Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Rote Backsteinfassade
- Zwei Türme mit Spitzen
- Zweistöckiges Holzhaus hinter der Kirche
- Spitzbogenfenster
Die Geschichte des Ortes
Zwei Türme mit Spitzen und Spitzbogenfenster ragen über dem roten Backstein der katholischen Herz-Jesu-Kirche empor. Die Gemeindemitglieder sammelten mehrere Jahre lang Geld für die steinerne Kirche, als die frühere Kapelle die Gemeinde bereits nicht mehr fasste; die neuen Mauern erhoben sich vor dem Holzhaus auf demselben Grundstück. Der Name hängt mit der katholischen Verehrung des Herzens Christi als Zeichen menschlicher und göttlicher Liebe zusammen, die sich in Mitgefühl und dem Kreuzesopfer offenbart. Als polnische Kirche bezeichnete man die Herz-Jesu-Kirche, weil Polen etwa drei Viertel der Katholiken von Samara stellten.
Hinter der roten Backsteinkirche ist ein zweistöckiges Holzhaus erhalten geblieben. Mit ihm begann die Geschichte dieses Grundstücks – und mit der Tat des Kaufmanns Iossif Jegorowitsch Dotschar, des gewählten Verwalters des katholischen Bethauses von Samara. Er setzte sich für feste Räume für die Gemeinde ein, in denen ein Priester wohnen und die Messe feiern konnte.
Die Katholiken von Samara baten mehrere Jahrzehnte lang um eine eigene Kirche. Die erste Kirche war an einem anderen Ort beinahe fertiggestellt, doch nach dem polnischen Aufstand von achtzehnhundertdreiundsechzig übergab man das Gebäude den Lutheranern. Seit achtzehnhunderteinundachtzig reichte man neue Gesuche ein. Das Innenministerium erlaubte schließlich die Eröffnung eines Bethauses, doch die Frage eines kostenlosen Grundstücks wanderte weiter durch die Instanzen.
Daraufhin bat das Baukomitee Dotschar, in eigenem Namen zu handeln. Der Kaufmann erwarb ein Grundstück an der Saratowskaja-Straße – so hieß die heutige Frunse-Straße früher – und errichtete auf eigene Kosten ein Holzhaus. Unten richtete man Wohnräume für den Priester und das Kirchenpersonal ein, oben einen Gebetssaal. Das Grundstück, das Gebäude und die Ausgaben waren vorerst auf Dotschar eingetragen; die Gemeinde mietete das Haus von einem Mann, der bereit war, mit seinem Kaufmannsvermögen für ihre erste feste Adresse einzustehen. Am ersten November achtzehnhundertachtundachtzig weihte man die Kapelle.
Zwei Jahre später erhielt die Römisch-katholische Pfarrei Samara die offizielle Anerkennung. Nach weiteren zwei Jahren erlaubte man ihr, das Grundstück zusammen mit dem Haus von Dotschar zurückzukaufen. Das private Geschäft eines Kaufmanns erreichte, was mit Gesuchen nicht gelungen war: Das Grundstück ging in das Eigentum der Pfarrei über, und die Katholiken konnten nicht mehr dazu gezwungen werden, ihre Gottesdienste in fremden Räumen zu feiern.
Die hölzerne Kapelle wurde bald zu eng. Die Gemeindemitglieder sammelten mehrere Jahre lang Spenden und hatten bis neunzehnhundert mehr als siebzigtausend Rubel zusammen. Vor dem alten Haus errichtete man eine steinerne Kirche, die man am zwölften Februar neunzehnhundertsechs zu Ehren des Heiligsten Herzens Jesu weihte. In der katholischen Tradition steht das Herz Christi für seine menschliche und göttliche Liebe, die sich in Mitgefühl und dem Kreuzesopfer offenbart. Der Name bezieht sich daher auf Jesus selbst und nicht auf eine hier aufbewahrte Reliquie.
Als polnische Kirche bezeichnete man die Herz-Jesu-Kirche wegen ihrer Gemeindemitglieder: Ende des neunzehnten Jahrhunderts stellten Polen etwa drei Viertel der Katholiken von Samara, und mit dem polnischen Wort „kościół“ bezeichnete man eine katholische Kirche. Heute werden hier wieder Messen gefeiert. Die steinerne Kirche nimmt den vorderen Teil des Grundstücks ein; dahinter steht das Haus, das nach ihrer Eröffnung noch als Schule, Heim und Pfarrgasthaus diente. Das Obergeschoss, in dem die erste Kapelle begann, ist hinter zwei siebenundvierzig Meter hohen Türmen erhalten geblieben.
Praktisch vor Ort
Nach Angaben von Visit Samara ist sie Di–Fr 10:00–18:00 für Besichtigungen und Führungen geöffnet; Gottesdienste, Konzerte und Veranstaltungen der Pfarrei können den Zugang verändern.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist eine aktive Kirche und nicht nur eine Sehenswürdigkeit. Treten Sie nur ein, wenn sie geöffnet ist, bewahren Sie Ruhe und fotografieren Sie Menschen nicht ohne Erlaubnis.
