Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Steinturm an der Donau
- Kanonen-Schießscharten
- Reproduktionen der Charta des Rigas
- In die Wand gemeißelte Namen
Die Geschichte des Ortes
Der Turm wurde um vierzehnhundertsechzig an den Flusspforten der Unterstadt neben dem Hafen errichtet. In seinen dicken Mauern sind Kanonen-Schießscharten erhalten: Von hier aus kontrollierte man den östlichen Zugang über die Donau. Als man den Hafenkanal zuschüttete und der Hafen seine frühere Rolle verlor, machte die osmanische Garnison den Turm zu einem Gefängnis. Hinter den Steinmauern hängen heute Kopien der Charta des Rigas, und die Namen der Gefangenen sind eingemeißelt.
Nebojša ist nicht der Name eines Besitzers. Der Sinn des alten Beinamens lautet „die Furchtlose“. So nannte man den Hauptturm der Burg des serbischen Herrschers Stefan Lazarević. Nach dessen Zerstörung im Herbst sechzehnhundertneunzig übertrug man den Namen auf diesen Turm an der Donau. Zuvor kannten Reisende ihn als Nebojša-Turm.
Er wurde um vierzehnhundertsechzig am Eingang zum Hafen der Unterstadt errichtet. Kanonen in den Schießscharten deckten den Zugang aus dem Osten. Später verlor der Hafen an Bedeutung, der Kanal wurde zugeschüttet, und die osmanische Garnison richtete den dickwandigen Turm als Gefängnis ein. So gelangte Ende des achtzehnten Jahrhunderts ein Mann hierher, der die Ordnung auf dem Balkan mithilfe von Druckerschwärze verändern wollte.
Rigas Velestinlis, heute als Rigas Fereos bekannt, war ein griechischer Verleger und Organisator eines Aufstands gegen das Osmanische Reich. Seinen Lebensunterhalt verdiente er zuvor als Sekretär an den Höfen der Herrscher der Walachei – eines Fürstentums auf dem Gebiet des heutigen Rumänien. Er übersetzte Bücher, zeichnete Karten und kannte das Umfeld griechischer Kaufleute gut, über das Manuskripte, Geld und gedruckte Blätter zwischen Städten transportiert werden konnten.
In Wien bereitete Rigas den Entwurf einer Republik für die Völker des Osmanischen Reiches vor. In seiner Verfassung hingen die Bürgerrechte nicht von Glauben oder Herkunft ab. Zusammen damit druckte er einen Aufruf zum Aufstand, das Revolutionslied „Thourios“ und die gewaltige zwölfblättrige Charta des Rigas. Sie sah aus wie eine gelehrte Karte mit antiken Städten, Münzen und Schlachtplänen. Bei den Verhören bezeichnete die österreichische Polizei ihre Herstellung bereits als Teil eines revolutionären Vorhabens.
Ende siebzehnhundertsiebenundneunzig schickte Rigas Kisten mit gedrucktem Material nach Triest. Er wollte über die Adria auf die Mani-Halbinsel gelangen, wo er hoffte, einen Aufstand zu beginnen. Die Kisten wurden abgefangen, und Rigas selbst wurde gleich nach seiner Ankunft verhaftet. Mehrere Monate verbrachte er bei Verhören in Triest und Wien.
Dann sonderte die österreichische Verwaltung acht Verhaftete aus, die als osmanische Untertanen galten: Rigas und seine sieben Gefährten. Man legte sie in Ketten und brachte sie nach einem dreizehntägigen Transport nach Zemun – damals eine österreichische Grenzstadt gegenüber von Belgrad. Am nächsten Tag übergab der Konvoi die Gefangenen dem osmanischen Statthalter. Von der Grenze trennte sie nur der Fluss, und das nächstgelegene zuverlässige Gefängnis war der ehemalige Hafenturm, der Nebojša-Turm.
Etwa vierzig Tage hielt man die Gefangenen hier fest und folterte sie. In der Nacht zum vierundzwanzigsten Juni siebzehnhundertachtundneunzig wurden Rigas und seine sieben Gefährten erdrosselt. Ihre Leichen warf man in die Donau. Keiner der acht erlebte den Aufstand, auf den sie sich vorbereitet hatten, und keiner von ihnen hinterließ ein Grab.
Der Polizei gelang es, einen Teil der gedruckten Charta des Rigas zu vernichten, doch die gesamte Auflage verschwand nicht. Von eintausendzweihundertzwanzig Exemplaren haben sich bis heute einige Dutzend erhalten. Nach der Restaurierung des Turms richtete man im Inneren eine Dauerausstellung ein: An den Wänden brachte man Reproduktionen der Charta des Rigas an, daneben meißelte man die Namen von Rigas und den sieben, die zusammen mit ihm starben.
Hinter dem Turm verläuft die Linie des ehemaligen Hafens. Von hier aus hielten die Kanonen einst den Eingang von der Donau her; über dieselbe Flussgrenze brachte man die acht Gefangenen hierher, und in demselben Fluss verschwanden ihre Leichen.
Praktisch vor Ort
Von außen als Punkt der Route zugänglich; der Nebojša-Turm normalerweise Mi-So 11:00-19:00 im Sommer / 10:00-17:00 im Winter.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Planen Sie einen Besuch des Innenraums gesondert und prüfen Sie den Zugang im Voraus. Ist der Turm geschlossen, gehen Sie um den zugänglichen äußeren Teil herum und beachten Sie seine Lage am ehemaligen Hafeneingang.
