Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Nördlicher Eingang
- Platte links vom Eingang
- Altes Mauerwerk des Minaretts
- Wiederhergestellter Abschluss des Minaretts
Die Geschichte des Ortes
Auf der linken Seite der Nordtür ist der Name des Auftraggebers dieser Moschee in den Stein gemeißelt. al-Ustad ar-Rais Muhammad ibn Abu Bakr bekleidete Ende des elften Jahrhunderts das Amt eines Rais und war für die Steuern der Stadt, den Markt und Handelsangelegenheiten zuständig. Indem er anordnete, hier einen Ort für das gemeinsame Gebet einzurichten, hinterließ er seinen Namen auf der Fassade; aufgrund dieser Aufzeichnung gilt die Moschee als das früheste islamische Gebäude in Baku mit bekannter Bauzeit und bekanntem Auftraggeber. Am unteren Teil des Minaretts ist altes Mauerwerk zu sehen, darüber befindet sich die später wiederhergestellte Spitze.
Im Sommer des Jahres eintausendsiebenhundertdreiundzwanzig führte General Michail Matjuschkin Truppen nach Baku, denen Peter I. befohlen hatte, den Hafen am Kaspischen Meer zu besetzen. Der Kaiser fürchtete, dass die Osmanen die Stadt zuvor einnehmen würden. Matjuschkin legte ein Schreiben des persischen Gesandten vor und erklärte, er sei gekommen, um Baku vor Aufständischen zu schützen.
Der Sultan von Baku, Muhammad Husain Beg – so wurde der Herrscher der Festung genannt – wollte die Stadt für den safawidischen Schah Tahmasp den Zweiten halten. Er weigerte sich, die Tore zu öffnen: Der Gesandte hatte sein Schreiben bereits in Russland verfasst, und ein Befehl des Schahs selbst lag nicht vor. Matjuschkin antwortete, indem er vier Bataillone landete und die Stadt vom Land und vom Meer aus beschoss.
Sieben Schiffe stellten sich in einem Halbkreis vor der Mauer am Meer auf. Am ersten Tag feuerten die Artilleristen vierundneunzig Bomben auf Baku. Das Feuer dauerte noch mehrere Tage. Eine der Granaten traf den oberen Teil des Minaretts der Muhammad-Moschee – des Turms, von dem der Muezzin die Stadtbewohner zum Gebet rief – und spaltete ihn.
In der Nacht vor dem angesetzten Sturm trieb ein starker Wind die Schiffe vom Ufer fort. Die Verteidiger nutzten die Atempause und besserten die durchbrochenen Abschnitte der Festungsmauer aus. In der städtischen Überlieferung wurde aus dieser Episode eine unmittelbare Vergeltung: Kaum hatte die Granate das Minarett getroffen, da trug der Sturm die Angreifer aufs Meer hinaus. Der Bericht eines Teilnehmers des Feldzugs bietet eine weniger glückliche Auflösung. Am Morgen sandte Matjuschkin ein neues Ultimatum. Er wusste, dass der Mörtel in den hastig zugemauerten Breschen noch nicht getrocknet war, und drohte, nach dem Sturmangriff niemanden zu verschonen. Es verging keine Stunde, da erschienen weiße Flaggen auf den Türmen am Meer.
Am sechsundzwanzigsten Juli ergab sich Baku. Matjuschkins Soldaten besetzten die Tore und Wachposten, während man die bisherige Garnison in russischen Dienst übernahm. Der General selbst erhielt für die Einnahme der Stadt einen neuen Dienstgrad. Muhammad Husain Beg wurde später der geheimen Korrespondenz mit Gegnern der neuen Garnison beschuldigt, verhaftet und zusammen mit seinen drei Brüdern und seinem Besitz nach Astrachan geschickt.
Die Stadtbewohner nannten das beschädigte Minarett Sınıqqala – den „gebrochenen Turm“ –, und dieser Name ging auf die ganze Moschee über. Den oberen Teil stellte man bis zur Mitte des neunzehnten Jahrhunderts nicht wieder her. Der heutige Abschluss des Minaretts ist ein Ergebnis späterer Reparaturarbeiten, doch der Name blieb von dem Treffer des Jahres eintausendsiebenhundertdreiundzwanzig.
Eine andere Bezeichnung des Gebäudes bewahrt die Platte links vom nördlichen Eingang. Die Inschrift berichtet, dass al-Ustad ar-Rais Muhammad ibn Abu Bakr im Jahr eintausendachtundsiebzig oder eintausendneunundsiebzig den Bau der Moschee anordnete. Muhammad ist hier der Auftraggeber, nicht der Prophet. Ein Rais war ein Stadtoberhaupt: Er war für Steuern, Märkte und Handelsgeschäfte zuständig. Er richtete in der Stadt, die er verwaltete, einen Gebetsort ein und ließ seinen Namen in die Fassade einmeißeln. Die Inschrift blieb erhalten, daher gilt die Moschee als das früheste islamische Gebäude in Baku, dessen Datum und Auftraggeber genau bekannt sind.
Praktisch vor Ort
Von außen jederzeit zugänglich; ein verlässlicher Regelbetrieb für touristische Besuche des Innenraums ist nicht veröffentlicht.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Verlässlicher touristischer Zugang zum Inneren ist nicht garantiert; richten Sie Ihren Stopp daher auf die Außenbesichtigung aus. Respektieren Sie die gottesdienstliche Bestimmung des Gebäudes und versperren Sie nicht den schmalen Durchgang.
