Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Gusseiserne Figur der Gottesmutter
- Stahlbetonsockel
- Kapelle im Inneren des Sockels
- Offene Esplanade
Die Geschichte des Ortes
Vor der Eröffnung des Santuario brachten Fuhrleute zweiundvierzig schwere Kisten auf den Cerro San Cristóbal. Darin lag eine zerlegte gusseiserne Statue mit einem Gesamtgewicht von fast siebenundvierzig Tonnen. Zum Gipfel führte damals nur ein schmaler Pfad; den Funicular de Santiago gab es noch nicht. Zwei angeheuerte Ingenieure legten eine etwa einen Meter breite Straße an und bauten über die Wasserläufe zwei Betonbrücken. Auf diesem Weg zogen Ochsengespanne die Kisten hinauf. Der Aufstieg galt selbst ohne eine solche Last als schwierig und gefährlich.
Alles ging auf den Generalvikar des Erzbistums Santiago de Chile, José Alejo Infante, zurück – einen Priester, dem der Erzbischof kirchliche Beschlüsse zur Umsetzung in durchführbare Vorhaben übertrug. Im Jahr neunzehnhundertdrei plante der Erzbischof von Santiago de Chile, Mariano Casanova, den fünfzigsten Jahrestag des katholischen Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis zu begehen. Der Name bezieht sich auf die Empfängnis Marias selbst: Katholiken glauben, dass sie vom ersten Augenblick ihres Lebens an frei von der Erbsünde war.
In Santiago de Chile verehrte man die Gottesmutter in vielen Kirchen, doch es gab keinen großen Platz für eine Pilgerfahrt mit vielen Menschen. Infante schlug vor, auf dem Gipfel des Cerro San Cristóbal eine riesige Figur aufzustellen. Katholische Werkstätten in mehreren europäischen Ländern konnten kein passendes neues Modell anbieten, und die Verantwortlichen wählten eine Kopie einer römischen Statue, die nach der Verkündung desselben Dogmas geschaffen worden war. Deshalb wiederholt die Figur über Santiago de Chile die Gottesmutter von der Piazza di Spagna in Rom.
Nun wurden Land und Geld benötigt. Miguel Prado stellte eine Gruppe von Frauen zusammen, die sich verpflichteten, die Herstellung und Aufstellung der Statue durch Spenden zu finanzieren. Die Dominikaner und die Karmelitinnen übergaben dem Erzbistum Santiago de Chile den Gipfel zusammen mit einem Grundstück mit einem Radius von hundert Metern. In der notariellen Urkunde wurde die Bestimmung des Landes genau festgehalten: ein Ort für das Denkmal und ein Raum, in dem sich die Gläubigen bequem versammeln konnten.
Aus Frankreich schickte man eine vierzehn Meter hohe Figur. Nachdem die Kisten hinaufgebracht worden waren, setzten Arbeiter sie auf einem Stahlbetonsockel zusammen, in dessen Innerem eine kleine Kapelle eingerichtet wurde. Zusammen mit dem Sockel ragte das Denkmal mehr als zweiundzwanzig Meter hoch auf. Am Sonntag, dem sechsundzwanzigsten April neunzehnhundertacht, zogen Tausende von Menschen zum Gipfel; ein Teil der Pilger blieb am Hang zurück und erreichte die Zeremonie nicht rechtzeitig.
Infante nahm gemeinsam mit dem Priester Clovis Montero an der Weihe teil. Erzbischof Casanova, der seinen Plan unterstützt hatte, lag im April bereits schwer krank und konnte nicht hierheraufsteigen. Zwanzig Tage nach der Eröffnung starb er.
Das Santuario empfängt bis heute Pilger, und an Tagen mit großem Andrang wird die Messe auf der offenen Esplanade gefeiert – innerhalb jenes Kreises mit einem Radius von hundert Metern, den die Dominikaner und Karmelitinnen schon vor dem Aufstieg der ersten Kiste für die Gläubigen bestimmt hatten.
Praktisch vor Ort
Der Gipfel hängt vom Betrieb des Parks und der Verkehrsmittel ab. Im Santuario gibt es gewöhnlich Messen von Dienstag bis Samstag um 12:00, am Sonntag um 10:30 und 12:00; das Museum des Santuario Dienstag–Sonntag 11:00–17:00. Vor dem Besuch prüfen.
Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist ein aktiver religiöser Ort: Sprechen Sie leise und stören Sie weder Gebete noch Zeremonien. Prüfen Sie vor dem Abstieg die verfügbaren Verkehrsmöglichkeiten und die offenen Wege.
