Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Rumpf des U-Boots
- Turm
- Roter Stern mit der Zahl zehn
- Bugtorpedorohre
Die Geschichte des Ortes
Auf dem hier stehenden U-Boot S-56 sah Kapitänleutnant Grigori Schtschedrin am siebzehnten Mai neunzehnhundertdreiundvierzig durch das Periskop einen Tanker, einen Transporter und acht Sicherungsschiffe. Über dem Konvoi flogen drei Flugzeuge. Schtschedrin musste sich auf Torpedosalvenentfernung nähern und seine Besatzung aus dem Bereich eines Gegenangriffs bringen.
Vor seinem Militärdienst war Schtschedrin als Navigator auf Handelsschiffen gefahren. Nun entschied die vertraute Aufgabe, Kurs und Geschwindigkeit eines Schiffes zu bestimmen, darüber, ob die Torpedos seinen Weg rechtzeitig kreuzen würden. Der Kommandant hob das Periskop nur für wenige Sekunden: Das über der Wasseroberfläche auftauchende Rohr konnte das U-Boot verraten. Die Sicherungsschiffe warfen bereits Wasserbomben ab, doch Schtschedrin führte S-56 in den Konvoi hinein und tauchte dabei unter den Wachschiffen hindurch.
Er wählte sofort zwei Ziele und befahl, vier Torpedos aus den Bugtorpedorohren abzufeuern. Die U-Boot-Fahrer hörten drei Explosionen. Das Ergebnis zu überprüfen war fast unmöglich: Nach der Salve tauchte das Boot ab, und die Sicherung begann die Verfolgung. Im Gefechtsbericht schrieb man der Besatzung die Versenkung von zwei Schiffen zu. Später schrieb Schtschedrin, sowjetische Luftaufnahmen eines Aufklärungsflugzeugs hätten sie bestätigt.
Ein Vergleich von Dokumenten nach dem Krieg präzisierte das Ergebnis. Der Tanker „Eurostadt“, der Treibstoff transportierte, sank tatsächlich. Der zweite Torpedo traf die Bordwand des Transporters „Wartheland“, explodierte jedoch nicht; das Schiff kam mit geringen Schäden davon und blieb im Dienst. Die beiden übrigen Torpedos verfehlten ihr Ziel oder lösten vorzeitig aus. Die Besatzung von S-56 entkam zu dieser Zeit den Wasserbomben abwerfenden Sicherungsschiffen.
Diese Fahrt war eine von acht Kampffahrten des Boots in die Barentssee. Im Jahr neunzehnhundertvierundvierzig wurde S-56 mit dem Orden des Roten Banners ausgezeichnet, und Schtschedrin erhielt den Titel Held der Sowjetunion. Im Februar des folgenden Jahres überreichte man der Besatzung die Gardeflagge. Die Zahl zehn im roten Stern auf dem Turm bewahrt die damals angenommene Zahl der versenkten Schiffe. Nach gegnerischen Dokumenten sind heute vier bestätigt; S-56 blieb dennoch das erfolgreichste sowjetische U-Boot dieses Krieges, gemessen an der Zahl der Ziele, die nachweislich durch Torpedos versenkt wurden.
Nach Wladiwostok kehrte es zurück, weil dort sein Dienst begonnen hatte. Der Buchstabe „S“ bezeichnete den Typ „Srednjaja“, und sechsundfünfzig war die Flottennummer. Der Rumpf wurde in Leningrad abschnittsweise gefertigt, mit der Eisenbahn transportiert und bei Dalzavod zusammengebaut. Im Herbst neunzehnhundertzweiundvierzig führte Schtschedrin das Boot von Wladiwostok über den Pazifischen Ozean und den Panamakanal zur Nordflotte. Der Rückweg im Jahr neunzehnhundertvierundfünfzig führte über den Nördlichen Seeweg.
Für die Aufstellung an der Korabelnaja-Uferstraße schnitt man den Rumpf erneut in Teile, brachte sie auf Pontons heran, hob sie an Land und verschweißte sie. In den vier Heckabteilen befindet sich nun eine Museumsausstellung. In den drei Bugabteilen sind die Maschinen, die Zentrale, die Kojen und die Torpedorohre erhalten geblieben. Vier dieser Rohre ließ Schtschedrin an jenem Maitag öffnen: Ein Torpedo schickte die „Eurostadt“ auf den Grund, ein anderer blieb unzerstört in der Bordwand der „Wartheland“ stecken.
Praktisch vor Ort
Täglich 10:00–18:00; Einlassschluss ist um 17:30. Erwachsenenticket — 200 Rubel, ermäßigtes Ticket — 100 Rubel.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Besichtigung im Inneren erfordert einen separaten Museumseintritt und sicheres Bewegen durch enge Luken. Wenn Enge oder hohe Schwellen unbequem sind, können Sie Rumpf und Turm von der Uferstraße aus besichtigen.
