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Noordermarkt

Noordermarkt / Noorderkerk

Der Marktplatz zeigt, wie zwei städtische Arbeiter einen Untergrundaufruf auf die Straße trugen.

12 Min.
Noordermarkt: Station eines Spaziergangs durch den Amsterdamer Grachtengürtel.
Alf van Beem · Public Domain (PD-self); cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Noorderkerk
  • Bronzetafel an der Außenwand
  • Marktstände

Die Geschichte des Ortes

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Den Namen Noordermarkt erhielt der Platz von der Nordkirche, an deren Mauern er grenzt. Zweimal in der Woche nehmen Marktstände den Raum um die Kirche ein; gegen Abend werden sie abgebaut, und die Kirche ist wieder vollständig zu sehen. An der Außenwand ist eine Bronzetafel mit einer ausführlichen Aufzeichnung über einen Abend auf dem Platz angebracht.

Montags und samstags werden rund um die Noorderkerk Marktstände aufgestellt. Zunächst nannten die städtischen Ratsherren diesen Platz Prinsenmarkt – Markt an der Prinsengracht –, doch die Amsterdamer nahmen den offiziellen Namen nicht an. Als im Jahr sechzehnhundertdreiundzwanzig die Noorderkerk, die Nordkirche, eröffnet wurde, begann man auch den Platz nach ihr Noordermarkt – Nordmarkt – zu nennen. Vier Jahre später verlegte man die Händler mit Töpfen und alter Kleidung hierher. Sie breiteten ihre Waren neben dem Friedhof der Kirche aus. Die heutigen Märkte setzen die Tätigkeit fort, die hier vor fast vier Jahrhunderten begann.

Die wichtigste Versammlung auf dem Noordermarkt fand am Montag, dem vierundzwanzigsten Februar neunzehnhunderteinundvierzig statt. Am Vortag war Willem Kraan, Brückenarbeiter beim städtischen Dienst der Öffentlichen Arbeiten, in der Nähe des jüdischen Viertels und sah eine Razzia. Deutsche Polizisten ergriffen vierhundertsiebenundzwanzig junge jüdische Männer. Sie wurden nach Buchenwald und Mauthausen gebracht; zwei überlebten den Krieg.

Kraan erzählte seinem Kameraden Piet Nak, was er gesehen hatte. Nak fegte die Straßen beim städtischen Städtischen Reinigungsdienst. Beide waren Mitglieder der von den Besatzern verbotenen Kommunistischen Partei der Niederlande und setzten sich dafür ein, dass städtische Arbeiter die Stadt aus Protest gegen die Razzia zum Stillstand bringen sollten.

Zunächst zögerten die Genossen. Kraan und Nak mussten den Aufruf vielen Arbeitern auf einmal bekannt machen und setzten deshalb eine öffentliche Versammlung auf dem Noordermarkt an. Bis sechs Uhr abends hatten sich hier etwa zweihundertfünfzig Menschen versammelt – vor allem Beschäftigte des Reinigungsdienstes und der Öffentlichen Arbeiten. Nak stieg auf einen Wagen und forderte seine Kollegen auf, am nächsten Tag nicht zur Arbeit zu kommen. Er riskierte sein dauerhaftes städtisches Einkommen und seine Freiheit; die Partei arbeitete bereits im Untergrund, und die Versammlung fand mitten auf dem offenen Platz statt.

In der Nacht druckten Parteimitglieder Flugblätter mit dem dreifachen Aufruf: „Streikt! Streikt! Streikt!“ Am Morgen des fünfundzwanzigsten Februar stellten die Straßenbahnarbeiter als Erste die Arbeit ein, danach die Arbeiter der städtischen Dienste. Fabriken, Werften, Geschäfte und Büros schlossen sich ihnen an. Am nächsten Tag erreichte der Streik Haarlem, Zaandam, Hilversum, Weesp und Utrecht.

Deutsche Einheiten unterdrückten ihn innerhalb von zwei Tagen. Neun Menschen starben, vierundzwanzig wurden schwer verletzt, Hunderte von Teilnehmern wurden festgenommen. Piet Nak wurde im Gebäude des Städtischen Reinigungsdienstes ergriffen und während der Verhöre geschlagen. Die Besatzer begriffen nicht, dass sie einen der Organisatoren vor sich hatten, und ließen ihn nach zwei Wochen frei. Nach weiteren Verhaftungen ging Nak in den Untergrund und überlebte den Krieg. Willem Kraan setzte den Widerstand fort. Im November neunzehnhunderteinundvierzig wurde er festgenommen und ein Jahr später zusammen mit zweiunddreißig Gefangenen auf dem Flugplatz Soesterberg erschossen. Er war dreiunddreißig Jahre alt.

An der Außenwand der Noorderkerk ist eine Bronzetafel angebracht. Auf ihr sind die genaue Uhrzeit der Versammlung – sechs Uhr abends – und die Zahl der Versammelten eingraviert: zweihundertfünfzig. Nach dem Markttag werden die Stände abgebaut; die Inschrift über jenen Montag bleibt an der Kirche.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort12 Min.
Nächster PunktBrouwersgracht bei Herenmarkt
Eintrittvon außen

Der Platz ist rund um die Uhr zugänglich; die Kirche selbst richtet sich nach ihrem eigenen Zeitplan für Gottesdienste und Veranstaltungen.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Wenn auf dem Platz Markt ist, bleiben Sie nicht ohne Kaufabsicht an den Ständen stehen und versperren Sie den Käufern nicht den Weg. Suchen Sie die Spur des Friedhofs direkt im Belag des Platzes.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zur Brouwersgracht und folgen Sie ihr nach Osten bis zum Spielplatz am Herenmarkt.

Stopp 7 von 8Weiter: Brouwersgracht bei Herenmarkt

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Grachtengürtel: Macht, Geld und eine Stadt auf dem Wasser“ — 8 Stopps, 4,2 km, 3 Std..

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