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Rohan-Palast

Palais Rohan

Diese Station zeigt den Preis des Übergangs von einem Hof in einen anderen für eine fünfzehnjährige künftige Dauphine.

14 Min.
Der Hauptinnenhof des Rohan-Palasts in Straßburg.
Georg Schelbert · CC BY-SA 3.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Die Flussfassade des Palasts
  • Das steinerne Wappen des Kardinals
  • Die Terrasse über der Ill
  • Die Fenster der Prunkappartements

Die Geschichte des Ortes

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Das steinerne Wappen an der Flussfassade gehörte Kardinal Armand-Gaston de Rohan-Soubise. Als Fürstbischof leitete er das Bistum Straßburg und war zugleich weltlicher Fürst des Heiligen Römischen Reiches. Für einen solchen Hausherrn grenzten im Palast seine eigenen Gemächer an die Prunkappartements für den König und die herrschenden Familien; die Fenster über der Terrasse führen genau aus diesen Sälen heraus. Nach ihm wurde das Bistum noch von drei Kardinälen der Rohans geleitet, deshalb trägt der Palast den Namen des ganzen Geschlechts; heute sind hier drei Museen untergebracht, und ein Teil der früheren Prunkgemächer wurde für das Kunstgewerbemuseum rekonstruiert.

Ende Januar eintausendsiebenhundertsiebenundvierzig hielt sich die fünfzehnjährige Maria Josepha von Sachsen in diesem Palast auf. Man brachte sie nach Versailles zu dem siebzehnjährigen Louis Ferdinand von Frankreich, dem einzigen Sohn und Erben von König Ludwig XV. Die erste Frau von Louis Ferdinand von Frankreich war im vorangegangenen Sommer gestorben. Er trauerte weiterhin um sie, doch sein Vater befahl ihm, erneut zu heiraten: Der König brauchte Enkel, die den Thron erben konnten.

In Straßburg empfing man Maria Josepha bereits als Dauphine – so nannte man die Frau des Erben der französischen Krone, obwohl die Hochzeit noch nicht stattgefunden hatte. Aus dem Fenster der Gemächer über der Terrasse sah sie die städtische Miliz vor dem Palast vorbeiziehen. Nach einem öffentlichen Mittagessen brachten ihr die örtlichen Küfer die Weine der Stadt. Ein öffentliches Mittagessen bedeutete tatsächlich ein Schauspiel: Die Prinzessin aß, und die zum Saal zugelassenen Menschen beobachteten sie dabei. Von der künftigen Dauphine verlangte man, schon vor ihrer Ankunft am Hof in der Öffentlichkeit zu leben.

Am Morgen des neunundzwanzigsten Januar kam sie zur Messe in die Palastkapelle. Der Hausherr der Residenz, Kardinal Armand-Gaston de Rohan-Soubise, hatte zuvor krank im Bett gelegen, stieg aber für den Abschied aus seinen Gemächern herab. Der Kardinal versuchte, den Saum des Kleides der Gästin zu küssen. Maria Josepha richtete den alten Mann auf und umarmte ihn. Anschließend verabschiedeten sich die polnischen Höflinge, Damen und Diener, die sie begleiteten, von ihr. Die Prinzessin weinte mit ihnen und reiste danach ohne ihren bisherigen Hofstaat um sich herum weiter nach Frankreich.

Der Familienname des kranken Kardinals blieb am Gebäude erhalten. Rohan-Palast bedeutet „Palast der Rohans“. Armand-Gaston war Fürstbischof: Er leitete das Bistum Straßburg und trug zugleich den Titel eines weltlichen Fürsten des Heiligen Römischen Reiches. Er gab die Residenz in Auftrag, in der seine eigenen Gemächer an die Prunkappartements für den König und Mitglieder herrschender Familien grenzten. Nach ihm besetzten noch drei Kardinäle aus dem Geschlecht der Rohans den Straßburger Bischofssitz. Deshalb erhielt der Palast den Namen der ganzen Familie und nicht den eines einzelnen Besitzers.

Am neunten Februar wurde Maria Josepha mit Louis Ferdinand von Frankreich in Versailles getraut. Ihr Mann wurde nie König: Er starb vor seinem Vater. Maria Josepha überlebte ihn um fünfzehn Monate. Dagegen bestiegen drei ihrer Söhne später nacheinander den französischen Thron – Ludwig XVI., Ludwig XVIII. und Karl X.

Heute sind im Palast drei Museen untergebracht. An der Fassade zur Ill befindet sich das Wappen des Kardinals, und dahinter liegen die rekonstruierten Prunkgemächer des Kunstgewerbemuseums – eben jene Appartements, in denen die fünfzehnjährige Maria Josepha vor Zuschauern aß und sich von ihrem Gefolge verabschiedete.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort14 Min.
Nächster PunktKléberplatz und Aubette
Eintrittmit Ticket

Die Museen sind gewöhnlich täglich außer dienstags geöffnet: Montag–Freitag 10:00–13:00 und 14:00–18:00, Samstag–Sonntag 10:00–18:00. Die Außenbesichtigung ist ohne Eintrittskarte möglich.

Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Für die Erzählung genügen der Hof und ein Rundgang außen herum. Die Museumssammlungen im Inneren sind ein eigener Besuch, für den zusätzliche Zeit erforderlich ist.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Lassen Sie das Straßburger Münster hinter sich und gehen Sie über den Gutenbergplatz zur Bronzefigur von Jean-Baptiste Kléber.

Stopp 2 von 9Weiter: Kléberplatz und Aubette

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Straßburg zwischen Frankreich und Deutschland: Grande-Île und Neustadt“ — 9 Stopps, 4,6 km, 3 Std. 10 Min..

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