Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Fassade von Mozarts Geburtshaus
- Fenster im dritten Stock
- Museumsschild
Die Geschichte des Ortes
Hinter dem Museumsschild und den Fenstern im dritten Stock beginnt die ehemalige Mietwohnung mit etwa einhundertdreißig Quadratmetern. Sie bot Platz für ein Wohnzimmer, ein Schlafzimmer, ein Arbeitszimmer, ein kleines Kabinett und eine Küche; Eigentümer war ein Handelshaus. Die kinderreiche Familie lebte hier, bis sie in geräumige acht Zimmer an einem anderen Platz umzog. Spätere Umbauten ersetzten Böden und Öfen, doch die Umrisse der Wohnung blieben erhalten, und seit eintausendachthundertachtzig dienen diese Räume als Museum.
In der Wohnung im dritten Stock unterrichtete Leopold Mozart zunächst nicht seinen Sohn, sondern seine achtjährige Tochter Maria Anna Mozart (Nannerl), die in der Familie Nannerl genannt wurde. Leopold verdiente seinen Lebensunterhalt als Geiger und Lehrer in der Hofkapelle des Fürsterzbischofs. Im Jahr eintausendsiebenhundertneunundfünfzig legte er für seine Tochter ein Notenheft an: Er schrieb kurze Stücke hinein und baute darauf den Unterricht auf.
Der dreijährige Wolfgang beobachtete den Unterricht seiner Schwester und begann bald, dieselben Stücke zu spielen. Leopold hielt seine Fortschritte mit beinahe buchhalterischer Genauigkeit fest. Am Abend vor seinem fünften Geburtstag lernte der Junge in einer halben Stunde ein Menuett mit Trio. Wenige Monate später komponierte er bereits selbst. Er konnte die Musik noch nicht aufschreiben, daher brachte sein Vater die ersten Stücke des Sohnes zu Papier.
All dies geschah in einer Mietwohnung des Handelshauses von Johann Lorenz Hagenauer. Auf dem Stockwerk fanden ein Wohnzimmer, ein Schlafzimmer, ein Arbeitszimmer, ein kleines Kabinett und eine Küche Platz. Leopold und Anna Maria Mozart zogen nach ihrer Hochzeit im Jahr eintausendsiebenhundertsiebenundvierzig hier ein. Hier wurden alle ihre sieben Kinder geboren; fünf starben im Säuglingsalter. Wolfgang war das siebte und letzte Kind. Anna Maria brachte ihn am siebenundzwanzigsten Januar eintausendsiebenhundertsechsundfünfzig zur Welt – daher der heutige Name des Hauses.
Gegen Ende des Jahres eintausendsiebenhunderteinundsechzig entschied Leopold, dass Nannerl und Wolfgang bereit waren, vor Publikum aufzutreten. Zunächst brachte er sie nach München und Wien. An den Höfen hatten die Kinder solchen Erfolg, dass der Vater einen längeren Urlaub von seinem Dienst erhielt und im Sommer eintausendsiebenhundertdreiundsechzig mit der Familie zu einer großen Europareise aufbrach.
Es war ein Einsatz für den Beruf beider Kinder. Die Einnahmen hingen von Einladungen und den Konzerteinnahmen ab, während eine Familie eines Hofmusikers mit Kutsche, Gepäck und angemessener Kleidung reisen musste. In den ersten zehn Wochen überstiegen die Ausgaben eintausend Gulden und verschlangen beinahe den Verdienst. Leopold setzte die Reise fort. Er vereinbarte Auftritte, unterrichtete die Kinder, gab in Paris Wolfgangs erste Sonaten heraus und verbreitete ein gestochenes Familienporträt. Bei ihrer Rückkehr kannte man Nannerl als hervorragende Cembalistin und den zehnjährigen Wolfgang als Interpreten und Komponisten eigener Musik.
Der Erfolg offenbarte unerwartet einen Mangel der Wohnung in der Getreidegasse. Im Dezember eintausendsiebenhundertfünfundsechzig schrieb Leopold aus Den Haag an den Hausherrn Hagenauer. Er fragte, wo die Tochter nach der Rückkehr schlafen werde, wo Wolfgang untergebracht werde und ob sich für den Sohn ein eigener Platz zum Lernen und Arbeiten finden ließe. Dann schlug er eine Lösung vor: Ob sich nicht noch ein paar Zimmer anbauen ließen.
Sie ließen sich nicht anbauen. Nach dreieinhalb Jahren auf Reisen kehrten die Mozarts in dieselbe Wohnung zurück und teilten Schlafzimmer, Unterricht und das Komponieren von Musik noch mehrere Jahre zwischen deren Zimmern auf. Im Herbst eintausendsiebenhundertdreiundsiebzig zog die Familie in eine geräumige Wohnung mit acht Zimmern am damaligen Hannibalplatz, dem heutigen Makartplatz.
Seit eintausendachthundertachtzig befindet sich in der ehemaligen Wohnung der Mozarts ein Museum. Sein Kern sind genau jene einhundertdreißig Quadratmeter im dritten Stock. Die Böden und Öfen sind späteren Datums: Nach dem Auszug der Familie wurden die Räume umgebaut. Erhalten blieb das Raumvolumen der Wohnung, in der Leopold die ersten Kompositionen seines fünfjährigen Sohnes notierte und anschließend den Hausherrn bat, das Haus für die Arbeit des Musikers zu erweitern, der bereits außerhalb von Salzburg bekannt war.
Praktisch vor Ort
In der Regel täglich 9:00–17:30; im Juli und August 8:30–19:00; letzter Einlass 30 Minuten vorher; am 13.–14. Oktober gemäß dem aktuellen Museumskalender geschlossen.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Wohnung kann nur im Rahmen eines Museumsbesuchs besichtigt werden; von der Straße aus konzentrieren Sie sich auf das Haus als Handels- und Wohngebäude.
