Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Hoher zentraler Prang
- Vier kleine Prangs
- Alter Saal für Mönchsweihen
- Fort Wichaiprasit
Die Geschichte des Ortes
Das buddhistische Kloster Wat Arun steht direkt am Ufer der Chao Phraya. Sein zentraler Prang war als Hauptreliquienschrein der neuen Hauptstadt gedacht; die Turmform verweist auf den heiligen Berg Meru, und die vier kleineren Prangs ringsum entsprechen den vier Teilen der buddhistischen Welt. Seitlich ist ein deutlich niedrigerer Ubosot erhalten, ein Saal für Mönchsweihen, der schon hier stand, bevor der Tempel innerhalb die Grenzen des Palasts fiel.
Im Jahr siebzehnhundertsiebenundsechzig führte Phraya Tak (Taksin), Heerführer und Gouverneur der Provinz Tak, seine Truppe aus dem belagerten Ayutthaya. Die frühere Hauptstadt wurde kurz darauf zerstört. Er zog nach Osten, sammelte in Chanthaburi Menschen und Vorräte, kehrte zurück und nahm den Birmanen die Festung Thonburi wieder ab. Nun brauchte er einen Ort, von dem aus sich der zerfallene Staat halten ließ.
Thonburi passte genau zu einem Mann mit einem kleinen Heer. Es war eine befestigte Flussstadt an der Route zum Meer. Die vorhandenen Forts ließen sich mit den Kräften verteidigen, die Phraya Tak (Taksin) hatte; sollte der Gegner stärker sein, konnte man die Menschen auf Schiffe setzen und sich nach Chanthaburi zurückziehen. Er wählte ein Gelände an der Mündung des Khlong Bangkok Yai und beim alten Fort Wichai Yen, befestigte das Fort erneut und nannte es Fort Wichaiprasit. Daneben stand bereits das kleine Kloster Wat Makok.
Nach der Tempelüberlieferung erreichten die Boote von Phraya Tak (Taksin) Wat Makok bei Tagesanbruch. Er versprach, das Kloster wiederherzustellen, und gab ihm den Namen Wat Chaeng – Tempel der Morgenröte. Der Tagesanbruch gehört in dieser Geschichte zur Überlieferung; der alte Tempel bestand schon lange vor der Ankunft des Heerführers.
Phraya Tak (Taksin) krönte sich zum König Taksin und baute seinen Palast unmittelbar südlich des Klosters. Die Palastgrenze schloss Wat Chaeng ein. Taksin verbot den Mönchen, innerhalb dieser Grenze zu leben: Der Tempel wurde zu einem Palastheiligtum nach dem Vorbild des königlichen Tempels der früheren Hauptstadt. Hier blieb keine Klostergemeinschaft zurück, doch gerade hier stellte der König das Heiligtum auf, das seine neue Hauptstadt begleiten sollte.
Im Jahr siebzehnhundertneunundsiebzig brachte der Heerführer Chao Phraya Chakri (Rama I.) aus Vientiane den Smaragd-Buddha und das Bildnis Phra Bang. Taksin stellte beide Figuren in Wat Chaeng auf. In nur zwölf Jahren durchlief das alte Kloster am Ufer den Weg von einem Provinztempel zu einem abgeschlossenen Palastheiligtum mit dem Hauptbild des Königreichs.
Die Entscheidung fiel im Jahr siebzehnhundertzweiundachtzig. Taksin wurde nahe seinem Palast gestürzt und hingerichtet. Chao Phraya Chakri (Rama I.) wurde Rama I., verlegte seine Residenz ans gegenüberliegende Ufer und nahm den Smaragd-Buddha dorthin mit. Wat Chaeng verlor zugleich den Hof und sein wichtigstes Heiligtum.
Für die Mönche bedeutete das die Rückkehr. Der Sohn von Rama I., der spätere Rama II., lebte im ehemaligen Palast Taksins und begann damit, Mönchszellen zu errichten. Nach fünfzehn Jahren des Verbots ließ sich die Gemeinschaft wieder im Tempel nieder. Als König setzte Rama II. die Wiederherstellung fort, formte eigenhändig ein Gesichtsmodell für das Hauptbild des Buddha und gab dem Kloster den Namen Wat Arun. Arun ist die thailändische Form des Namens Aruna, der Verkörperung der Morgenröte in der indischen Tradition. Der neue Name bewahrte die Morgenröte des alten Wat Chaeng.
Den riesigen Prang, der heute zu sehen ist, hat Taksin nicht gesehen. Ein Prang ist eine turmartige Stupa zur Aufbewahrung buddhistischer Reliquien. Zu seiner Zeit stand hier ein etwa sechzehn Meter hoher Turm. Rama II. plante, an seiner Stelle den Hauptreliquienschrein der neuen Hauptstadt zu errichten, starb jedoch, bevor der Plan vollendet war. Sein Sohn Nangklao (Rama III.) brachte den Prang auf seine heutige Größe. Der zentrale Turm stellt den heiligen Berg Meru dar; die vier kleineren Prangs um ihn herum entsprechen den vier Teilen der buddhistischen Welt.
Neben diesem späteren gewaltigen Bau ist ein kleiner Ubosot erhalten geblieben – der alte Saal für Mönchsweihen, der schon vor Taksin bestand. Im Inneren wird eine breite Plattform aus einer einzigen Holzbohle aufbewahrt, die man mit seinen Meditationsübungen verbindet. Gleich hinter der südlichen Mauer liegt sein ehemaliger Palast mit Fort Wichaiprasit. Dort befindet sich heute das Hauptquartier der Königlich Thailändischen Marine. Im Palast gibt es keinen König mehr, im Tempel keinen Smaragd-Buddha, und die Mönche leben dort, von wo Taksin ihnen einst befohlen hatte fortzugehen.
Praktisch vor Ort
Tourism Authority of Thailand: täglich 08:00–18:00, Eintrittskarte 200 Baht; gesonderte Bereiche und den Aufstieg bitte am Eingang prüfen.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Der Eintritt in den Tempelkomplex wird gesondert bezahlt; Treppen und zugängliche Terrassen können steil sein, steigen Sie daher nur dort hinauf, wo der Zugang geöffnet ist.
