Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Kniender Schütze
- Grüne Wange
- Schwarzer Bart
- Rote Riemen und blauer Kragen
Die Geschichte des Ortes
Die Grube zwei vereint mehrere Truppengattungen in einer unterirdischen Formation. In der Mitte stehen kniende Armbrustschützen als eigene Einheit, um sie herum Schützen in voller Körpergröße; daneben sind Wagenlenker, Reiter und Infanteristen aufgestellt. Haltungen, Rüstungen und Frisuren wechseln von Figur zu Figur und zeigen unterschiedliche Kampfweisen. Unter den knienden Kriegern fällt ein Schütze mit grüner Wange, schwarzem Bart, roten Riemen an der Rüstung und blauer Einfassung der Kleidung auf.
Im Jahr neunzehnhundertvierundneunzig erhielt der Grabungsleiter Yuan Zhongyi die Genehmigung, mit der systematischen Untersuchung der Grube zwei zu beginnen. Zu diesem Zeitpunkt kannten die Archäologen bereits den Preis einer übereilten Freilegung. Die ersten Terrakotta-Krieger wurden mit Resten leuchtender Bemalung aus der Erde gehoben, doch diese ließ sich kaum erhalten.
Jede Figur überzogen die Handwerker der Qin-Zeit mit zwei dünnen Schichten Holzlack und trugen darüber Mineralfarben auf. Im feuchten Boden hielt der Lack Wasser fest. Nach der Freilegung trocknete er rasch aus, zog sich zusammen und löste sich gemeinsam mit dem Pigment von der Terrakotta. Die abgelöste Schicht ließ sich nicht mehr zuverlässig an ihren Platz zurückbringen. Die graue Farbe, mit der man die Terrakotta-Armee heute verbindet, entstand nach dem Verlust des größten Teils der Bemalung.
Die Freilegung neuer Figuren wurde für mehrere Jahre ausgesetzt. Seit neunzehnhunderteinundneunzig untersuchten chinesische Fachleute gemeinsam mit Restauratoren aus Bayern Lack, Pigmente und das Verhalten feuchten Tons. Gerade freigelegte Bereiche hielt man in feuchtigkeitsgesättigter Luft, und das Wasser in der Lackgrundierung wurde schrittweise durch Polyethylenglykol ersetzt. Zu schnelles Trocknen ließ die Schicht aufreißen; zu langsames Arbeiten verzögerte die gesamte Ausgrabung. Der Archäologe durfte nur so viel Erde abtragen, wie der Restaurator die freigelegte Farbe noch festigen konnte.
Yuan begann die Grube zwei bereits mit einem detaillierten Plan zur Erhaltung der Funde. Nach vier Jahren entdeckte sein Team im achtzehnten Korridor acht Figuren mit gut erhaltener Bemalung. Ein weiteres Jahr später erschien hier der seltsamste der Qin-Krieger: ein kniender Schütze mit blassgrünem Gesicht.
Seine Haltung zeigt den tatsächlichen Aufbau dieser Grube. Im Zentrum einer eigenen Einheit standen Schützen, die auf das rechte Knie gesunken waren; um sie herum befanden sich Schützen in voller Körpergröße. Die Hände des grüngesichtigen Kriegers sind rechts neben dem Oberkörper zusammengelegt, als halte er eine Armbrust. Der hölzerne Schaft und die Sehne sind vergangen, doch die Stellung der Hände bewahrte die verschwundene Waffe. Daneben fanden die Archäologen in derselben Grube Wagenlenker, Reiter und Infanteristen. Die Handwerker stellten unterschiedliche Arten der Kriegsführung dar, deshalb wechseln hier Haltungen, Rüstungen und Frisuren.
An dem Schützen sind rote Riemen der Rüstung, helle Nieten, blaue Einfassungen an Kragen und Ärmeln, grüne Beinschienen, schwarze Augenbrauen und ein schwarzer Bart erkennbar. Die grüne Haut gab Anlass zu der Theorie eines antiken Scharfschützen, dessen Gesicht zur Tarnung bemalt worden sei. Belege dafür gibt es nicht. Forscher schlugen auch andere Erklärungen vor: eine rituelle Maske, eine besondere dargestellte Person oder eine zufällige Entscheidung des Handwerkers. Keine davon ist bislang bestätigt.
Mit diesem Gesicht ist auch eine bekanntere Erzählung verbunden: Jeder Terrakotta-Krieger stelle einen konkreten Soldaten aus der Armee Qin Shihuangdis dar. Die Figuren unterscheiden sich tatsächlich. Die Handwerker verwendeten jedoch eine begrenzte Auswahl von Formen für Köpfe, Arme und andere Teile und fügten anschließend Bärte, Frisuren, Falten und Gesichtsausdrücke hinzu. Als die Forscher dreidimensionale Modelle von dreißig Ohren erstellten, fanden sich darunter keine gleichen. Die Autoren der Studie warnten selbst: Eine solche Auswahl zeigt die Vielfalt der Ausarbeitung, beweist aber nicht die Existenz Tausender Tonporträts.
Auf der Brust des grüngesichtigen Schützen ist das Schriftzeichen „De“ eingeritzt. Die Mitarbeiter des Museums halten es höchstwahrscheinlich für den Namen eines Handwerkers. Der Name des Menschen, dessen Gesicht die Figur angeblich wiederholte, ist nirgends verzeichnet.
An dem hier gefundenen Bogenschützen haben sich eine grüne Wange, ein schwarzer Bart, rote Riemen und ein blauer Kragen erhalten. Sie wurden durch die langsame Freilegung der Grube zwei gerettet. Auf seiner Brust blieb der Name dessen erhalten, der an der Herstellung der Figur beteiligt war; den Namen des dargestellten Soldaten trägt sie nicht.
Praktisch vor Ort
Offizielle Ticketkontrolle: 08:30-17:00 in der Hochsaison; 08:30-16:30 in der Nebensaison. Feiertage bitte gesondert prüfen.
Öffnungszeiten nach Tagen
Betrachten Sie die Farbe nur aus dem erlaubten Abstand: Die antiken Schichten sind empfindlich, und ein Teil der Details ist nur in der Ausstellung erkennbar.
