Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Das Bahnhofsgebäude
- Eisenbahn-Abstellgleise
- Gleise des Hafenviertels
- Das Gebäude des Hauptpostamts gegenüber
Die Geschichte des Ortes
Hinter der Bahnhofsfront beginnt ein Eisenbahnpark mit Abstellgleisen und Ausgängen zu den städtischen Gleisen. Hier konnten Züge getrennt vom übrigen Verkehr stehen, und die Lokomotiven bestimmten, wer die Möglichkeit erhielt, Züge weiterfahren zu lassen. Gegenüber befand sich früher das Hauptquartier der Festung Wladiwostok; heute steht an seiner Stelle das Hauptpostamt. Das heutige Bahnhofsgebäude und diese Gleise existierten damals bereits.
Der Bahnhof Wladiwostok steht dort, wo das östliche Ende der Transsibirischen Eisenbahn den Seehafen erreicht. Im November neunzehnhundertneunzehn ermöglichte diese Nachbarschaft, das Hauptquartier eines Umsturzes direkt in einem Zug unterzubringen.
Die Mannschaft von Radola Gajda stand mehrere Monate auf einem Abstellgleis hinter dem Bahnhof. Gajda war ein tschechoslowakischer Heerführer, der noch kurz zuvor die Sibirische Armee von Admiral Koltschak befehligt hatte. Nach dem Rückzug der Armee enthob Koltschak ihn seines Postens, entzog ihm den russischen Generalsrang und seine Auszeichnungen. Gajda kam nach Wladiwostok, von wo er ins Ausland ausreisen sollte. Statt in einem Hotel lebte er in einem Stabswagen und suchte unter den Gegnern der Koltschak-Verwaltung nach Unterstützern. Er wollte deren Leiter absetzen und eine Regierung eines autonomen Sibiriens bilden.
Am Morgen des siebzehnten November wurde über dem Zug eine weiß-grüne Flagge gehisst. Gajdas Mitstreiter verkündeten, die neue Regierung tage bereits in den Waggons. Seine Leute nahmen alle Lokomotiven im zentralen Eisenbahnpark in Besitz, schlossen den gepanzerten Regierungszug auf einem Abstellgleis ein und begannen am Zug Freiwillige zu registrieren. Der Verkehr kam zum Stillstand. Am Endbahnhof der Transsibirischen Eisenbahn bedeuteten Lokomotiven die Möglichkeit, Menschen und Waffen weiterzutransportieren, und die Ausgänge aus dem Park bedeuteten Zugang zur Stadt und zum Hafen.
Sergei Rosanow, der oberste Leiter der Region Amur, setzte sich für den Erhalt der Koltschak-Verwaltung ein. Ihm treu ergebene Truppen besetzten die Anhöhen über den Gleisen und einen Teil des Bahnhofs. Aus der Bucht beschoss ein Kanonenboot den Eisenbahnpark. Nachts wurde bereits auf das Bahnhofsgebäude geschossen; Gajdas Leute waren zwischen Bahnhof und Gleisen eingeschlossen.
Um halb sechs morgens ergab sich der verwundete Gajda zusammen mit mehreren tschechoslowakischen Offizieren. Etwa zweihundertfünfzig seiner Anhänger kamen mit erhobenen Händen aus dem Bahnhof. Der amerikanische Konsul berichtete, man habe sie zunächst vor dem Hauptquartier der Festung Wladiwostok gegenüber dem Bahnhof aufgestellt und dann in den Eisenbahnpark geführt; von dort waren Gewehrsalven zu hören. Rosanows Befehl verlangte, alle ohne Gerichtsverfahren zu erschießen, die man mit Waffen gefangen nahm. Gajda selbst wurde dem tschechoslowakischen Kommando übergeben. Vertreter der Alliierten erreichten seine Freilassung, doch er wurde aus Russland ausgewiesen.
Das heutige Bahnhofsgebäude stand zum Zeitpunkt der Kämpfe bereits sieben Jahre – auf diesen Bau und die angrenzenden Gleise wurde geschossen. Das Hauptquartier der Festung gegenüber ist nicht erhalten: Heute steht an seiner Stelle das Hauptpostamt. Gajdas Zug verschwand, doch die Abstellgleise und der Eisenbahnpark hinter dem Bahnhof blieben bestehen.
Praktisch vor Ort
Rund um die Uhr; die Öffnungszeiten einzelner Säle und Bahnsteige richten sich nach dem Betrieb des Bahnhofs.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Der Bahnhof ist weiterhin in Betrieb: Halten Sie sich nicht im Fahrgaststrom auf und beachten Sie die aktuellen Regeln für den Zugang zum Bahnsteig. Die Stele und die Dampflokomotive können Sie von außen besichtigen.
