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Zuiderkerk

Zuiderkerk

Sie zeigt, wie Stadtbeamte den leeren Kirchensaal nutzten, als der gewöhnliche Bestattungsdienst nicht mehr zurechtkam.

25 Min.
Der hohe Turm der Zuiderkerk mit Glockenturm und Spitze vor blauem Himmel.
Supercarwaar · CC BY-SA 3.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Kirchenschiff
  • Grab von Hendrick de Keyser
  • Tafel an der Außenwand

Die Geschichte des Ortes

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Zuiderkerk bedeutet „die südliche Kirche“. Zu Beginn des siebzehnten Jahrhunderts baute der Amsterdamer Magistrat reformierte Kirchen für die rasch wachsende Stadt und gab ihnen Namen nach den Himmelsrichtungen. Diese Kirche entwarf der Stadtarchitekt Hendrick de Keyser als erste in Amsterdam eigens für den protestantischen Gottesdienst. Im Jahr sechzehnhundertelf betraten die Gemeindemitglieder sie. De Keyser selbst wurde später im Inneren beigesetzt.

Bis zum zwanzigsten Jahrhundert waren es im alten Zentrum weniger Gemeindemitglieder geworden. Am zwölften September neunzehnhundertneunundzwanzig hielt die reformierte Gemeinde hier ihre letzte Zeremonie ab – eine Trauung. Danach lagerte die Niederländische Bibelgesellschaft Papier für den Druck von Bibeln in dem leeren Saal.

Im Winter neunzehnhundertvierundvierzig bis neunzehnhundertfünfundvierzig wurde das kalte Gebäude für etwas anderes gebraucht. Im besetzten Amsterdam fehlte es an Lebensmitteln, Brennstoff und Medikamenten. Die Besatzer beschlagnahmten Autos und Pferde, Totengräber waren erschöpft oder bei Razzien weggebracht worden, und Holz für Särge war fast keines mehr übrig. Die gesetzlich festgelegte Frist von fünf Tagen für Beerdigungen konnte nicht eingehalten werden; manche Familien behielten Verstorbene drei Wochen lang zu Hause.

Am dreißigsten Januar neunzehnhundertfünfundvierzig gründete die Stadtverwaltung das Städtische Bestattungsamt. Es wurde vom Architekten Constant Feltkamp geleitet, der bei nahezu stillstehendem Transportwesen die Warteschlange der Leichen abarbeiten sollte. Er wählte die Zuiderkerk als zentrales Leichenhaus: Der große ungeheizte Saal blieb kalt, und die Lüftung erneuerte, solange Strom geliefert wurde, dreimal pro Stunde die Luft.

Feltkamps Mitarbeiter teilten das Kirchenschiff mit Latten und harten Holzfaserplatten in Abteile. In jedem lagen zehn bis zwanzig Verstorbene, an deren Körper sie Kennzeichnungsanhänger befestigten. Zwanzig Beamte führten Aufzeichnungen, und fünf Boten trugen Nachrichten durch die Stadt, weil die Telefone nicht funktionierten. Von der Kirche fuhren Lastwagen nach Fahrplan zu sieben Friedhöfen.

Das Amt bestellte einhundert wiederverwendbare Särge mit aufklappbarem Boden. Über dem Grab öffnete man die Bodenklappen, ließ den Körper hinab und brachte den Sarg zum nächsten Verstorbenen. Damit die Angehörigen das nicht sahen, schloss man die Friedhöfe für die Dauer solcher Beisetzungen. Abschied nehmen sollte man zu Hause; danach holten Mitarbeiter den in ein Laken gewickelten Körper ab.

Private Bestattungsunternehmer widersetzten sich Feltkamps Anordnungen. Sie lebten von den Gebühren für Beerdigungen und fürchteten, das städtische Amt werde ihnen auch nach dem Krieg die Kunden wegnehmen. Manche bestellten heimlich verbotene geschlossene Särge und brachten Verstorbene auf Handkarren oder Fahrrädern fort. Das Amt organisierte dennoch rund zweitausendachthundert Beerdigungen; gleichzeitig befanden sich bis zu einhundertfünfunddreißig Leichen in der Zuiderkerk.

Am siebenundzwanzigsten August neunzehnhundertfünfundvierzig wurde das Leichenhaus geschlossen. Die Trennwände und die Bestattungsausrüstung sind nicht mehr im Inneren: Heute finden hier Konzerte, Vorträge, Hochzeiten und Geschäftstreffen statt. An der Außenwand ist eine Tafel mit den genauen Monaten erhalten geblieben – von Februar bis August neunzehnhundertfünfundvierzig war dies eine städtische Kammer für Verstorbene.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort25 Min.
Nächster PunktEnde der Route
Eintrittvon außen

Die Zuiderkerk dient derzeit als Veranstaltungsort und Mietlocation; ein regelmäßiger freier Eintritt oder der Aufstieg auf den Turm wird auf der offiziellen Seite von I amsterdam nicht bestätigt. Prüfen Sie vor dem Besuch aktuelle Veranstaltungen und einzelne Führungen.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die Kirche wird für Veranstaltungen genutzt, daher sind Eintritt und Aufstieg auf den Turm nicht garantiert. Warten Sie nicht darauf, dass sich die Türen öffnen: Die Außenbesichtigung schließt die Erzählung vollständig ab.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Beenden Sie den Spaziergang an der Außenplakette mit den Monaten, in denen das städtische Leichenhaus in Betrieb war.

Stopp 7 von 7Ende der Route

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Der alte Hafen und das mittelalterliche Zentrum von Amsterdam“ — 7 Stopps, 2 km, 2–3 Stunden.

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