Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Bogenfenster
- Haupteingang
- Garten am Theater
- Grab von Sacharia Paliaschwili
Die Geschichte des Ortes
Bogenfenster und der Haupteingang liegen am Garten neben der wichtigsten Opernbühne von Tiflis. Das Gebäude in seiner heutigen Gestalt wurde im Jahr achtzehnhundertsechsundneunzig eröffnet, als die Stadt offiziell Tiflis hieß und zum Russischen Kaiserreich gehörte. Hier wurden russische, italienische, französische und deutsche Opern aufgeführt, und heute arbeiten hier die staatlichen Opern- und Balletttruppen Georgiens.
Am einundzwanzigsten Februar neunzehnhundertneunzehn trat Sacharia Paliaschwili an das Dirigentenpult dieser Bühne. Vor ihm lag die Partitur von Abessalom und Eteri, an der er fast neun Jahre geschrieben hatte. Die Premiere dauerte etwa sechs Stunden. Nach der Aufführung wurde der Komponist mit Kränzen geehrt.
Als das heutige Gebäude im Jahr achtzehnhundertsechsundneunzig eröffnet wurde, gehörte Tiflis – so hieß Tbilisi damals offiziell – zum Russischen Kaiserreich. Die Spielzeiten des wichtigsten Opernhauses begannen gewöhnlich mit Glinkas Ein Leben für den Zaren; hier wurden italienische, französische, deutsche und russische Opern aufgeführt. Paliaschwili hatte auf dieser Bühne bereits Carmen und Tosca dirigiert und wirkte in einer Gesellschaft mit, die europäische Opern in georgischer Übersetzung aufführte. Um von Übersetzungen zu einem eigenen Repertoire überzugehen, war eine große originale Partitur in georgischer Sprache erforderlich.
Paliaschwilis Alltag bestand weiterhin aus Unterricht, der Leitung einer Musikschule und dem Dirigieren. Parallel dazu zeichnete er in ganz Georgien Volkslieder auf. Geld für einen Phonographen hatte er nicht; das Gerät wurde mit Hilfe der Gesellschaft zur Verbreitung der Lese- und Schreibkenntnisse angeschafft. Die gesammelten Intonationen und Techniken der georgischen Mehrstimmigkeit verband der Komponist mit der Form einer vieraktigen europäischen Oper. Grundlage des Librettos wurde die alte Sage Eteriani über den Zarewitsch Abessalom und Eteri, deren Liebe Murman zerstört.
Die Arbeit kam nach dem Tod von Irakli, dem einzigen Sohn des Komponisten, zum Stillstand. Der Junge saß neben seinem Vater, wenn dieser die Oper komponierte, und machte nach Familienerinnerungen manchmal Anmerkungen zur Musik. Der Überlieferung nach wollte Paliaschwili in seiner Verzweiflung das Manuskript zerreißen, doch sein Freund, der Historiker Iwane Dschawachischwili, riss ihm die Noten aus den Händen. Die genaue Szene ist durch eine mündliche Erzählung überliefert, die Widmung auf der Partitur jedoch ist unstrittig: Der Komponist vollendete die Oper zum Gedenken an seinen Sohn.
Im Jahr neunzehnhundertneunzehn führten die Musiker hier gleich drei georgische Opern auf; deshalb gilt diese Spielzeit als die Geburtsstunde des georgischen nationalen Operntheaters. Abessalom und Eteri wurde besonders begeistert aufgenommen: In den folgenden vier Jahren spielte die Truppe die Aufführung hundertmal. Paliaschwili arbeitete weiter in Tiflis, leitete das Konservatorium und schrieb für dieselbe Bühne noch zwei Opern.
Nach dem Tod des Komponisten im Jahr neunzehnhundertdreiunddreißig wurde er im Garten neben dem Theater beigesetzt. Vier Jahre später erhielt die Institution seinen Namen. Heute arbeiten hier die staatlichen Opern- und Balletttruppen Georgiens, und die Spielzeiten werden traditionell mit Abessalom und Eteri eröffnet. Der Name an der Fassade, das Grab im Garten und der Titel auf dem ersten Spielplan der Saison gehören zu derselben Geschichte.
Praktisch vor Ort
Fassade von der Straße aus zugänglich; innen – nach aktuellem Spielplan und mit Eintrittskarte
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Von außen ist das architektonische Konzept gut erkennbar. Eine Aufführung oder Besichtigung des Innenraums erfordert eine gesonderte Planung.
