Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Arkaden
- Umliegende Fassaden
- Der offene Raum des Platzes
Die Geschichte des Ortes
Auf der Plaza de Zocodover verabredet man sich noch heute, feiert Feste und errichtet vorübergehende Bühnen. Der Name des Platzes beschreibt seine frühere Funktion: Das arabische „Suq ad-Dawabb“ bedeutet Markt für Lasttiere. Hier kamen Verkäufer, Käufer und Treiber zusammen. Im Jahr eintausendvierhundertfünfundsechzig erlaubte der kastilische König Enrique IV. Toledo, hier einen wöchentlichen Markt abzuhalten. Er fand dienstags statt und erhielt den kurzen Namen „Martes“ – „Dienstag“. Der Handel dauerte auf dem Platz bis ins zwanzigste Jahrhundert an.
Derselbe Menschenstrom zog auch das Stadtgericht und die Inquisition hierher. Auf der Plaza de Zocodover verlas man Urteile und hielt Autodafés ab – öffentliche Zeremonien der Buße und Verurteilung. Die Hinrichtungen vollzog man später an einem anderen Ort. Hier brauchte man Zuschauer.
Am Sonntag, dem achtzehnten Dezember eintausendfünfhundertachtundachtzig, führte man den Chirurgen Eleno de Céspedes auf ein Podest. In den Prozessakten wechselt der Name: „Elena“, „Eleno“, „Elena, auch Eleno“. De Céspedes selbst nannte sich seit eintausendfünfhundertfünfundsiebzig Eleno; so werden wir ihn auch hier nennen.
Eleno wurde in Alhama de Granada als Kind einer Sklavin geboren und erhielt noch in seiner Kindheit die Freiheit. Er verdiente seinen Lebensunterhalt mit Nähen, diente als Soldat und ließ sich dann in Madrid bei einem befreundeten Chirurgen nieder, um drei Jahre lang die Wundbehandlung zu lernen. Nach einer Anklage wegen unerlaubter Praxis floh Eleno nicht, sondern legte die Prüfungen vor der königlichen medizinischen Kommission ab. Er erhielt zwei Dokumente: das Recht, als Chirurg tätig zu sein, und eine gesonderte Erlaubnis, Aderlässe vorzunehmen und Reinigungsmittel zu verordnen. Zu seinem später beschlagnahmten Eigentum gehörten siebenundzwanzig Bücher – Werke über Anatomie und Medizin auf Spanisch und Latein. Dieser Mensch lebte von seinem Handwerk und konnte sich mit Fachwissen verteidigen.
In Ciempozuelos lernte Eleno María del Caño kennen, eine Frau, die er heiraten wollte. Ein Kirchenbeamter zweifelte daran, dass der bartlose Bräutigam ein Mann sei, und verlangte eine Untersuchung. Anschließend untersuchten zwei Hofärzte Eleno. Beide erklärten ihn zum Mann, woraufhin die Kirche die Ehe erlaubte. Im Jahr eintausendfünfhundertsechsundachtzig wurden Eleno und María in Yepes getraut.
Ein Jahr später zogen die Eheleute nach Ocaña: Dort gab es keinen Chirurgen, und Eleno hoffte, Patienten zu gewinnen. Ein ehemaliger Kamerad aus dem Militärdienst, inzwischen Gerichtsvollzieher, erkannte ihn. Er zeigte an, dass die als Mann lebende und mit einer Frau verheiratete Person als Frau geboren worden sei. Eleno wurde verhaftet, und der Zivilprozess wurde der Inquisition von Toledo übergeben.
Vor Gericht erklärte Eleno, er sei Hermaphrodit gewesen und habe zur Zeit der Hochzeit einen männlichen Körper gehabt. Die Ärzte, die zuvor die Ehe erlaubt hatten, nahmen ihr Urteil zurück. Die Inquisitoren erklärten Eleno zur Frau, betrachteten die Trauung als Betrug und beschuldigten ihn, das Sakrament der Ehe beleidigt zu haben. Da die Ankläger erklären mussten, wie die früheren Untersuchungen zu einem gegenteiligen Ergebnis hatten führen können, erschien in den Akten auch ein angebliches Bündnis mit dem Teufel.
Auf die Plaza de Zocodover führte man Eleno in Büßergewand und einer hohen Haube mit Zeichen der Anklage. Hier wurde das Urteil verkündet. Am folgenden Tag erhielt der Verurteilte auf den Straßen von Toledo hundert Peitschenhiebe, danach weitere hundert in Ciempozuelos. Der letzte Teil der Strafe bestand aus zehn Jahren unbezahlter Arbeit in Krankenhausstationen.
Eleno wurde in das Königliche Hospital von Toledo geschickt. Doch bereits im März eintausendfünfhundertneunundachtzig beklagte sich dessen Verwalter bei der Inquisition: So viele Menschen kamen zu dem verurteilten Chirurgen, dass im Krankenhaus Gedränge entstand. Das Gericht ordnete an, Eleno in das Krankenhaus des Ortes Puente del Arzobispo zu verlegen. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt.
Das Podest auf der Plaza de Zocodover war vorübergehend. Im Herbst desselben Jahres zerstörte ein Brand den größten Teil der Häuser rund um den Platz; die heutigen Fassaden und Arkaden entstanden nach späteren Umbauten. Erhalten blieben der Raum selbst und der Marktname. Die Richter stellten Eleno hier aus, damit die ganze Stadt ihn sehen konnte. Drei Monate später bat das Krankenhaus darum, denselben Menschen fortzuschaffen, weil die Stadtbewohner weiter zu ihm gingen, um sich behandeln zu lassen.
Praktisch vor Ort
Der Platz ist rund um die Uhr geöffnet; im Juni 2026 ist das Gebäude der staatlichen Delegation am Platz eingerüstet.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Gehen Sie am Rand um den Platz und betrachten Sie ihn von mehreren Punkten aus: Seine Anlage erschließt sich eher über die Menschenströme als von der Mitte aus.
