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Museo del Oro

Museo del Oro

Diese Station zeigt, wie Gegenstände zum Einschmelzen zu einer Sammlung wurden, die ein eigenes Gebäude erforderte.

35 Min.
Museo del Oro
Felipe Restrepo Acosta · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Verglastes erstes Stockwerk
  • Geschlossener Marmorbaukörper
  • Treppe zu den Sälen
  • Quimbaya-Poporo

Die Geschichte des Ortes

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Das verglaste erste Stockwerk trägt eine weiße Marmorfläche ohne Fenster. Im Inneren sind Säle eingerichtet, in denen das Licht auf kleine Goldgegenstände und nicht auf das Interieur gelenkt wird. Hier bewahrt und zeigt der Banco de la República Erzeugnisse von Völkern, die vor der spanischen Eroberung auf dem Gebiet des heutigen Kolumbien lebten. Das Gold erzählt nicht nur vom Können: In der Ausstellung ist es mit Arbeit, gesellschaftlichem Rang, Ritualen und Gaben verbunden.

Der weiße Kubus am Parque Santander entstand aus einem Streit darüber, wie viel des Gebäudes dem Museum zukommen sollte: das oberste Stockwerk oder alle vier.

Dieser Streit begann weit entfernt von den heutigen Sälen. Ende der neunzehnhundertdreißiger Jahre kontrollierte der Banco de la República, die Zentralbank Kolumbiens, den Goldhandel. In seine Geschäftsstelle in Bogotá gelangten antike Goldgegenstände, die von einer regionalen Ankaufstelle geschickt worden waren. Das gewöhnliche Schicksal dieses Metalls war kurz: das Einschmelzen. Der Bankleiter Julio Caro ordnete an, die Funde zu bewahren.

Im März neunzehnhundertneununddreißig schlug Bildungsminister Alfonso Arango Caro vor, präkolumbische Erzeugnisse zu kaufen, bevor sie an Händler oder in den Schmelzofen gingen. Unter den angebotenen Gegenständen befand sich das Quimbaya-Poporo – ein goldenes Gefäß, in dem Kalk zum Kauen von Kokablättern aufbewahrt wurde. Die Bank zahlte dafür das Doppelte des Werts des darin enthaltenen Goldes. Für ein Finanzinstitut war das ein wichtiger Unterschied: Der Gegenstand wurde höher bewertet als der Rohstoff.

Zunächst bewahrte man die Sammlung im Sitzungssaal der Bank auf. Mit dem Ankauf privater Sammlungen umgaben Tische und Schränke bereits Tausende von Gegenständen. Später zeigte man sie im Bankgebäude, zunächst fast ausschließlich hochrangigen Gästen. Erst im Jahr neunzehnhundertneunundfünfzig wurde die Ausstellung im Keller der Bank für die breite Öffentlichkeit eröffnet. So entstand die Bezeichnung „Museo del Oro“ – wörtlich „Goldmuseum“. Dort sammelte man Erzeugnisse von Völkern, die vor der spanischen Eroberung auf dem Gebiet des heutigen Kolumbien lebten, und erforschte, wer sie hergestellt hatte, wem sie gehörten und wozu sie dienten.

Zwei Jahre später beauftragte Bankleiter Eduardo Arias Robledo den Architekten Germán Samper, auf diesem Grundstück ein neues Gebäude zu entwerfen. Samper war Partner eines privaten Architekturbüros, das bereits Aufträge der Bank ausführte, und bemühte sich um ein neues großes Projekt. Die Aufgabe wirkte bescheidener als das heutige Museum: Die Sammlung sollte das oberste Stockwerk erhalten, die übrigen Räume andere Dienste.

Samper gab ehrlich zu, dass sein Büro nicht wusste, wie man ein Museum für antikes Gold einrichtet. Er wandte sich an Luis Duque Gómez, den Direktor des Instituto de Antropología, der Räume zur Erforschung, Aufbewahrung und Ausstellung der wachsenden Sammlung benötigte. Duque antwortete, die Sammlung brauche das gesamte Grundstück. Die Architekten erarbeiteten einen Entwurf für ein vierstöckiges Museum.

Ein Prüfer der Bank reagierte ablehnend darauf. Samper musste erklären, warum man einer Einrichtung, die mit einigen Gegenständen im Büro des Bankleiters begonnen hatte, ein ganzes Gebäude überlassen sollte. Er schlug einen gedanklichen Test vor. Wenn ein Besucher sich nach der Eröffnung an die Steinverkleidung, die effektvollen Treppen und das Können der Architekten erinnere, aber fast nichts über die Goldgegenstände erzählen könne, hätten die Planer versagt. Die Kostbarkeiten brauchten eine gute Hülle, doch die Hülle durfte nicht mit dem Inhalt konkurrieren.

Am nächsten Tag erlaubte Arias Robledo die Fortsetzung der Arbeit und bestimmte einen weiteren Architekten zur Kontrolle. Samper verzichtete auf äußere Darstellungen von Götzenbildern und Ornamenten. Über dem verglasten ersten Stockwerk errichtete er einen geschlossenen Baukörper, der mit hellem mattem Marmor verkleidet war; innen führte eine Treppe zu fensterlosen Sälen, in denen sich die Beleuchtung den kleinen Gegenständen unterordnen ließ.

Das Museum wurde hier im Jahr neunzehnhundertachtundsechzig eröffnet. Zwei Jahre später erhielt Samper dafür den Nationalen Architekturpreis. Als die Sammlung erneut nicht mehr hineinpasste, beauftragte die Bank denselben Architekten mit einer Erweiterung. Der neue Baukörper verdoppelte die Fläche, und im Jahr neunzehnhundertacht wurden beide Baukörper durch eine erneuerte Ausstellung verbunden.

Sampers ursprüngliche Hülle blieb am Park erhalten: ein durchsichtiges unteres Stockwerk und ein weißer geschlossener Kasten darüber. Im Inneren zeigt man das Gold nach seinen alten Funktionen – als Ergebnis der Arbeit von Handwerkern, als Zeichen des Rangs, als Teil eines Rituals und als Opfergabe. Das Poporo, für das die Bank erstmals mehr als den Preis des Metalls zahlte, wird in diesem Gebäude zusammen mit der Sammlung aufbewahrt, für die ein oberstes Stockwerk zu wenig war.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort35 Min.
Nächster PunktIglesia de San Francisco
Eintrittmit Eintrittskarte; außen frei zugänglich

Museo del Oro: laut Banco de la República gewöhnlich Di–Sa 09:00–19:00, So 10:00–17:00, montags geschlossen; prüfen Sie Preise/Feiertage.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Eine vollständige Besichtigung erfordert eigene Zeit; wenn Sie während der Route hineingehen, konzentrieren Sie sich auf das Poporo und das Floß und prüfen Sie vorher den Zugang.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie an der Statue vorbei zurück und bleiben Sie vor der Fassade der Kirche stehen.

Stopp 2 von 8Weiter: Iglesia de San Francisco

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„La Candelaria: Gold und Macht“ — 8 Stopps, 2,0 km, 3,5 Stunden.

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