Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Kirchenfassade
- Kuppel
- Marmorikonostase
- Glockenturm
Die Geschichte des Ortes
Hinter der Fassade mit Glockenturm und Kuppel befindet sich die aktive Kirche der Gemeinde von Dorćol. Mit dem Bau des heutigen Gebäudes begann man vor den Balkankriegen, doch die Bauarbeiten ruhten lange und wurden erst nach dem Ersten Weltkrieg abgeschlossen. Im Inneren ist eine Marmorikonostase erhalten, die König Alexander I. aus Oplenac hierher übergab.
Im Jahr achtzehnhundertsechsundsiebzig trat der pensionierte russische General Michail Tschernjajew in den serbischen Dienst, um im Krieg gegen das Osmanische Reich die Truppen zu befehligen. Mit russischen Freiwilligen brachte man eine Feldkirche nach Serbien: ein Gestell aus Metallstangen, eine Zeltbespannung, eine hölzerne Ikonostase, Ikonen und zwei kleine Glocken. Sie ließ sich zerlegen, auf Wagen verladen und neben einem Armeelager aufstellen. Sie begleitete die Freiwilligen an die Deligrad-Front.
Viele der Angereisten waren Berufsoffiziere. Für diesen Krieg mussten sie zeitweise ihren Abschied nehmen. Kaiser Alexander II. erlaubte den Rückkehrern, ihren Rang und ihren Platz im Regiment zu behalten: Davon hingen Sold und weitere Laufbahn ab. Die Garantie galt nur bei einer Rückkehr. Die Freiwilligen erlitten schwere Verluste, die serbische Armee wurde bei Đunis besiegt, und nach dem Waffenstillstand kehrte die Mehrheit der Russen nach Hause zurück. Die Kirchengeräte blieben in Belgrad.
Die Feldkirche war Alexander Newski geweiht. So nannte man den Nowgoroder Fürsten Alexander Jaroslawitsch nach seinem Sieg über das schwedische Heer an der Newa im Jahr zwölfhundertvierzig. Die russische Kirche sprach den Fürsten heilig, und die Armee verehrte ihn als ihren Schutzpatron. Im Jahr achtzehnhundertsechsundsiebzig verwies dieser Name auch auf Kaiser Alexander II., der den Offizieren die Reise nach Serbien erlaubt hatte.
Die Bewohner von Dorćol bemühten sich gerade um eine eigene Gemeinde. Sie erhielten die Geräte der Militärkapelle und bauten im Jahr achtzehnhundertsiebenundsiebzig eine kleine Kirche mit Holzgerüst und Ziegelausfachung. Sie stand östlich von hier, an der Kreuzung von Cara Dušana und Dubrovačka. Die Bewohner von Dorćol bewahrten die Weihe an Alexander Newski in Erinnerung an die Menschen, die den Feldaltar hierhergebracht hatten.
Vierzehn Jahre später beschloss der Stadtrat, auf diesem Grundstück eine moderne Grundschule zu errichten. Die Kirche ragte etwa einen halben Meter über die neue Baulinie des Viertels hinaus. Der Belgrader Metropolit Michail verlangte, zunächst einen Ersatz zu bauen; die Stadtverwaltung versprach dies innerhalb von drei Jahren, doch im Jahr achtzehnhunderteinundneunzig zerlegten Arbeiter die alte Kirche.
Drei Jahre lang hielt die Gemeinde ihre Gottesdienste in der Kathedrale St. Michael ab, zog dann in das Haus des Heiligen Sava und ab dem Jahr neunzehnhundertzwei in einen Raum der Dorćol-Schule. Es kam buchstäblich dazu: Die Schule nahm den Platz der Kirche ein, und die Kirchengemeinde zog in die Schule ein. Auf ihrem offiziellen Siegel hieß sie die ganze Zeit Donaukapelle Alexander Newski.
Den Grundstein für das heutige Gebäude legte man im Jahr neunzehnhundertzwölf. Die Balkankriege und der Erste Weltkrieg stoppten die Arbeiten; die Bauleute kehrten erst im Jahr neunzehnhundertsiebenundzwanzig hierher zurück. Im Jahr neunzehnhundertdreißig wurde die Kirche geweiht, und nach neununddreißig Jahren in fremden Räumen hatte die Gemeinde wieder ein eigenes Gebäude.
Heute ist dies eine aktive Kirche der Serbisch-Orthodoxen Kirche. Die Zeltbespannung und das Metallgerüst der Feldkirche gibt es hier nicht, und die heutige Marmorikonostase übergab König Alexander I. aus Oplenac. Von der Militärkapelle blieb am Fassadenname Alexander Newski erhalten. Er stand auf dem Kirchensiegel selbst dann, als die Bewohner von Dorćol keine Kirche hatten.
Praktisch vor Ort
Aktive orthodoxe Kirche; Öffnung, Gottesdienste und Aufnahmen richten sich nach dem Gemeindebetrieb. Eine freie touristische Besichtigung wird nicht garantiert.
Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Treten Sie leise ein, sofern kein Gottesdienst oder keine Einschränkungen bestehen; betrachten Sie den Innenraum als Raum einer aktiven Gemeinde, nicht als Museumsausstellung.
