Stopp 7 von 7

Mauerpark

Das Finale zeigt, wie die Bewohner freigewordenes Land von einer Baulandreserve in einen öffentlichen Park verwandelten.

15 Min.
Graffiti im Mauerpark in Berlin
Singlespeedfahrer · CC0; cropped/resized for app
1234567

0 von 7 erledigt

Audioguide · aufgenommene StimmeOrtsgeschichte anhören

Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Breite Wiese
  • Amphitheater im Hang
  • Fragment der inneren Mauer
  • Pflaster der Schwedter Straße

Die Geschichte des Ortes

Textgröße

Der Park nimmt einen breiten Streifen der ehemaligen Grenze ein, der einst für freie Sicht leer gehalten wurde. Seine frühere Breite ist in der Wiese erhalten, und das alte Pflaster der Schwedter Straße kam unter dem Asphalt hervor und wurde zum Hauptweg. In den Hang beim Stadion ist ein Amphitheater eingebaut, weiter hinten blieb ein langes Fragment der inneren Mauer erhalten – heute zwischen Spielen, Musik und dem Sonntagsmarkt.

Im Februar neunzehnhundertneunzig bestand die DDR noch, die Grenzanlagen entlang der Schwedter Straße standen weiterhin, und für das frei gewordene Land musste bereits eine Entscheidung getroffen werden. Die Grüne Partei in der DDR und die Umweltvereinigung Grüne Liga schlugen dem Berliner Runden Tisch vor, den ehemaligen Grenzstreifen in einen Landschaftspark zu verwandeln. Der Runde Tisch war ein vorübergehendes Forum, in dem alte Organisationen der DDR und neue Bürgerbewegungen über die nähere Zukunft der Stadt verhandelten.

Für die Bewohner des benachbarten Prenzlauer Bergs war dieses Land nicht als Symbol wichtig. In den dicht bebauten Vierteln rund um die Schönhauser Allee entfielen auf jeden Menschen etwa zwei Zehntel Quadratmeter Grünfläche, gegenüber einem städtischen Richtwert von fünfzehn. Während die Beamten den Vorschlag berieten, begannen die Bewohner, das Brachland mit Bäumen zu besetzen.

Im April veranstalteten der Ost-Berliner Grafiker Manfred Butzmann und zwei seiner Kollegen, Anna Franziska Lobeck und Peter Schwarzbach, die Aktion Mauer Land Lupine. Sie setzten sich dafür ein, dass der frei gewordene Streifen nicht in Baugrundstücke aufgeteilt, sondern als zusammenhängender Park erhalten wurde. Die Künstler gewannen die Grüne Liga, die Bewohner beider Teile Berlins und die Grenztruppen der DDR dafür. Die Soldaten halfen beim Eggen des Bodens und säten gemeinsam mit den Künstlern entlang der Schwedter Straße Lupinen. Noch kurz zuvor durfte man diesen Ort nicht ohne Genehmigung betreten, doch nun bereiteten Grenzsoldaten denselben Boden für Blumen vor.

Butzmann hatte vor, anstelle des Betonstreifens einen gelben Streifen durch Berlin zu ziehen. Das gelang nicht: Einen Teil der Samen fraßen Vögel, einen Teil Kaninchen, und viele Abschnitte der ehemaligen Grenze wurden später bebaut. Hier fiel das Ergebnis anders aus. Die Bezirksversammlung unterstützte den Erhalt des freien Landes, die Bewohner setzten die Pflanzungen gemeinsam mit dem Gartenamt fort und begannen, den künftigen Park zu entwickeln. Das Grundstück ließ sich auch deshalb leichter schützen, weil es vor dem Bau der Mauer größtenteils unbebaut geblieben war: Häuser und Höfe mussten hier kaum an die früheren Eigentümer zurückgegeben werden.

Zwei Jahre später übertrug man das Projekt dem Landschaftsarchitekten Gustav Lange. Er ließ eine breite Wiese in den früheren Ausmaßen des Grenzstreifens, baute ein Amphitheater in den Hang beim Stadion ein und bewahrte rund dreihundert Meter der inneren Mauer. Arbeiter entfernten den Asphalt der Grenzpatrouillenstraße und legten das alte Pflaster der Schwedter Straße frei; heute verläuft dort der Hauptweg. Im Herbst neunzehnhundertvierundneunzig eröffnete der erste Teil des Mauerparks – des „Mauerparks“.

Den breiten leeren Raum, den die Grenzsoldaten für freie Sicht freigehalten hatten, nahmen Spiele, Straßenmusiker und Sonntagskaraoke im Amphitheater ein; daneben entstand ein Flohmarkt. Butzmanns Lupinen blieben nicht erhalten. Zwischen dem Mauerpark und dem Falkplatz stehen bis heute Rosskastanien und Simon-Pappeln, die von den ersten Pflanzungen des Jahres neunzehnhundertneunzig geblieben sind.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktEnde der Route
Eintrittvon außen
In Karten öffnen

Der Mauerpark ist als öffentlicher Raum geöffnet; Markt, Karaoke und Veranstaltungen hängen vom Tag und von der Jahreszeit ab.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Wählen Sie für eine ruhige Besichtigung eine Zeit ohne größere Veranstaltungen. Wenn Sie den Markt oder Karaoke erleben möchten, prüfen Sie vorab den aktuellen Terminplan: Die Regelmäßigkeit der Veranstaltungen kann sich ändern.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Beenden Sie Ihren Spaziergang auf der Wiese, wo der leere Raum des Grenzstreifens zu einem Ort städtischen Lebens wurde.

Stopp 7 von 7Ende der Route

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Berliner Mauer an der Bernauer Straße“ — 7 Stopps, etwa 2 km, etwa 2–3 Std..

Ohne App Store und Google Play

Guide On Map als App installieren

Ein Symbol erscheint auf dem Startbildschirm; die Website öffnet sich ohne Browseroberfläche.

Android · Chrome
  1. Wenn unten „Jetzt installieren“ erscheint, tippe darauf und bestätige.
  2. Falls die Schaltfläche fehlt: Menü ⋮ → „App installieren“.
iPhone · Safari
  1. Tippe unten in Safari auf „Teilen“.
  2. Wähle „Zum Home-Bildschirm“ und dann „Hinzufügen“.
Symbol auf dem BildschirmVollbildmodusOffline-RoutenSpazierfortschritt