Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Steinmauern
- Gewölbe
- Kuppeln
Die Geschichte des Ortes
Zweieinhalb Monate nach der Verwüstung der Stadt Wologda befahl Erzbischof Silvester zwei Männern, vier unversehrt gebliebene Klöster aufzusuchen und zurückzukehren, „ohne sich irgendwo auch nur eine Stunde aufzuhalten“. Er musste das wichtigste Gotteshaus der Eparchie Wologda wieder öffnen: die Sophienkathedrale.
Am zweiundzwanzigsten September sechzehnhundertzwölf drang während der Zeit der Wirren eine plündernde Schar aus polnischen, litauischen, kosakischen und russischen Kämpfern in die schlecht bewachte Stadt ein. Aus der Kathedrale wurde das Kircheneigentum geraubt; ein Feuer zerstörte das Holzdach und die oberen Teile der Kuppeln. In der Stadt kamen neunundvierzig Priester und Diakone ums Leben. Ohne sie, ohne Bücher und Gewänder blieb die Kathedrale eine steinerne Hülle, in der niemand da war, der einen Gottesdienst abhalten konnte, und nichts vorhanden war, womit dies möglich gewesen wäre.
Silvester selbst wurde gefangen genommen. Vier Nächte lang hielt man ihn unter Bewachung, führte ihn mehrmals zur Hinrichtung und brachte ihn wieder zurück. Der Erzbischof schrieb, man habe ihn kaum noch lebend freigelassen. Er leitete die Kirchen der Stadt Wologda und setzte sich dafür ein, dass die Eparchie Wologda nach der Verwüstung wieder eine Kathedrale für den gemeinsamen Gottesdienst erhielt.
Am elften Dezember schickte Silvester den Kathedralpriester Schdan und den Dienstmann Stefan Ragosin in die unversehrten Klöster. Die Liste zeigt, was genau das Gotteshaus wieder zum Leben erweckte: ein Altarevangeliar, zwölf Bücher mit den Gottesdiensten für jeden Monat, sieben Garnituren von Priestergewändern, fünf Sticharia für Diakone und zwei Weihrauchfässer. All dies sollte unverzüglich in die Stadt Wologda gebracht werden, um den Altar zu weihen und die Gottesdienste wieder aufzunehmen.
Das Geld für die Reparatur wurde in den Gemeinden der gesamten Eparchie gesammelt. Ein Jahr später, im Dezember sechzehnhundertdreizehn, weihte Silvester den Hauptaltar erneut. Der Mann, den man nach dem Brand zur Hinrichtung geführt hatte, musste selbst die Rückkehr der Kathedrale zum Gottesdienst vollenden. Das Dach und die Kuppeln wurden noch mehrere Jahre lang instand gesetzt.
Die steinernen Mauern und Gewölbe aus dem sechzehnten Jahrhundert blieben erhalten; der verbrannte hölzerne Oberbau ist nicht erhalten geblieben, und die heutigen Kuppeln entstanden bei späteren Umbauten. In Silvesters Anordnung wird das Gotteshaus bereits Sophienkathedrale genannt. Sophia bezeichnet hier die göttliche Weisheit und keine heilige Frau. Diese Widmung ist im heutigen Namen der Kathedrale erhalten geblieben.
Praktisch vor Ort
Eine Außenbesichtigung ist von öffentlichen Flächen aus möglich; der Innenraum ist zusammen mit dem Ensemble bis zum 16. April 2029 geschlossen.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Größe des Gebäudes lässt sich von außen gut erfassen. Ob man hineingehen und die Wandmalereien sehen kann, sollte gesondert geklärt werden; die Einschränkungen tragen dazu bei, ihre empfindliche Farbschicht zu bewahren.
