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Worauf achten
- Geschnitzte Arkaden
- Innenhöfe
- Geschäftstüren
- Räume des ehemaligen Kollegs
Die Geschichte des Ortes
Am Haupthof stehen geschnitzte steinerne Durchgänge neben Spuren eines langen und recht groben Umbaus. Nach der Schließung des Kollegs gab man die Räume einem Heim für ausgesetzte Kinder, dann teilte man die Anlage in acht Besitztümer auf. Die neuen Eigentümer rissen drei Seiten der Hauptgalerie ab und errichteten mitten im Hof zweistöckige Büros. Später fasste man die Parzellen wieder zusammen, restaurierte die Anlage und verkaufte erneut einzelne Räume; hinter den heutigen Türen sind Räume des ehemaligen Lehrhauses erhalten geblieben.
Hinter den geschnitzten Arkaden befinden sich heute Geschäfte, Cafés und Restaurants. Als Kreuzgänge bezeichnet man überdachte Galerien um Innenhöfe. Der historische Name gehört den Jesuiten: Ihr katholischer Orden heißt offiziell Gesellschaft Jesu. Hier befanden sich das Colegio de Santiago und das Juniorat des Ordens – ein Haus, in dem junge Ordensmitglieder ausgebildet wurden.
Alles begann mit dem Testament von Diego Hernández Hidalgo. Dieser wohlhabende Encomendero aus Arequipa bezog Einkünfte aus städtischem Besitz und aus einer Encomienda – dem ihm verliehenen Recht, von einer ihm zugeordneten indigenen Bevölkerung Abgaben einzuziehen. Er wollte die Jesuiten nach Arequipa holen und als Gründer ihres Kollegs in Erinnerung bleiben. Dafür vermachte Hernández Hidalgo dem Orden elftausendfünfhundertachtzig Pesos und elf Geschäftsräume. Die Bedingungen waren persönlich: Er sollte in der künftigen Kirche bestattet werden, und der Gedenktag des Apostels Santiago sollte jährlich begangen werden. Auf Spanisch lautet sein Name Santiago; deshalb erhielt das Kolleg genau diesen Namen.
Am sechsundzwanzigsten Juli eintausendfünfhundertachtundsiebzig unterzeichnete Hernández Hidalgo sein Testament und starb am folgenden Tag. Das Dokument setzte eine Frist: Wenn die Jesuiten nicht rechtzeitig ein Haus eröffneten, sollte das Vermögen anderen Wohlfahrtseinrichtungen zufallen. José de Acosta, der Leiter der Jesuiten in Peru und Befürworter eines Kollegs in Arequipa, schickte zwei Ordensbrüder hierher. Am sechzehnten August nahmen sie die vermachten Besitztümer in Empfang und kauften ein Grundstück für die Kirche.
Die Jesuiten beeilten sich und begannen, sich einzurichten, bevor sie alle Genehmigungen erhalten hatten. Francisco de Toledo, der Vizekönig von Peru, der die Schließung des ohne Genehmigung gegründeten Hauses verlangte, befahl, den Eingang zuzumauern und das Eigentum einzuziehen. Das Kapital des verstorbenen Stifters wurde beschlagnahmt, und das versprochene Kolleg bestand nur wenige Wochen.
Pedro Mejía, der Bevollmächtigte des Ordens, reichte bei der Königlichen Audienz von Lima Beschwerde ein und verlangte, die Rechte der Jesuiten an dem vermachten Eigentum anzuerkennen. Der Streit gelangte bis zum spanischen König. Im Februar eintausendfünfhundertzweiundachtzig erlaubte Philipp II., in Arequipa ein Kolleg und eine Kirche zu gründen, und der neue Vizekönig Martín Enríquez ordnete an, das Eingezogene zurückzugeben. Das Geld und die Geschäftsräume von Hernández Hidalgo flossen schließlich doch in das Colegio de Santiago.
Die allerersten Bauten sind nicht mehr erhalten: Ein Erdbeben desselben Jahres eintausendfünfhundertzweiundachtzig zerstörte sie. Die heutigen Arkaden und Höfe errichteten die Jesuiten deutlich später – die Arbeiten dauerten vom Ende des siebzehnten Jahrhunderts bis eintausendsiebenhundertachtunddreißig.
Nach der Schließung des Kollegs brachte man hier ein Heim für ausgesetzte Kinder unter. Im Jahr eintausendneunhunderteinundzwanzig verlegte man das Heim in ein neues Gebäude, teilte die Kreuzgänge in acht Parzellen auf und verkaufte sie. Die Eigentümer rissen drei Seiten der Hauptgalerie ab und errichteten mitten im Hof zweistöckige Büros. Im Jahr eintausendneunhunderteinundsiebzig fasste die Zentrale Hypothekenbank die Parzellen wieder zusammen, restaurierte die Anlage und verkaufte erneut einzelne Räume. Deshalb befinden sich hinter den heutigen Geschäftstüren Räume des ehemaligen Kollegs, und über den Höfen ist der Name des Ordens erhalten geblieben, für den Diego Hernández Hidalgo sein Vermögen hingab.
Praktisch vor Ort
In der Regel tagsüber über gewerblich genutzte Räume zugänglich; für die Gesamtanlage gibt es keine einheitlichen offiziellen Öffnungszeiten.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Bleiben Sie auf den offenen Durchgängen: Teile der historischen Anlage können unterschiedliche Eigentümer haben und unterschiedlich zugänglich sein. Verwechseln Sie die heutige Nutzung der Räume nicht mit der ursprünglichen Anlage des Kollegs.
