Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Die Kolonnade des Altes Museum
- Die breite Treppe
- Die Rotunde unter der Kuppel
- Die Marmorbüste von Aloys Hirt
Die Geschichte des Ortes
Die nördliche Hälfte der Flussinsel vereint fünf Berliner Museen auf einem Gelände, auf dem sich früher die Flusszollbehörde mit Lagerhäusern und Büros befand. Das Altes Museum ist mit Kolonnade und breiter Treppe zum Lustgarten ausgerichtet und setzt das Ensemble aus Schloss, Kirche und Zeughaus rund um den Platz fort. In seinem Zentrum unter der Kuppel befindet sich ein runder Saal, an dessen Umfang antike Skulpturen stehen.
Im Jahr eintausendsiebenhundertsiebenundneunzig schlug der Archäologe Aloys Hirt vor, die besten Werke aus den preußischen Königsschlössern in einem einzigen öffentlichen Museum zusammenzuführen. Hirt diente am Hof als Kunstberater, war für die königlichen Altertümer zuständig und lehrte Architekturgeschichte. Der Dienst verschaffte ihm Zugang zu den Sammlungen, doch das Schicksal des Projekts hing von der Gunst des Königs ab.
Gemälde, Statuen und Kostbarkeiten wurden damals in verschiedenen Residenzen aufbewahrt, zu denen ein gewöhnlicher Berliner keinen Zutritt hatte. Im Jahr achtzehnhundertzehn ordnete der preußische König Friedrich Wilhelm III. an, eine ausgewählte öffentliche Sammlung einzurichten. Dafür wählte man ein Grundstück auf der Insel gegenüber dem Berliner Schloss, neben dem Dom und dem Zeughaus. Der Architekt Karl Friedrich Schinkel richtete die Fassade des Museums zum Lustgarten aus: Die breite Treppe und die Kolonnade waren demselben Platz zugewandt wie Schloss, Kirche und Militärbau.
Doch Hirt und sein ehemaliger Schüler Schinkel stellten sich das Museum unterschiedlich vor. Hirt wollte eine Lehrsammlung, in der die Werke die Kunstgeschichte als ein zusammenhängendes System zeigen sollten. Wenn sich unter den Originalen kein benötigtes Beispiel fand, war er damit einverstanden, einen Gipsabguss aufzustellen. Schinkel und der Kunsthistoriker Gustav Friedrich Waagen, der die Gemäldegalerie vorbereitete, zogen es vor, Originale auszuwählen und den Menschen zunächst die Möglichkeit zu geben, Kunst ohne Museumslehre zu betrachten.
Der Hauptstreit entzündete sich an der Rotunde – dem runden Saal unter der Kuppel im Zentrum des Gebäudes. Schinkel entwarf sie nach dem Vorbild des römischen Pantheon und stellte antike Statuen entlang ihres Umfangs auf. Hirt widersprach: Ein solcher Saal werde den Besucher dazu bringen, das Museum selbst zu bewundern, und die Skulpturen würden zu seinem Schmuck. Der König unterstützte Schinkel. Im April achtzehnhundertneunundzwanzig verlor Hirt seinen Einfluss in der Kommission und schied aus ihr aus – ein Jahr vor der Eröffnung der Einrichtung, für die er sich mehr als drei Jahrzehnte eingesetzt hatte. Waagen wurde der erste Direktor der Gemäldegalerie des Museums.
Am dritten August achtzehnhundertdreißig eröffnete das Gebäude als Königliches Museum – als erstes öffentliches Museum Berlins und ganz Preußens. Besucher wurden an zwei Tagen in der Woche kostenlos eingelassen. Altes Museum nannte man es erst später, als daneben das Neues Museum entstand.
Die Sammlungen passten bald nicht mehr in ein einziges Gebäude. Im Jahr achtzehnhunderteinundvierzig ordnete der nächste König, Friedrich Wilhelm IV., an, den Museen den gesamten nördlichen Teil der Insel zu überlassen. Hinter dem Altes Museum stand damals der Packhof – Lagerhäuser und Büros der Flusszollbehörde. Man riss sie nach und nach ab und errichtete auf dem frei gewordenen Gelände vier weitere Museen. Das letzte von ihnen, das Pergamonmuseum, wurde im Jahr neunzehnhundertdreißig eröffnet. So erhielt die nördliche Hälfte der Flussinsel ihren wörtlich zu nehmenden Namen: Hier werden die Sammlungen von fünf Museen aufbewahrt, erforscht und der Öffentlichkeit gezeigt.
Im Kolonnadenhof steht heute eine Marmorbüste von Aloys Hirt. Im Altes Museum befindet sich weiterhin Schinkels Rotunde, wegen der Hirt die Museumskommission verließ.
Praktisch vor Ort
Die Insel ist frei zugänglich; die Museen haben eigene Öffnungszeiten und Eintrittskarten, viele Di–So etwa 10:00–18:00. Das Pergamonmuseum ist bis zur geplanten Wiedereröffnung am 04.06.2027 vollständig geschlossen.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Route endet im Freien und erfordert keinen Eintritt in die Ausstellungen. Wenn Sie weitermachen möchten, wählen Sie ein Museum, prüfen Sie Zugang und Reservierung gesondert und nehmen Sie sich dafür ausreichend Zeit.
