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Rathausplatz

Rathausplatz

Hier wird verständlich, wie die Bürger das Recht erhielten, die Obrigkeit zu wählen, und warum sie es nicht bewahren konnten.

15 Min.
Rokokofassade des Alten Rathauses und hoher Turm mit Zwiebeldach
Andreas Praefcke · CC BY 3.0; cropped/resized for app
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Turm des Alten Rathauses
  • Uhr am Turm
  • Glocke
  • Statue der Justitia über dem Eingang

Die Geschichte des Ortes

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Der Wohnturm der Patrizier ging im Jahr tausendvierhundertsieben an die Stadtgemeinde über und wurde zum Sitz des Rates. Daneben standen damals die Stadtmauer und das Tor zum Wasser, und auf dem Platz am Brunnen verkaufte man Fisch, der vom Anleger hergebracht worden war. Die Glocke oben verkündete die Nachtruhe, die Uhr an der Fassade gab den gemeinsamen Tagesrhythmus vor, und vom Turm aus überwachte man das Tor, Brände und Unruhen. In seinen Räumen entschied man über Markt- und Handwerksangelegenheiten, unten wurde weiter Handel getrieben, und daneben führte die Straße von der Brücke zur Getreidegasse.

Am achtzehnten Januar tausendfünfhundertelf wählte der Stadtrat in diesem Rathaus Hans Matsperger zum Bürgermeister, zum Oberhaupt der Stadt. Matsperger war durch Handel mit Venedig reich geworden und setzte sich dafür ein, dass die Bürger selbst diejenigen wählten, die über ihr Geld, ihre Märkte und ihr Handwerk verfügten. Der Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach, kirchliches Oberhaupt und Herrscher des Fürsterzbistums Salzburg, wollte die Ernennung der städtischen Führung wieder seiner Kontrolle unterstellen.

Der Rat war schon lange vor Matsperger hier ansässig. Im Jahr tausendvierhundertsieben kaufte die Stadtgemeinde der Patrizierfamilie Keutzl ihren Wohnturm an der alten Stadtmauer und am Wassertor ab. Der Platz vor dem Turm hieß damals Fischmarkt. Der Fisch wurde zum Anleger außerhalb des Tores gebracht und drinnen rund um den Brunnen verkauft. Der Turm erlaubte es, das Tor, Brände und Unruhen zu überwachen; seine Glocke verkündete die Nachtruhe, und die Uhr gab den Bürgern eine gemeinsame Zeit vor.

Das Recht, den Bürgermeister zu wählen, entstand aus einem Streit anderer. Im Jahr tausendvierhunderteinundachtzig kämpfte Kaiser Friedrich III. gegen den damaligen Fürsterzbischof Bernhard von Rohr und versuchte, Salzburg auf seine Seite zu ziehen. Handelsbeschränkungen und Krieg bedrohten die Einkünfte der Stadt bereits. Friedrich erließ den Bürgern den Großen Ratsbrief: Von nun an durften sie jedes Jahr frei zwölf vereidigte Ratsherren wählen, und diese wählten den Bürgermeister.

Im folgenden Jahr beschloss der Rat, sich dreimal wöchentlich im Keutzlturm zu versammeln, und nannte ihn offiziell Rathaus. Später erhielt auch der Platz seinen Namen von ihm. Im Inneren beschlossen die Ratsherren Markt- und Handwerksordnungen, unten wurde weiter Handel getrieben, und daneben führte der Weg von der Brücke zur Getreidegasse. Gerade hier wurde das Recht der freien Wahl zu alltäglichen Entscheidungen: Wer verkaufen durfte, welche Abgaben zu zahlen waren und wer für die Stadtkasse verantwortlich war.

Dreißig Jahre später wartete Leonhard von Keutschach auf eine günstige Gelegenheit. Die erneute Wahl Matspergers missfiel ihm. Fünf Tage nach der Abstimmung lud der Fürsterzbischof den Bürgermeister und die Ratsherren zu einem Mahl ein, ließ die Gäste festnehmen und unter Bewachung nach Radstadt bringen. Während die gewählten Führungskräfte in Haft saßen, unterzeichneten Vertreter der Bürger den Verzicht auf freie Wahlen. Leonhard nahm den kaiserlichen Brief an sich; deshalb verschwand sein Original, und der Text ist in einer Abschrift aus dem städtischen Privilegienbuch überliefert.

Die Gefangenen wurden nach etwa zwei Wochen freigelassen. Matsperger kehrte bereits ohne Amt nach Salzburg zurück. An seiner Stelle wählte man zwei Bürgermeister, die der Fürsterzbischof bestätigte. Den Ratsherren blieben vor allem wirtschaftliche und repräsentative Aufgaben, während im Rathaus das Stadtgericht immer stärker in den Vordergrund trat. An diese Zeit erinnert die Justitia über dem Eingang, die im Jahr tausendsechshundertsechzehn aufgestellt wurde.

In der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts erhielt ein frei gewählter Stadtrat hier wieder einen Sitzungssaal. Seit tausendneunhundertsiebenundvierzig arbeitet der Bürgermeister im Schloss Mirabell, doch der Rat blieb im Alten Rathaus. Hinter der Fassade am Rathausplatz versammeln sich weiterhin Menschen, die Ämter innehaben, für deren Wahl Hans Matsperger seine Freiheit und seinen Platz an der Spitze der Stadt verlor.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktGetreidegasse
Eintrittvon außen

Die Fassade ist jederzeit zugänglich; Ausstellungs- und Stadträume öffnen nach einem gesonderten Zeitplan.

Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Es ist nicht nötig, das Rathaus zu betreten: Die wichtigsten Details und der Sinn dieser Station lassen sich vom Platz aus erfassen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Lassen Sie den Turm hinter sich und gehen Sie tiefer in die Einkaufsstraße bis zum Durchgang in den Hof.

Stopp 1 von 7Weiter: Getreidegasse

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Salzburg zwischen zwei Häusern Mozarts“ — 7 Stopps, etwa 1,1 km, 1 Stunde 30 Minuten.

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