Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Klassizistisches Haus Nummer drei
- Fassade des alten Magistrats
- Städtisches Gebäude Nummer eins
- Ausgang zur Gospodska ulica
Die Geschichte des Ortes
Auf dem Platz an der Gospodska ulica ist die strenge klassizistische Fassade der alten Stadtverwaltung erhalten. In diesem Haus behandelte man Gerichtsverfahren, leitete die Polizei, stellte Bedienstete ein und überwachte Markt und Nachtwachen: Die Entscheidungen von hier betrafen Laden, Werkstatt und Handelsgeschäfte. Später wurde die Verwaltung verlegt, in den Mauern zog das Gericht ein, und der Name des Platzes blieb vom früheren Hausherrn erhalten. Heute arbeitet die Stadtverwaltung nebenan, doch der alte Magistrat steht weiterhin unter der Nummer drei.
Das klassizistische Haus unter der Nummer drei wurde für den städtischen Magistrat gebaut. Im März achtzehnhundertachtundvierzig zwangen die Einwohner von Zemun den Magistrat, seine Befugnisse niederzulegen. Sie verlangten eine gewählte Verwaltung anstelle von Beamten, die vom Militärkommando abhängig waren, und wählten sofort einen Rat aus dreißig Personen.
Als Magistrat bezeichnete man hier die Stadtverwaltung, die zugleich die Polizei leitete und Gerichtsverfahren behandelte. Zemun gehörte zur Militärgrenze – einem Streifen von Siedlungen der Habsburgermonarchie, die der militärischen Ordnung unterstanden. Über dem Magistrat stand das Generalkommando. Gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts ernannte es bereits den Stadtvorsteher aus den Reihen der Offiziere, meist Hauptleute.
Für einen Einwohner von Zemun begann der Streit über die Ordnung des Magistrats lange vor den politischen Parolen. Hier wurden Schulden und Verträge behandelt, städtische Bedienstete ernannt sowie Markt und Nachtwachen überwacht. Vom Beschluss der Beamten hingen Laden, Werkstatt und Handelsgeschäft ab. Und diese Beamten auszuwechseln bedeutete, sich gegen die militärische Befehlskette zu stellen, die sie ernannte.
Im Frühjahr achtzehnhundertachtundvierzig gingen Revolutionen durch ganz Europa. Die Einwohner von Zemun nutzten den Moment, um die städtischen Angelegenheiten den gewählten Vertretern zurückzugeben. Doch damit war der Konflikt nicht beendet. Im Mai proklamierten serbische Abgeordnete in Sremski Karlovci die autonome Serbische Wojwodschaft und schufen das Hauptvolkskomitee – eine provisorische Regierung. In Zemun wählte man ein eigenes Komitee aus sieben Personen. Diese sieben wollten die tägliche Verwaltung den neuen gewählten Einrichtungen unterstellen.
Das Komitee nahm dem Magistrat die Verwaltungs- und Polizeiaufgaben ab und übernahm Finanzen und städtische Wirtschaft. In Polizeischriftstücken begann man Serbisch zu verwenden, während der Magistrat die Rechtsprechung weiterhin auf Deutsch führte. Der Sprachwechsel war ganz praktisch: Eine Beschwerde, eine Anordnung oder ein Protokoll konnte nun jemand lesen, der zuvor einen Übersetzer gebraucht hätte.
Das Generalkommando verlangte die Rückkehr des früheren Magistrats. Am neunundzwanzigsten November achtzehnhundertachtundvierzig wurde er wiederhergestellt, doch die Wahlen vom März ließen sich nicht mehr vollständig aufheben: Neben den alten Beamten blieben vierundzwanzig gewählte Ratsmitglieder im Amt. So entstanden zwei gleichzeitig bestehende Ordnungen. Dem Magistrat blieb das Gericht, während das siebenköpfige Komitee über Polizei, Finanzen und Wirtschaftsangelegenheiten verfügte. Im Dezember übernahm es sogar die Aufgaben des örtlichen Militärkommandos.
Damit beschränkten sich die Einwohner von Zemun nicht darauf, die Menschen hinter den Schreibtischen auszuwechseln. Sie teilten die Befugnisse einer Einrichtung auf, die zuvor Stadtverwaltung, Polizei und Gericht vereint hatte. Mehrere Monate lang entschied das von ihnen gewählte Komitee, wem die Bediensteten unterstanden und in welcher Sprache die Dokumente abgefasst wurden.
Die Entscheidung brachte das Militärkommando. Im August achtzehnhundertneunundvierzig wurde Zemun dem Kroatisch-Slawonischen Kommando in Zagreb unterstellt. Am dreiundzwanzigsten August stellte das siebenköpfige Komitee seine Arbeit ein. Gegen Ende des Jahres wurde die frühere Ordnung des Magistrats wiederhergestellt, und Zemun wurde nicht Teil der damals geschaffenen Serbischen Wojwodschaft. Die von den Einwohnern gewählten Räte hatten die Stadt zwar eine Zeit lang verwaltet, konnten diese Befugnisse jedoch nicht behalten.
All dies geschah in dem erhaltenen klassizistischen Haus unter der Nummer drei, das einige Jahre vor der Revolution für den Magistrat gebaut worden war. Die Stadtverwaltung war hier bis achtzehnhunderteinundsiebzig untergebracht, danach zog das Gericht in das Gebäude ein. Von diesem Haus erhielt der Platz den Namen Magistratski trg. Der alte Magistrat steht unter der Nummer drei, und die heutige Stadtverwaltung arbeitet daneben, unter der Nummer eins.
Praktisch vor Ort
Offener Stadtplatz; die Gebäude und Einrichtungen ringsum haben eigene Öffnungszeiten.
Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Geschichte dieser Station lässt sich vom Platz aus erschließen; rechnen Sie nicht mit einem Zugang zu den Verwaltungsgebäuden und versperren Sie nicht den Durchgang an der Kreuzung.
