Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Gestufter Wasserstreifen
- Reihen von Brunnendüsen
- Die Pagode am Ende der Sichtachse
Die Geschichte des Ortes
Unter den Platten des Nordplatzes der Großen Wildganspagode verbirgt sich ein Reservoir, das ungefähr so groß ist wie zwei Fußballfelder. Von oben verraten es der gestufte Wasserstreifen und die gleichmäßigen Reihen von Düsen, die zur Pagode hinführen. Die Nordseite wurde gewählt, weil die Straße aus dem Stadtzentrum hierher führt; der Platz wurde als wichtigster Eingang in das neue Viertel rund um die Pagode angelegt. In den Pausen fließt das Wasser nach unten ab, und ein offener Raum bleibt zurück; während der Vorführung steuert ein Computer die Pumpen so, dass mehr als tausend Strahlen ihre Höhe einzeln verändern.
Am einunddreißigsten Dezember zweitausenddrei stand Duan Xiannian am gerade in Betrieb genommenen Brunnen und weinte. Später erinnerte er sich daran, dass zur Eröffnung etwa hunderttausend Einwohner von Xi'an gekommen waren. Für ihn bedeutete diese Menge, dass seine riskante Kalkulation aufgegangen war.
Ein Jahr zuvor hatte Duan den Entwicklungsausschuss von Qujiang übernommen – damals noch ein armer Stadtrand rund um die Große Wildganspagode. Er musste mit der Erschließung des Viertels beginnen, doch dafür gab es fast kein Geld. Üblicherweise verkauft man zunächst Grundstücke und baut erst mit den Erlösen Straßen und gestaltet das Gelände. Duan schlug die umgekehrte Reihenfolge vor: Geld leihen, zuerst einen großen öffentlichen Raum schaffen, Menschen dorthin ziehen – und erst danach die im Wert gestiegenen Grundstücke und Räume verkaufen.
Für diesen Versuch wählte er die Nordseite der Pagode. Das wiedererkennbare Bauwerk konnte bereits Publikum anziehen, und die Straße aus dem Zentrum von Xi'an führte genau von Norden zu ihm. Duan beschloss, fünfhundert Millionen Yuan in den Platz zu investieren, und zeigte dessen Projekt möglichen Investoren. Die Geschäftsräume an den Rändern wurden bereits gekauft, als sie nur auf Zeichnungen existierten.
Die japanische Planungsgesellschaft Nikken Sekkei erhielt den Auftrag, den Platz zum wichtigsten nördlichen Eingang in das neue Viertel zu machen. Die Planer zogen einen langen, gestuften Wasserstreifen zur Pagode hin. Im trockenen Xi'an wurde schon die riesige Wasserfläche selbst zum Schauspiel, und Musik sowie programmierbare Strahlen ermöglichten es, Menschen zu einer festgelegten Zeit zu versammeln. Die Pagode blieb dabei am Ende der Sichtachse: Der Brunnen führte zu dem Denkmal, das Duan als Mittelpunkt des gesamten Vorhabens nutzte.
Nach der Eröffnung stiegen die Grundstückspreise in Qujiang stark an. Duan erhielt Mittel für die nächsten Projekte und beschloss, dasselbe Schema zu wiederholen. Hinter dem Nordplatz entstanden der Datang-Furong-Park und das sich nach Süden erstreckende Viertel Datang Buyecheng. Die heutige lange Flanierlinie auf beiden Seiten der Pagode begann genau mit diesem Brunnen.
Wenn keine Vorführung stattfindet, wird sein zentraler Teil wieder zum Platz. Unter den Platten befindet sich ein Reservoir, das ungefähr so groß ist wie zwei Fußballfelder. Während des Programms analysiert ein Computer das Musiksignal und übermittelt den Pumpen Befehle: Mehr als tausend Strahlen können ihre Höhe unabhängig voneinander verändern. Das herabgefallene Wasser kehrt in das Reservoir zurück und wird erneut verwendet. Hier gilt weiterhin die von Duan erdachte Reihenfolge: Zuerst schaltet man das Schauspiel ein, dann füllen Menschen den Platz.
Praktisch vor Ort
Offener Platz; prüfen Sie den Brunnenfahrplan am Tag Ihres Besuchs.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Stehen Sie während des Brunnenbetriebs nicht am Rand des Beckens: Der Wind kann Spritzwasser herantragen. Die Vorführung ist für diesen Halt nicht erforderlich – der Blick auf die Pagode und die Anlage des Platzes lassen sich auch ohne sie erkennen.
