Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Sieben Säulen des Nordflügels
- Repräsentativer Eingang
- Nischen in der Ostwand
- Marmorsäulen der Westfassade
Die Geschichte des Ortes
Einst lag hinter dem repräsentativen Eingang ein großer offener Hof, umgeben von hundert Säulen, und an seine Größe erinnern heute sieben Säulen des Nordteils der Westfassade. In der Ostwand blieben Vertiefungen des zweigeschossigen Magazins erhalten, in die Schränke mit Papyrusrollen eingesetzt wurden. An den Seiten arbeitete man mit Texten, las und schrieb sie ab, und in den Eckräumen mit steinernen Sitzplätzen fand Unterricht statt. Hier trafen Lehrer, Studenten, Schreiber und städtische Beamte zusammen, die Bücher oder Dokumente brauchten.
In den Jahren einhunderteinunddreißig bis einhundertzweiunddreißig schenkte der römische Kaiser Hadrian, der darauf hinarbeitete, Athen zum kulturellen Zentrum seines Reiches zu machen, der Stadt diesen riesigen Komplex. Er betrachtete die griechische Bildung als Mittel, die Völker vom Atlantik bis Mesopotamien zu verbinden, und machte Athen damals zugleich zum Zentrum des Panhellenion, eines Bundes griechischer Städte im östlichen Mittelmeerraum.
Für die Athener war Bildung auch eine Einnahmequelle. Lehrer lebten von den Zahlungen ihrer Schüler, auswärtige Studenten gaben hier das Geld aus, das sie von ihren Familien erhielten. Hadrian gab diesem Handel mit Wissen kaiserliche Dimensionen. Neben dem alten Stadtzentrum ließ er einen Hof mit hundert Säulen und einem einzigen repräsentativen Eingang anlegen. Im Ostflügel wurden literarische Werke und städtische Dokumente aufbewahrt, an den Seiten befanden sich Räume zum Lesen und Abschreiben von Handschriften, und in den Eckräumen mit Reihen steinerner Sitzplätze hielten Lehrer Vorlesungen.
Ein Buch konnte man damals nicht einfach am Buchrücken aus dem Regal ziehen. Der Text wurde auf einer Papyrusrolle festgehalten, die Rolle kam in eine Holzkiste oder einen Schrank, und der Schrank wurde in eine der Nischen des zweigeschossigen Bücherdepots eingesetzt. Für vorläufige Notizen benutzte man Wachstafeln. Menschen kamen hierher, um ein Dokument zu bekommen, arbeiteten an einer Kopie, hörten einem Lehrer zu oder stritten nach einer Vorlesung. Der Name „Hadriansbibliothek“ bezeichnet nur eine Funktion des Komplexes, nennt aber genau den Menschen, der ihn bezahlte.
Die Athener erwiderten Hadrian dies mit Ehrungen und verehrten ihren Schutzherrn sogar im Parthenon als Gottheit. Der Kaiser verband seinen eigenen Namen mit dem wichtigsten Gut der Stadt – der Bildung; Lehrer und Schreiber erhielten Räume, und die städtischen Beamten einen Ort für das Archiv.
Im Jahr zweihundertsiebenundsechzig plünderten die Heruler Athen und beschädigten den Komplex schwer. Später reparierten Menschen die Mauern, errichteten im ehemaligen Hof Kirchen und zerlegten alte Teile zu Stein. Von der südlichen Hälfte der Westfassade ist fast nichts erhalten; am Eingang stehen noch sieben Säulen des Nordflügels. In der Ostwand sind noch die Nischen zu sehen, in denen die Schränke standen. Die Schränke selbst und die Rollen sind hier längst nicht mehr vorhanden.
Praktisch vor Ort
1. April – 31. August: 8:00–20:00; 1.–15. September: 8:00–19:30; 16.–30. September: 8:00–19:00; 1.–15. Oktober: 8:00–18:30; 16.–31. Oktober: 8:00–18:00; 1. November – 31. März: 8:00–15:00; letzter Einlass 30 Minuten vorher; geschlossen am 1. Januar, Ostersonntag, 1. Mai sowie am 25. und 26. Dezember. Die Öffnungszeiten können sich ändern, prüfen Sie die Website.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Der Zugang zum archäologischen Gelände richtet sich nach dessen Regelung; einen beträchtlichen Teil der Fassade kann man von außen ohne gesonderten Besuch betrachten.
