de la Pila, aus dem die Einwohner Wasser holten. Seinen Platz nahm ein Mann ein, nach dem der Platz heute benannt ist. Simón Bolívar befehligte die Armee, die die Befreiung Neu-Granadas von der spanischen Herrschaft anstrebte. Nach dem Sieg bei Boyacá im Jahr eintausendachthundertneunzehn stand seinen Truppen der Weg in die Hauptstadt offen, und am zehnten August empfing man Bolívar hier.
Dreiundzwanzig Jahre später gab der Unternehmer José Ignacio París, der unter anderem mit der Ausbeutung der Smaragdminen von Coscuez Geld verdiente, für sein Landgut eine Bronzestatue Bolívars in Auftrag. Als das Denkmal in Bogotá eintraf, gab José Ignacio París seinen privaten Plan auf und übergab es dem Kongress. Die Gesetzgeber wählten den Hauptplatz. Der Brunnen wurde versetzt, und die Statue wurde am zwanzigsten Juli eintausendachthundertsechsundvierzig enthüllt – am Jahrestag der Rede von José Acevedo y Gómez. Damals erhielt der Platz den Namen Bolívars.
Der originale Mono de la Pila befindet sich heute im Hof des Museo Colonial. An seinem früheren Standort hält der bronzene Bolívar einen Degen und die Verfassung.
Praktisch vor Ort
Offener öffentlicher Platz; die Zugänge können sich aufgrund von Sicherheitsvorkehrungen, Kundgebungen und staatlichen Veranstaltungen ändern.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Sehen Sie sich vom offenen Teil des Platzes aus um und beachten Sie Absperrungen, Demonstrationen und verstärkte Sicherheitsvorkehrungen; umgehen Sie keine gesperrten Bereiche.
