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Worauf achten
- Hauptfassade
- Eingangstüren
- Zuschauerraum
- Bühne
Die Geschichte des Ortes
Drei Tage nach seiner Ernennung verlangte Gustav Mahler, der neue Direktor und Dirigent der Wiener Hofoper – so hieß die heutige Wiener Staatsoper damals –, von den Sängern, mit der Claque zu brechen. Claqueure waren professionelle Zuschauer: Künstler bezahlten sie oder verteilten kostenlose Eintrittskarten, und diese begannen im richtigen Moment zu applaudieren, riefen einen Sänger zu Vorhängen heraus oder empfingen dessen Rivalen mit Pfiffen. Für einen Künstler, der von neuen Rollen und der Verlängerung seines Vertrags abhing, war das eine Absicherung.
Mahler hatte diese Stelle als Höhepunkt seiner Dirigentenlaufbahn angestrebt. Da er glaubte, seine jüdische Herkunft werde ihm den Weg zu einem Posten am kaiserlichen Hof versperren, trat er kurz vor seiner Ernennung zum Katholizismus über. Nun setzte er die Stelle aufs Spiel, für die er diesen Schritt getan hatte: Mahler wollte, dass Partitur und Bühne den Ablauf der Aufführung bestimmten, nicht die Absprachen der Sänger mit dem Zuschauerraum.
In einem Brief an die Künstler verlangte er von ihnen das feierliche Versprechen, die Claqueure nicht mehr zu bezahlen und sie nicht mehr mit Eintrittskarten zu versorgen. Einige Sänger versuchten zunächst, das Verbot zu umgehen; Mahler bestellte sie zu Gesprächen ein. Die Claque wurde schwächer, verschwand jedoch nicht vollständig und gewann nach seinem Weggang wieder an Stärke.
Dann ließ Mahler Zuspätkommende bis zur Pause nicht mehr herein und begann, während der Vorstellung das Licht im Zuschauerraum zu löschen. Das Publikum war daran gewöhnt, auch zu Begegnungen, Gesprächen und zur Präsentation von Kleidung hierherzukommen; nun hinderte der Direktor die Zuschauer daran, mitten im Geschehen einzutreten und sich von der Bühne ablenken zu lassen. Im Jahr neunzehnhundertdrei lud er den Künstler der Wiener Secession Alfred Roller ein, „Tristan und Isolde“ auszustatten, und ernannte ihn bald darauf zum Chef-Bühnenbildner. Roller gestaltete Inszenierungen mit Farbe, Raum und gerichtetem Licht; deshalb wurde der abgedunkelte Zuschauerraum Teil des Konzepts und nicht eine Benimmregel um ihrer selbst willen.
In zehn Jahren erneuerte Mahler das Ensemble und dirigierte hier Hunderte von Aufführungen, doch seine Kompromisslosigkeit führte zu Konflikten mit Sängern und der Theaterverwaltung. Die antisemitische Presse nutzte jeden solchen Streit gegen ihn. Im Jahr neunzehnhundertsieben reichte Mahler selbst seinen Rücktritt ein, dirigierte hier zum Abschied Beethovens „Fidelio“ und ging an die Metropolitan Opera in New York. Roller blieb noch zwei Jahre Chef-Bühnenbildner.
Nach dem Ende der Monarchie war das Theater nicht mehr Hofoper und erhielt seinen heutigen Namen. Heute werden hier pro Saison etwa dreihundertfünfzig Opern- und Ballettaufführungen gegeben, und die Musiker des hiesigen Orchesters bilden die Wiener Philharmoniker. In den Regeln des Zuschauerraums ist auch Mahlers Entscheidung erhalten geblieben: Nach Beginn der Vorstellung werden die Türen für Zuspätkommende nicht geöffnet. Den Anfang muss man in einem Raum mit Übertragung verfolgen; den eigenen Platz darf man erst in der Pause einnehmen.
Praktisch vor Ort
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Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Von außen lässt sich die Höhe des Gebäudes gut mit dem Straßenniveau vergleichen – dem Grund für den frühen Spott. Die Prunktreppe und die Porträts der Architekten sind nur bei einem gesonderten Besuch zugänglich.
