Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Runde Wände
- Freigelegte halbkreisförmige Nischen
- Offene Kuppelöffnung
- Wiederhergestellte Zwischendecke
Die Geschichte des Ortes
Die Bezeichnung „Vestibül“ bewahrte die frühere Funktion dieses Raums – ein Vorraum zu sein. Vom offenen Peristyl trat man hier unter eine hohe überdachte Rotunde und ging dann in einen rechteckigen Saal vor Diokletians privaten Gemächern. Die runden Wände mit halbkreisförmigen Nischen, Türen und Treppen markieren die Grenze, hinter der der öffentlich zugängliche Teil des Diokletianpalasts endete. Jetzt singen dalmatinische Klapa-Ensembles ohne Instrumente unter der offenen Kuppelöffnung: Die konkaven Wände verstärken die Stimmen.
Noch in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts lebten Menschen in dieser Rotunde. Sie hielten hier Geflügel und bauten Gemüse an. Der runde Saal war durch Zwischendecken und Anbauten unterteilt; in den antiken Nischen entstanden Wände, Türen und Wirtschaftsräume.
Die Wohnnutzung begann hier bereits im frühen Mittelalter. Die kaiserlichen Gemächer hatten ihre früheren Besitzer längst verloren, doch die dicken Mauern boten den Stadtbewohnern eine fertige Grundlage für Häuser. Zu Beginn des sechzehnten Jahrhunderts konnte Marko Marulić, ein Schriftsteller aus Split, noch das goldene Schimmern des Mosaiks an der Kuppel beschreiben. Seine Aufzeichnung bewahrte das Zeugnis eines Dekors, das später verschwand: Die Marmorverkleidung wurde abgetragen, das Mosaik bröckelte ab, und von der Kuppel blieb nur der untere Teil erhalten.
Im Jahr neunzehnhundertfünfundfünfzig begann Jerko Marasović, ein junger Architekt des Institut za urbanizam Dalmacije, die Rotunde zu untersuchen. Er setzte sich dafür ein, die antike Konstruktion unter den späteren Umbauten wieder freizulegen. Er war etwas über dreißig und gab eine ruhige Stelle im Denkmalschutz auf, um eine Arbeit zu übernehmen, bei der er selbst Aufmaße, Ausgrabungen und Wiederherstellung leiten konnte. Ein Fehler wäre hier in Stein und Beton geblieben: Besucher hätten die Vermutung eines Restaurators für römisches Mauerwerk gehalten. Deshalb verlangte Marasović, zunächst den Aufbau des Gebäudes festzustellen und erst danach zu entscheiden, was wiederhergestellt werden sollte.
Seine Gruppe fand die ursprünglichen Treppen, die vom Peristyl unter der Rotunde zu den Substrukturen des Diokletianpalasts führten, bestimmte den Aufbau des unteren Geschosses und das antike Bodenniveau. Von neunzehnhundertfünfundfünfzig bis neunzehnhundertsiebenundfünfzig stellten die Bauarbeiter die unteren Gewölbe wieder her, brachten die Zwischendecke zwischen den Geschossen zurück und legten die zugemauerten halbkreisförmigen Nischen frei. Die obere Rotunde und der Durchgang unter ihr waren wieder zwei verschiedene Räume. Die Wohnungen im Inneren verschwanden, und der Weg vom Peristyl durch das Vestibül zum ehemaligen Wohnbereich des Palasts wurde als zusammenhängende Folge von Sälen zugänglich.
Der Name beschreibt die frühere Funktion dieses Ortes: Ein Vestibül ist ein Vorraum. Vom offenen Peristyl gelangte man in eine hohe überdachte Rotunde und von dort in einen rechteckigen Saal vor Diokletians privaten Gemächern. Den genauen zeremoniellen Ablauf können Historiker nicht rekonstruieren, doch Mauern, Türen und Treppen bestätigen die Bewegungsrichtung: Hier endete der öffentlich zugängliche Teil des Diokletianpalasts.
Heute wird der runde Raum von Klapa-Gruppen genutzt – dalmatinischen Ensembles, die ohne Instrumente singen. Die hohen konkaven Wände verstärken die Stimmen, deshalb wählen die Sänger genau diesen Ort. Unter ihren Füßen liegt die von Marasovićs Gruppe wiederhergestellte Zwischendecke, über ihnen die offene Mitte der verlorenen Mosaikkuppel.
Praktisch vor Ort
Rund um die Uhr als Durchgang zugänglich, sofern keine vorübergehende Sperrung besteht.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Bleiben Sie an der Wand stehen, nicht mitten im Strom der Passanten. Wenn hier eine Klapa singt, warten Sie bis zum Ende des Liedes und sprechen Sie nicht laut: Die Akustik verstärkt jedes Geräusch.
