Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Mehrstöckiger Backsteinbau
- Bogenöffnungen im Erdgeschoss
- Gusseisen- und Stahlstützen im Inneren
Die Geschichte des Ortes
Der Name „Palau de Mar“ – „Palast des Meeres“ – setzte sich für das Gebäude nach dem Umbau der alten Docks durch. Einen Palast hat es hier nie gegeben. Die ersten siebzig Jahre hieß der Backsteinbau Magatzems Generals de Comerç. Am ersten Juli neunzehnhundertzwei eröffnete die Hafenverwaltung ihn für Güter, die auf dem Seeweg in Barcelona ankamen.
Hafenarbeiter brachten Säcke, Ballen und Fässer durch die Bögen hinein. Aufzüge und Förderbänder hoben sie in die oberen Stockwerke, und daneben verlegte Gleise verbanden das Lagerhaus mit der Eisenbahn. Das wichtigste Erzeugnis, das von hier ausgehen konnte, war jedoch Papier – ein Lagerschein oder Warrant.
Mit einem solchen Dokument ließ ein Händler die Ware unter der Aufsicht des Lagerhauses und brachte den Schein zur Bank. Kaffee, Baumwolle oder Wein waren noch nicht verkauft, doch auf ihre Sicherheit konnte bereits Geld für den nächsten Einkauf beschafft werden. Zahlte der Händler die Schuld nicht zurück, fiel die Ware dem Gläubiger zu. Von der Genauigkeit der Waagen und der Lagerbuchführung hing ab, ob hinter dem Blatt Papier tatsächlich die im Dokument genannten Fässer und Ballen standen.
Im Jahr neunzehnhundertvier begann wegen dieser Scheine ein Konflikt zwischen zwei Verwaltern fremder Güter. Die Hafenverwaltung gab Warrants für Waren in ihren Lagerhäusern aus. Das Privatunternehmen Crèdit i Docks de Barcelona, das mit Lagerung und Darlehen gegen Warenpfand Geld verdiente, verlangte, dem Konkurrenten diese Tätigkeit zu verbieten. Die Regierung lehnte ab: Hafenverwaltungen durften Lagerscheine ausstellen, auch wenn es ihnen verboten war, aus eigenen Mitteln Darlehen gegen ihre eigenen Papiere zu vergeben.
Das Unternehmen erhielt das Verbot, das es anstrebte, nicht. Doch sechs Jahre später übertrug ihm die Hafenverwaltung die Leitung dieser Lagerhäuser. Die Kaufleute belehnten weiterhin die hier liegende Ware, und Crèdit i Docks de Barcelona erhielt den Bau selbst, dessen Geschäfte es zuvor angefochten hatte.
Für seine Hauptaufgabe war das Gebäude unpraktisch: Die Fracht musste auf mehrere Stockwerke verteilt werden. Nach dem Bürgerkrieg ging die gewerbliche Nutzung zurück, und einen Teil der Räume bezog die bewaffnete Zollwache, das Cuerpo de Carabineros. Danach verschwanden die Hafenlager ringsum, während dieses Gebäude als einziges Gebäude des alten Industriehafens von Barcelona blieb.
Im Februar neunzehnhundertsechsundneunzig eröffnete in einem Teil des Baus das Museu d'Història de Catalunya. Es gab keine fertige alte Sammlung, für die erst Räume gefunden werden mussten: Zuerst entstanden das Museum und die Dauerausstellung; die eigene Sammlung von Dokumenten und Gegenständen bildete sich später, auch durch Schenkungen.
Im Inneren sind die ursprünglichen Gusseisen- und Stahlstützen erhalten. Früher trugen sie die Stockwerke mit den belehnten Waren; heute befindet sich zwischen ihnen eine Ausstellung, für die im Lauf der Zeit bereits Museumsobjekte zusammengetragen wurden.
Praktisch vor Ort
Offiziell: Di–Sa 10:00–19:00, Mi 10:00–20:00, So/Feiertage 10:00–14:30; Eingang und Kasse schließen 30 Minuten vorher; Mo und einzelne Feiertage geschlossen.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Geschichte des Lagerhauses lässt sich auch von außen verstehen. Wenn Sie das Museum besuchen oder weiter hinaufgehen möchten, planen Sie dafür zusätzliche Zeit ein und kehren Sie anschließend zur Route zurück.
