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Nikolajevska crkva

Николајевска црква

Der Kirchhof bewahrt die Spur eines Lehrers, den die Ermittler freisprachen, der aber dennoch aus der Militärgrenze ausgewiesen wurde.

20 Min.
Kirche mit hohem Glockenturm, umgeben von Bäumen und alten Häusern.
Dekanski · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Steinerne Kirche
  • Kirchhof
  • Pfarrhaus an der Stelle der Schule
  • Gedenktafel für Joakim Vujić

Die Geschichte des Ortes

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Die steinerne Nikolajevska crkva ersetzte hier eine frühere Holzkirche: Sie wurde Mitte des achtzehnten Jahrhunderts für die orthodoxe Gemeinde von Zemun errichtet. Die Gemeinde bestand nicht nur aus Gottesdiensten: Im Kirchhof gab es eine Grundschule für die Kinder orthodoxer Familien, die von der Gemeinde selbst unterhalten wurde; heute steht an ihrer Stelle ein Pfarrhaus. Das Patrozinium bezieht sich auf das Gedenken an die Übertragung der Reliquien des Nikolaus von Myra. Für eine Stadt, deren Handel auf der Donau beruhte, war er der Schutzpatron jener, die auf dem Wasser auf Reisen gingen, und im Inneren wird bis heute ein Partikel seiner Reliquien aufbewahrt.

Im Sommer achtzehnhundertsechs kam der Lehrer und Übersetzer Joakim Vujić nach Zemun und beabsichtigte, über die Save zu wechseln. Am anderen Ufer kämpften die Aufständischen Karađorđes gegen das Osmanische Reich, und Vujić hoffte, bei ihnen eine Stelle zu bekommen. Er konnte die Grenze nicht überschreiten. So musste er in Zemun bleiben und mit Privatunterricht in Französisch und Italienisch seinen Lebensunterhalt verdienen.

Im Januar achtzehnhundertsieben stellte die orthodoxe Gemeinde ihn als Lehrer an der serbischen Grundschule bei der Nikolajevska crkva ein. Die Schule stand direkt im Kirchhof. Die Gemeinde unterhielt damals die Klassen, bezahlte die Lehrer und entschied, was die Kinder orthodoxer Familien lernen würden. Die steinerne Kirche daneben wurde zwischen siebzehnhundertfünfundvierzig und siebzehnhundertzweiundfünfzig an der Stelle einer früheren Holzkirche errichtet.

Die Schulen leitete der Zemuner Protopresbyter Mihailo Pejić, das Oberhaupt der orthodoxen Gemeinde, das für die Ordnung in der Pfarrei verantwortlich war. Vujić wollte seine Übersetzungen drucken lassen und dachte weiterhin an Serbien. Im Herbst achtzehnhundertacht löste die Gemeinde nach einem Konflikt mit Pejić den Vertrag mit dem Lehrer auf. Vujić blieb in der Stadt und lebte die folgenden fünf Monate von den Einkünften aus Privatunterricht.

Dann erschienen anonyme Pamphlete gegen den Protopresbyter, und sie wurden dem entlassenen Lehrer zugeschrieben. Bei einer Durchsuchung von Vujićs Zimmer fand man eine Partie Kalender, die für den Versand nach Serbien vorbereitet war. Der Militärverwaltung des Grenzorts Zemun reichte das aus, um eine geheime Verbindung zu den Aufständischen und zu Karađorđe zu vermuten.

Später behauptete Vujić, Pejić habe ihn zum Staatsfeind erklärt. Die Dokumente beweisen nicht, dass gerade der Protopresbyter seine Verhaftung erwirkte. Der Ausgang ist bekannt: Die Ermittler stellten keine Schuld fest, doch Vujić verbrachte mehrere Monate im Gefängnis von Zemun. Dort übersetzte er Der junge Robinson und die Erzählung Alexis und Nadine. Nach seiner Freilassung verbot ihm das Militärkommando, im gesamten Gebiet der Militärgrenze zu leben, und ließ ihn unter Bewachung in sein Heimatstadt Baja bringen. Bereits im folgenden Jahr erschienen beide Gefängnisübersetzungen in Buda. Später führte Vujić Theaterstücke in serbischer Sprache auf und leitete das erste ständige serbische Theater.

Das vollständige Patrozinium der Kirche lautet Übertragung der Reliquien des Nikolaus von Myra. Nikolaus war Bischof von Myra in Lykien; Christen verehrten ihn als Schutzpatron der Reisenden und Seeleute. Im Jahr eintausendachtundsiebzig brachten Menschen aus dem italienischen Bari seine sterblichen Überreste aus Myra fort und in ihre Stadt. Das Gedenken an diese Übertragung wurde zu einem eigenen kirchlichen Feiertag. Die Pfarrei in der Handelsstadt an der Donau erhielt einen himmlischen Schutzpatron für jene, die auf dem Wasser auf Reisen gingen. Heute werden hier weiterhin Gottesdienste gefeiert, und im Inneren wird ein Partikel der Reliquien des Nikolaus von Myra aufbewahrt.

Das Gebäude der alten Schule ist nicht erhalten geblieben. An seiner Stelle steht ein Pfarrhaus, und an der Wand hängt eine Tafel mit dem Namen Joakim Vujić und den Jahren seiner Tätigkeit hier – von achtzehnhundertsieben bis achtzehnhundertneun.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort20 Min.
Nächster PunktGardoš: Treppen und der Rand der Festung
Eintrittvon außen

Aktive orthodoxe Kirche; der Zugang zum Inneren hängt von den Gottesdiensten und den Regelungen der Gemeinde ab. Eine Außenbesichtigung von der Straße und vom Hof ist möglich, wenn der Zugang geöffnet ist.

Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Dies ist eine aktive orthodoxe Kirche: Treten Sie leise ein, gehen Sie nicht vor Betenden vorbei und erkundigen Sie sich vor Ort nach den Regeln für Aufnahmen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie um den Kirchhof herum und beginnen Sie den Aufstieg über die Treppen des Gardoš.

Stopp 4 von 8Weiter: Gardoš: Treppen und der Rand der Festung

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Zemun: Altstadt und Donauufer“ — 8 Stopps, ≈4,0 km, 3–3,5 Stunden.

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