Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Fassade aus dem achtzehnten Jahrhundert
- Alte Türen
- Stammbaum über dem Eingang
- Fünf Kantutablüten
Die Geschichte des Ortes
Am vierundzwanzigsten Juni eintausendsiebenhundertsechsunddreißig erwarben der Kaufmann Domingo Carlos Tristán del Pozo und seine Frau Ana María Carasa dieses Grundstück. Zwei Jahre später stand hier ihr städtischer Wohnsitz – die heutige Casa Tristán del Pozo. Das Haus trägt bis heute den Namen seines ersten Eigentümers.
Domingo kam aus Cádiz, um in Südamerika sein Glück zu suchen. Er handelte zwischen den Pazifikhäfen und Oberperu; zu seinen Tätigkeiten gehörte auch die Vermittlung auf dem örtlichen Sklavenmarkt. Im Jahr eintausendsiebenhundertsiebenunddreißig verkaufte er in Arequipa im Auftrag eines anderen Händlers fünf versklavte Menschen. Auch im eigenen Haushalt hielten Domingo und Ana María Sklaven: Drei erhielt die Frau mit ihrer Mitgift, zwei führte der Mann bei der Eheschließung unter seinem Besitz auf.
In diesem Haus erzog Domingo Andrea, der er den Nachnamen Tristán gab. Archivunterlagen nennen ihre Herkunft nicht. Ein Forscher der Familienunterlagen hält sie für eine wahrscheinliche uneheliche Tochter Domingos: Eine andere solche Tochter erkannte er in seinem Testament an, Andrea nicht. Deshalb wurde ihre Stellung in der Familie durch eine Mitgift und eine arrangierte Ehe gefestigt.
Domingo wählte ihr einen Bräutigam: Urbano Adriasola, den unehelichen Sohn seines Geschäftspartners. Der Eintrag über ihre Ehevereinbarung ist in einem notariellen Protokoll aus dem Jahr eintausendsiebenhundertsiebenundfünfzig erhalten, obwohl das Blatt mit dem genauen Datum des Geschäfts verloren ist. Andrea erhielt zweitausendsechshunderteinundsechzig Pesos. Zu dieser Summe gehörte das fünfjährige versklavte Mädchen Cayetana, das auf zweihundertfünfzig Pesos geschätzt wurde.
So bestimmte ein Dokument das Schicksal beider. Andrea ging mit eigenem Kapital und dem Nachnamen des Hauseigentümers in die Ehe. Cayetana ging in das Eigentum des neuen Haushalts über; was danach mit ihr geschah, verrät der Eintrag nicht.
Die Familie Tristán besaß das Herrenhaus etwa vierzig Jahre lang. Im Jahr eintausendsiebenhundertachtundsiebzig verkaufte ein Erbe es an den Bischof, doch der Name des Erbauers blieb erhalten. Seit eintausendneunhundertvierundsiebzig gehört das Haus einer Bank, und heute befindet sich in seinen vorderen Sälen eine Galerie arequipanischer Malerei. Die Fassade und die alten Türen sind aus dem achtzehnten Jahrhundert erhalten.
Über dem Eingang ist der Stammbaum Christi eingemeißelt: Fünf Kantutablüten tragen Medaillons mit Joachim, Anna, Maria, Josef und Jesus. Unter diesem steinernen Bild der Familie hinterließ das Archiv des Haushalts einen anderen Eintrag: Andrea trägt bereits den Nachnamen Tristán, und neben dem Namen der fünfjährigen Cayetana steht ein Preis.
Praktisch vor Ort
Die Fassade ist jederzeit zugänglich. Der zuvor von der Stiftung veröffentlichte Galeriebetrieb: Montag–Freitag 09:00–12:00 und 16:00–18:00, Samstag 09:00–13:00; vor dem Besuch ist eine Bestätigung erforderlich.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Fassade lässt sich unabhängig von den Öffnungszeiten der Galerie betrachten. Die Innenhöfe gehören zu einem separaten Kulturraum; gehen Sie daher nicht hinter geschlossene Türen und Absperrungen.
