Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Terrasse der Neue Burg
- Reiterstandbild von Erzherzog Karl
- Reiterstandbild von Prinz Eugen
- Offene Rasenfläche
Die Geschichte des Ortes
Heldenplatz bedeutet wörtlich „Platz der Helden“. Der Name entstand wegen zweier bronzener Reiterstandbilder. Das erste wurde im Jahr eintausendachthundertsechzig aufgestellt: Erzherzog Karl, der die österreichische Armee gegen Napoleon befehligte, lässt sein Pferd steigen. Man ehrte ihn für den Sieg bei Aspern – die erste große Niederlage, die Napoleon auf dem Schlachtfeld erlitt. Fünf Jahre später stellte man ihm gegenüber Prinz Eugen von Savoyen auf, einen Heerführer im Dienst der Habsburger, der in mehreren Feldzügen osmanische Armeen schlug. Im Jahr eintausendachthundertachtundsiebzig wurde der Name Heldenplatz offiziell festgelegt. Die Helden hier sind genau diese beiden Heerführer.
Das offene Feld vor der Hofburg hinterließen die französischen Besatzungstruppen: Im Jahr eintausendachthundertneun sprengten sie die hier stehende Bastion. Die Wiener Behörden räumten die Ruinen weg, ebneten das Gelände und bestimmten es für Paraden und Versammlungen. Später plante der Hof, den Platz mit kaiserlichen Flügelbauten zu umgeben, doch es gelang nur, einen geschwungenen Flügel zu errichten – die Neue Burg, einen neuen Teil des Palastes. Die breite Terrasse über ihrem Haupteingang war für Ehrengäste bei Massenzeremonien bestimmt und wurde später zur Tribüne für Redner.
Genau dorthin trat am Morgen des fünfzehnten März neunzehnhundertachtunddreißig Adolf Hitler, der Führer des Deutschen Reiches, der den Anschluss Österreichs anstrebte. Bis zu diesem Morgen war bereits alles Wesentliche geschehen. Am elften März zwang das deutsche Ultimatum den österreichischen Bundeskanzler Kurt Schuschnigg, der eine Abstimmung über die Unabhängigkeit des Landes hatte durchführen wollen, sie abzusagen und zurückzutreten. Schuschnigg wurde unter Hausarrest gestellt. Am zwölften März überschritten deutsche Truppen die Grenze. Am dreizehnten März unterzeichnete der unter Druck zum Bundeskanzler ernannte österreichische Nationalsozialist Arthur Seyß-Inquart, ein Anhänger des Anschlusses, das entsprechende Gesetz. Am fünfzehnten März zeigte man der Öffentlichkeit auf dem Heldenplatz eine bereits vollzogene Übernahme.
Auf dem Platz versammelten sich mehr als zweihunderttausend jubelnde Anhänger. Hitler verkündete die Eingliederung seiner Heimat in das Deutsche Reich und verband dies mit der Tradition des früheren Reiches, dessen Hauptstadt Wien gewesen war. Der Ort bot für eine solche Rede eine fertige Kulisse: den Palast der Habsburger, das Paradefeld, siegreiche Reiterstandbilder und die Terrasse über dem Haupteingang. Kameras, die den Platz filmten, stellten den Redner über die Menge und machten die Versammelten zum Beweis dafür, als habe ganz Österreich den Anschluss freiwillig begrüßt.
Diese Aufnahmen verbreiteten sich in Wochenschauen und Zeitungen. Der nächste Akt war die auf den zehnten April angesetzte, von den Nationalsozialisten kontrollierte Abstimmung: Juden, Roma und politische Gegner des Regimes wurden nicht zugelassen; insgesamt entzog man Hunderttausenden das Wahlrecht. Zum Zeitpunkt der Rede auf dem Heldenplatz hatten Pogrome, Demütigungen von Juden und Verhaftungen von Gegnern bereits begonnen. In den ersten sechs Wochen verhafteten die Nationalsozialisten mehr als siebzigtausend Menschen; am ersten April wurden Gefangene aus Wien in das KZ Dachau gebracht.
Die steinerne Terrasse über dem Eingang der Neue Burg ist erhalten geblieben. Konstruktiv ist sie eine breite Plattform auf dem Dach des Portikus, doch für sie hat sich der Name „Hitlerbalkon“ eingebürgert. Darunter liegt weiterhin der Rasen, und vor der Fassade stehen Karl und Eugen – eben jene bronzenen Heerführer, von denen der Heldenplatz seinen offiziellen Namen erhielt.
Praktisch vor Ort
Offener Platz vor der Neue Burg; Veranstaltungen, Sicherheitsvorkehrungen, Demonstrationen und Museumsöffnungszeiten am Rand können Zugang und Atmosphäre verändern.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Wählen Sie für den Halt einen Ort abseits der wichtigsten Fußgängerströme und Veranstaltungen. Der Platz lässt sich von außen frei besichtigen, doch zeitweilige Veranstaltungen und Sicherheitsmaßnahmen können die gewohnten Wege verändern.
