Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Teakholzwände
- Gemeinsamer Korridor
- Innentreppe
- Geschnitzte Wandpaneele
Die Geschichte des Ortes
Der größte Raum der Jim Thompson House stand einst auf der anderen Seite des Kanals. Im Jahr neunzehnhundertsiebenundfünfzig wollte einer der Weber aus Ban Khrua das alte Familienhaus durch ein neues ersetzen. Jim Thompson, ein amerikanischer Händler, der am Verkauf der Seide dieser Gemeinschaft verdiente, vereinbarte, das Holzgebäude zu übernehmen. Es wurde in einzelne Wände zerlegt und über das Wasser gebracht.
Thompson benötigte Platz für Gemälde, Bronzen und Keramik, die er mit den Einnahmen seiner Seidenfirma kaufte. Dem Haus des Webers fügte er fünf weitere alte thailändische Bauten hinzu. Zimmerleute aus Ayutthaya setzten sie auf dem Grundstück aus fertigen Teakholzsegmenten zusammen, die ohne Nägel verbunden wurden. Das entstandene Haus bildete kein früheres Gebäude nach: Thompson verband sechs verschiedene Häuser mit einem gemeinsamen Korridor, richtete eine Innentreppe ein und ließ die geschnitzten Wandpaneele mit der Außenseite zu den Räumen hin drehen, damit das Ornament von innen sichtbar war.
Am dritten April neunzehnhundertneunundfünfzig zog er hier ein. Das Haus diente ihm als Wohnung, Ausstellungsraum und Ort für Empfänge. Einige Jahre später führten Freiwillige bereits morgens Besucher durch die Räume, und die Einnahmen wurden für wohltätige Zwecke gespendet. Thompson beabsichtigte, das Haus und die Sammlung der Siam Society zu vermachen – einer wissenschaftlichen Vereinigung, die die Geschichte und Kunst des Landes erforschte.
Fünf steinerne Buddhaköpfe änderten diesen Plan. Im Jahr neunzehnhundertzweiundsechzig stellte das Fine Arts Department die Rechtmäßigkeit ihres Erwerbs infrage. Nach einem Polizeibesuch übergab Thompson die umstrittenen Skulpturen dem Nationalmuseum Bangkok. In einem zwei Jahre später geschriebenen Brief erklärte er, man habe ihm versprochen, die Köpfe zurückzugeben, doch die Versprechen seien nicht erfüllt worden. Aus Sorge vor weiteren Beschlagnahmungen verkaufte der Sammler einen Teil der thailändischen buddhistischen Skulpturen und widerrief das Vermächtnis zugunsten der Siam Society. Die fünf Köpfe kehrten nicht mehr in dieses Haus zurück.
Am siebenundzwanzigsten März neunzehnhundertsiebenundsechzig verschwand Thompson während einer Reise nach Malaysia. Sieben Jahre später erklärte ihn ein Gericht für tot, und sein Neffe Henry Thompson wurde Erbe. Er hätte über das Haus und die verbliebenen Werke getrennt verfügen können, übergab sie jedoch einer Stiftung, die zur Bewahrung der Sammlung in Thailand gegründet worden war. Im Jahr neunzehnhundertfünfundsiebzig wurden Haus und Sammlung als Nationalmuseum registriert.
Fast alles, was von Thompsons Sammlung übrig blieb, steht noch immer in seinen Räumen. Und der größte von ihnen ist das ehemalige Haus eines Webers aus Ban Khrua, das für die Sammlung über den Kanal gebracht wurde – eine Sammlung, die ihr Besitzer beinahe verkauft hätte und nach seinem Verschwinden doch nicht zerstreuen ließ.
Praktisch vor Ort
Täglich geöffnet 10:00–17:00; die letzte Führung beginnt um 17:00; das Haupthaus nur mit Führung.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Das Haupthaus wird mit einem Museumsführer besichtigt; Besuchsbedingungen und verfügbare Sprachen bitte gesondert erfragen.
