Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Mariä-Gewandniederlegungs-Kathedrale
- Reliquienschrein mit den Gebeinen Euphrosynes
- Zeltdach-Zwillingspforte Heilige Pforte des Rizopolozhensky-Klosters
- Ehrwürdigen-Glockenturm
Die Geschichte des Ortes
Im ersten Mariä-Gewandniederlegungs-Kloster gab es keine Steinbauten. Zu Beginn des dreizehnten Jahrhunderts gründete Bischof Ioann an einer Straßenkreuzung im nördlichen Teil des Posad ein hölzernes Frauenkloster und weihte es dem Fest der Niederlegung des Gewandes der Gottesmutter. Vom Namen des Festes leitet sich der Name des Klosters ab.
Das Gewand im Namen des Klosters ist das Kleidungsstück der Gottesmutter. Nach kirchlicher Überlieferung brachten die Brüder Galbius und Candidus es im fünften Jahrhundert heimlich aus Palästina nach Konstantinopel. Kaiser Leo I. und Patriarch Gennadios ließen die Reliquie in der Blachernen-Kirche niederlegen. Zum Gedenken an diese Überführung weihte man die Hauptkirche des Susdaler Klosters, und nach der Kirche erhielt das ganze Kloster den Namen Mariä-Gewandniederlegungs-Kloster. Es entstand zu Beginn des dreizehnten Jahrhunderts außerhalb der Stadtbefestigungen und war ein Frauenkloster. Das genaue Gründungsdatum ist unbekannt; das geläufige Jahr eintausendzweihundertsieben erschien erst fünf Jahrhunderte später in einem schriftlichen Werk.
In alten Dokumenten begegnet für das Kloster auch ein anderer Name: Kloster der Fürstin Euphrosyne von Susdal. An diese Nonne erinnerte man sich hier so gut, dass ihr Name bisweilen den offiziellen ersetzte.
Ihre Geschichte schrieb der Mönch Grigori in der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts auf – ungefähr dreihundert Jahre nach den Ereignissen und nach mündlichen Überlieferungen der örtlichen Nonnen. Seine Vita darf daher nicht als genaue Biografie gelten. Sie nennt Euphrosyne von Susdal die Fürstin Feodulia, Tochter eines Fürsten von Tschernihiw, die ihre Familie zur Heirat mit Fürst Fjodor Jaroslawitsch, dem älteren Bruder von Alexander Newski, nach Susdal schickte.
Die Chronik berichtet tatsächlich, dass Fjodor im Jahr eintausendzweihundertdreiunddreißig am Vorabend der Hochzeit starb: Das Festmahl war vorbereitet, Met gebraut, die Braut hergebracht und die Fürsten eingeladen. Den Namen der Braut nannte der Chronist nicht. Erst die spätere Vita schlug vor, sie mit Feodulia gleichzusetzen.
Nach dieser Erzählung hätte die Fürstin zum Hof ihres Vaters zurückkehren können, der ihr Unterhalt und einen Platz in der Fürstenfamilie bot. Sie setzte ihren Weg hierher fort und bat die Äbtissin, sie zu tonsurieren, also sie als Nonne aufzunehmen. Feodulia erhielt den Namen Euphrosyne von Susdal und blieb ohne Äbtissinnenamt im Kloster.
Die Vita schreibt ihr eine Entscheidung zu, die die Anlage dieses Stadtbereichs veränderte. Euphrosyne von Susdal teilte die Frauen, die das Mönchtum annehmen wollten: Unverheiratete blieben im Mariä-Gewandniederlegungs-Kloster, Witwen und früher verheiratete Frauen traten in das benachbarte Dreifaltigkeitskloster ein. Für die beiden Gemeinschaften waren unterschiedliche Kirchen bestimmt; die Vita verbot den jungfräulichen Nonnen sogar, mit verheirateten Bürgerinnen zu sprechen. Das Dreifaltigkeits-Frauenkloster bestand hier tatsächlich. Historiker können jedoch nicht beweisen, dass gerade Euphrosyne von Susdal es gründete; Archäologen stellten jedoch fest, dass die hier stehenden städtischen Höfe zu Beginn des dreizehnten Jahrhunderts beseitigt wurden und die zwischen ihnen verlaufende Straße verschwand.
Im Jahr eintausendsiebenhundertvierundsechzig hob man das Dreifaltigkeitskloster auf und versetzte seine Nonnen hierher. Die Dreifaltigkeitskirche stand bis zum Jahr eintausendneunhundertvierunddreißig daneben, als man sie sprengte. An der Stelle des eigenständigen Witwenklosters gibt es heute weder eine Kirche noch Bauten aus dem dreizehnten Jahrhundert.
Euphrosyne von Susdal wurde im Kloster bestattet. Alle Holzbauten, die sie hätte sehen können, sind verschwunden; die heutige steinerne Kathedrale errichtete man etwa drei Jahrhunderte später. Heute ist das Kloster wieder als Frauenkloster tätig, und in der Mariä-Gewandniederlegungs-Kathedrale steht ein Reliquienschrein mit den Gebeinen der Nonne, die einst als fürstliche Braut nach Susdal gekommen war.
Praktisch vor Ort
Aktives Kloster; ein regionales Verzeichnis nennt täglichen Zugang von 08:00–19:00. Ob einzelne Kirchen geöffnet sind, hängt von Gottesdiensten und Klosterarbeiten ab.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Bleiben Sie im aktiven Kloster auf den für Besucher geöffneten Wegen, sprechen Sie leise und beachten Sie die Gottesdienste. Auch ohne den Hof zu betreten, lässt sich der Glockenturm gut von außen betrachten.
