Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Metallene Lärmschutzwände
- Erhaltene Wandbilder
- Codes mit Informationen über die Künstler
- Fugen der abnehmbaren Paneele
Die Geschichte des Ortes
In der Graffiti-Szene bezeichnet man als Hall of Fame Wände, die Künstlern zugewiesen sind und auf denen Wandbilder offiziell erlaubt sind. Entlang der Bali Lane halten sich die Bilder auf Metallpaneelen: An den Fugen ist zu erkennen, dass diese Absperrung aus einzelnen Teilen zusammengesetzt ist. Jeder Arbeit wurde ein eigener Platz zugeteilt und ihre Komposition abgestimmt; daneben ließ man Codes mit Namen und Informationen über die Künstler zurück. Unter der Farbe befindet sich weiterhin Baustellenmetall, das dafür vorgesehen ist, Lärm zu dämpfen.
Als entlang der Ophir Road mit dem Bau des North-South Corridor begonnen wurde, schloss der Bauunternehmer das Gelände mit fünf Meter hohen metallenen Lärmschutzwänden ab. Zwei geschlossene Abschnitte mit einer Gesamtlänge von fast zweihundertvierzig Metern führten zur Bali Lane und zur Ophir Road. Die Bauarbeiten beeinträchtigten die Eingänge und Fassaden der hiesigen Betriebe.
Aileen Tan gehörte zu denen, die ihr eigenes Einkommen riskierten: Sie besaß das Blu Jaz Cafe an der Bali Lane und war zugleich Sekretärin eines Zusammenschlusses örtlicher Unternehmer. Tan schlug vor, die Lärmschutzwände den Künstlern zu überlassen. Dafür einigte sich der Zusammenschluss mit der Land Transport Authority, der Urban Redevelopment Authority, dem Singapore Tourism Board und dem Bauunternehmer.
Siebzehn singapurische Künstler erhielten Abschnitte der Wand. Die unterschiedlichen Entwürfe mussten zu einem Gesamtkonzept verbunden und von den Projektpartnern genehmigt werden. Tagsüber durfte der Verkehr nicht gestört werden, deshalb arbeiteten die Künstler nachts. Am achtundzwanzigsten April zweitausendeinundzwanzig wurde die Bauabsperrung als erste offizielle Graffiti Hall of Fame in Südostasien eröffnet.
Mit „Hall of Fame“ bezeichnet man in der Graffiti-Szene mehrere Wände, auf denen das Malen erlaubt ist. Das Wort „Ruhm“ bezieht sich hier auf die Künstler der ersten Besetzung – unter ihnen waren anerkannte Meister ebenso wie Nachwuchskünstler. Eine freie Wand bedeutete keine Fläche für irgendeinen beliebigen Tag: Die Teilnehmer wurden eingeladen, die Plätze verteilt und die Kompositionen abgestimmt. Neben den Arbeiten installierte man Codes mit Informationen über die Künstler – die kleine singapurische Gemeinschaft erhielt erstmals eine offizielle Fläche dieser Größe und ihre eigenen Namen im Straßenraum.
Tan erreichte ihr Ziel: Anstelle eines durchgehenden Metallzauns entstand ein Grund, die gesamte Baustelle entlangzugehen. Doch die Lebensdauer der Wandbilder blieb mit dem Bau verbunden. Im Zuge der Arbeiten wurden bereits einige Paneele abgenommen. Die erhaltenen Bilder sind auch jetzt noch direkt auf die Lärmschutzwände aufgetragen; hinter der Farbe befindet sich derselbe Baustellenmetall, für den Aileen Tan siebzehn Künstler zusammengebracht hatte.
Praktisch vor Ort
Offene Straßenwand, vom öffentlichen Gehweg aus sichtbar. Tageslicht ist besser für Details; daneben verlaufen eine belebte Straße und der Rand der Baustelle.
Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie die Arbeiten von der sicheren Seite der Absperrung aus und beachten Sie den Verkehr in der Nähe; die heutigen Bilder können von den ursprünglichen abweichen.
