Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Der bronzene Brunnen
- Die Trompeterfigur
- Die Portale an den Seiten des Platzes
- Die lange Fassade der Kathedrale von Arequipa
Die Geschichte des Ortes
An den Rändern des Platzes ziehen sich Portale entlang, und in der Mitte steht ein bronzener Brunnen. Die spanischen Gründer bestimmten diesen Raum für die wichtigsten Angelegenheiten der Stadt: Hier versammelte man das Militär, verkündete Beschlüsse des Rates, empfing Amtsträger, zogen Prozessionen vorbei und wurde Markt gehalten. Früher erhob sich in der Mitte ein steinernes Zeichen des königlichen Gerichts, und daneben befanden sich Rathaus und Gefängnis. Das Wasser führte man von einem Bewässerungsgraben zum Brunnen, und das Becken umgab man einst sogar mit Ketten, damit Lasttiere nicht hineinkletterten.
Der Name der Figur auf der Spitze des Brunnens ist volkstümlich. „Tuturutu“ gibt drei kurze Trompetentöne wieder. Wen die Trompeterfigur darstellte, ist nicht genau geklärt. Im achtzehnten Jahrhundert nannte der Chronist aus Arequipa Ventura Travada sie einen Engel und eine Allegorie des Ruhms, die Nachrichten verbreitet; damals hatte die Statue noch Flügel. Später gingen sie verloren, und die Figur hielt man für einen Soldaten oder einen städtischen Ausrufer. Es gibt auch eine Überlieferung über einen Boten des Inka Maita Cápac, der trompetete, um Menschen wegen Neuigkeiten und Vorräten zusammenzurufen. Es handelt sich tatsächlich nur um eine Überlieferung: Dokumente über einen solchen Menschen gibt es nicht.
Dagegen ist der Platz für den Trompeter nachvollziehbar gewählt. Die spanischen Gründer bestimmten diesen Platz für die wichtigsten öffentlichen Angelegenheiten der Stadt. Ursprünglich hieß er Plaza Mayor – Hauptplatz. Der Name Plaza de Armas hängt mit den militärischen Versammlungen und Aufstellungen zusammen, die auf solchen Plätzen stattfanden. Hier verlas man Beschlüsse des Stadtrats, empfing Amtsträger, veranstaltete Prozessionen und hielt einen Markt ab, der bis zum Jahr neunzehnhundertdreißig betrieben wurde. Daneben befanden sich Rathaus und Gefängnis. Vor dem Brunnen stand in der Mitte eine Picota – eine steinerne Säule, die das königliche Gericht und den Ort öffentlicher Bestrafung kennzeichnete.
Den bronzenen Brunnen schenkte der Stadt der Bischof Juan Cavero de Toledo. Er wurde im Jahr siebzehnhundertfünfunddreißig eröffnet. Das Wasser führte man durch einen Kanal von einem Bewässerungsgraben heran; um das Becken spannte man Ketten, damit Lasttiere nicht hineinkletterten. Tuturutu stand über dem Vorrat an Stadtwasser, mit einer Trompete in der Hand – dort, wo Nachrichten, Befehle und Urteile von allen gehört werden sollten.
Am achtzehnten Februar achtzehnhundertsechsunddreißig verkündete man auf dem Platz das Urteil über einen Mann, der noch ein Jahr zuvor Peru geführt hatte. Felipe Santiago Salaverry war Berufsoffizier: Die Armee verschaffte ihm Einkommen, Stellung und einen raschen Aufstieg. Mit achtundzwanzig Jahren erhob er sich gegen Präsident Luis José de Orbegoso und erklärte sich zum Oberhaupt der Republik. Salaverry bemühte sich um die Anerkennung seiner Regierung; Orbegoso wollte sein Amt zurückerlangen und rief den Präsidenten Boliviens, Andrés de Santa Cruz, zu Hilfe, der darauf hoffte, die beiden Länder zu einer Konföderation zu vereinen.
Salaverry führte seine Truppen nach Süden, erlitt aber nahe Arequipa in der Schlacht bei Socabaya eine Niederlage. Er versuchte, zur Küste zu entkommen. General Guillermo Miller, der einen Teil der Truppen von Santa Cruz befehligte, versprach den Gefangenen, ihr Leben zu schonen. Als Salaverry von dieser Zusicherung erfuhr, leistete er bei seiner Festnahme kaum Widerstand. Miller war jedoch nicht berechtigt, ein solches Versprechen zu geben.
Ein Kriegsrat verurteilte Salaverry und acht seiner Offiziere zum Tod. Santa Cruz wurde gebeten, die Hinrichtung aufzuheben, doch er ordnete an, das Urteil auf der Plaza de Armas vor einer großen Menschenmenge zu vollstrecken. Bevor Salaverry vor das Erschießungskommando trat, schrieb er einen Protest gegen das Gericht, verfasste ein Testament und bat um eine Feder für einen letzten Brief an seine Frau. Er bat sie, sich um die Kinder zu kümmern, die nun ohne seinen Unterhalt blieben. Mit neunundzwanzig Jahren wurden Salaverry und acht seiner Gefährten hier erschossen.
Nach ihrem Tod konnte Santa Cruz die Peruanisch-Bolivianische Konföderation gründen, doch die Hinrichtung entfremdete ihm sogar einen Teil seiner früheren Unterstützer. Die Konföderation bestand etwa drei Jahre.
Der Brunnen mit Tuturutu stand am Tag der Erschießung bereits in der Mitte des Platzes. Später wurde er abgebaut, umgestaltet und zurückgebracht, doch der Trompeter steht wieder an derselben Stelle, über dem Raum, wo den Stadtbewohnern einst sowohl Feierlichkeiten als auch Todesurteile verkündet wurden.
Praktisch vor Ort
Rund um die Uhr; einzelne Durchgänge und der Bereich des Brunnens können während städtischer Veranstaltungen gesperrt sein.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die gesamte Station ist auf dem Platz zugänglich, ohne ein Gebäude betreten zu müssen. Betrachten Sie den Brunnen vom Rand aus und berücksichtigen Sie die ständige Bewegung der Menschen um ihn herum.
