Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Sichtachse zur Giralda
- Breite Fahrbahn
- Fassaden entlang der neuen Straßenlinie
- Hauptfassade der Iglesia de Santa Cruz
Die Geschichte des Ortes
Die Calle Mateos Gago verläuft von der Hauptfassade der Iglesia de Santa Cruz zum Dom. Die breite Fahrbahn, die Fassaden in einer Linie und die Sichtachse zur Giralda heben sie von den engen Straßen ringsum ab. Früher unterhielten hier Hersteller von Lederschuhen ihre Werkstätten, und die Straße hieß Borceguinería. Der heutige Name erinnert an den Domherrn, der in der Nachbarschaft wohnte und in der Parroquia de Santa Cruz diente.
Die breite Sichtachse zur Giralda entstand hier für eine schwere Prozession. Im Jahr eintausendneunhundertvier gründeten Gemeindemitglieder der Iglesia de Santa Cruz eine religiöse Bruderschaft: Jeden Kar-dienstag wollten sie eine Skulpturengruppe der Kreuzigung hinausführen und sich am Dom dem gemeinsamen Weg der Semana Santa anschließen.
Schon die erste Prozession zeigte, wie eng die Straßen hier dafür waren. Im Jahr eintausendneunhundertfünf passte die geliehene Plattform mit den Skulpturen nicht einmal durch die Tür der Kirche, und die Bruderschaft musste den Zug von einem anderen Kloster aus beginnen. Später kam eine eigene, kompaktere Plattform hinzu, doch auch sie konnte die ganze Straße nicht geradeaus bis zum Dom passieren. Der Zug bog in die Calle Guzmán el Bueno und die Calle Segovias ein; an der engsten Stelle nahm man die unteren geschnitzten Verkleidungsplatten von der Plattform ab, trug die Plattform hindurch und setzte sie wieder zusammen.
Die Bruderschaft setzte sich für eine Verbreiterung der Straße ein. Gleichzeitig bereiteten die Stadträte Sevilla auf die Iberoamerikanische Ausstellung vor und wollten die engen Durchgänge im Zentrum beseitigen. Unter den Bürgermeistern Antonio Halcón und Federico Amores begannen die Enteignung und der Abriss von Häusern. Eigentümer und Bewohner verloren die Gebäude, die über die neue Fassadenlinie hinausragten; an ihre Stelle trat die Fahrbahn. Bis zum Jahr eintausendneunhundertdreiundzwanzig war der Hauptabschnitt verbreitert, und die Bruderschaft erhielt einen kurzen Weg zum Dom, den sie mehrere Jahrzehnte lang nutzte.
Die Iglesia de Santa Cruz verbindet diesen Umbau mit dem Mann, dessen Nachname auf den Straßenschildern steht. Früher hieß die Straße Borceguinería – hier unterhielten Hersteller von Lederschuhen ihre Werkstätten. Am zweiten Juni eintausendachthundertdreiundneunzig gab der Stadtrat ihr einstimmig den Namen Francisco Mateos Gago, der drei Jahre zuvor gestorben war.
Mateos Gago war Domherr und Professor für Theologie; kirchliche Einkünfte und sein Universitätsgehalt ermöglichten ihm, alte Münzen zu sammeln und sich mit Archäologie zu beschäftigen. Doch als die Cholera kam, übernahm er hier eine andere Aufgabe. Die Epidemie hatte ihm bereits die Eltern genommen, als er sieben Jahre alt war. Während der Ausbrüche in den Jahren eintausendachthundertvierundfünfzig und eintausendachthundertfünfundsechzig bot der Priester dem Pfarrer von Santa Cruz an, die Erkrankten aufzusuchen, obwohl er bei jedem Besuch selbst eine Ansteckung riskierte. In einem Nachruf des Bistums erinnerte man sich, dass er nachts am Fenster auf einen Ruf wartete und neben sich ein Kästchen mit heiligem Öl für die Salbung Schwerkranker bereithielt.
Mateos Gago überlebte beide Epidemien und diente bis zu seinem Tod in der Parroquia de Santa Cruz, während er in den benachbarten Straßen Calle Cruces und Calle Santa Teresa wohnte. Deshalb wählte man für die posthume städtische Ehrung die Borceguinería, die seinen Häusern am nächsten lag. Von den alten Werkstätten und den für die Prozessionen abgerissenen Häusern ist hier fast nichts geblieben; erhalten sind der Nachname des Pfarrers und die Breite der Straße zwischen seiner Kirche und dem Dom.
Praktisch vor Ort
Öffentliche Stadtstraße; Bars, Geschäfte, Lieferverkehr und Menschendichte verändern sich je nach Tageszeit.
Geprüft: 27. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Bar Giralda bleibt ein Lokal und kein frei zugängliches Museum. Besichtigen Sie den Innenraum nur bei geöffnetem Eingang, berücksichtigen Sie die Arbeit des Personals und fragen Sie vor dem Fotografieren.
