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Kirche Nossa Senhora do Rosário dos Pretos

Igreja de Nossa Senhora do Rosário dos Pretos

Zeigt, wie eine Bruderschaft ihre gemeinsame Kasse und die freien Stunden der Gemeindemitglieder in einen eigenen Raum verwandelte.

18 Min.
Blaue Fassade der Kirche Nossa Senhora do Rosário dos Pretos mit zwei Türmen
Wellington Da Costa Gomez · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Bild von Nossa Senhora do Rosário auf dem Hauptaltar
  • Hauptaltar
  • Instrumente am Altar während der Dienstagsmesse
  • Körbe mit Brot während der Dienstagsmesse

Die Geschichte des Ortes

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Dienstags wird am Hauptaltar eine katholische Messe mit Trommeln, einer Glocke und einer Rassel aus einem Kürbis gefeiert. Zum Altar bringt man Körbe mit Brot, das nach dem Gottesdienst an die Versammelten verteilt wird. Dieser Ablauf entstand erst Anfang der neunzehnhundertachtziger Jahre, und das alte Bild von Nossa Senhora do Rosário, das früher an einem Seitenaltar einer anderen Kathedralbasilika von Salvador stand, wird nun hier aufbewahrt.

Das Wort „Pretos“ im Namen bezeichnete konkrete Menschen. Im kolonialen Salvador da Bahia nannte man so Afrikaner und ihre Nachkommen; unter den Gemeindemitgliedern waren versklavte und freie Menschen, Männer und Frauen. Viele stammten aus Kongo und Angola.

Zunächst beteten sie an einem Seitenaltar der alten Kathedralbasilika von Salvador. Dort stand ein Bild von Nossa Senhora do Rosário – der Jungfrau Maria, der ein Gebetszyklus mit dem Rosenkranz gewidmet ist. Im Jahr eintausendsechshundertfünfundachtzig gründeten die Gemeindemitglieder ihre eigene Bruderschaft. Sie war eine katholische Gemeinschaft mit eigener Kasse und gewählten Verwaltern. Für einen versklavten Menschen regelte eine solche Organisation ganz weltliche Fragen: Die Brüder besuchten Kranke, bestatteten Verstorbene auf ihrem eigenen Friedhof und gewährten aus der gemeinsamen Kasse Darlehen zum Erwerb einer Alforria – einer Urkunde, die von der Sklaverei befreite.

Neunzehn Jahre später erhielt die Bruderschaft ein Grundstück bei Portas do Carmo – den alten Stadttoren, von denen ein Weg zum Karmeliterkloster führte. Hier begannen die Gemeindemitglieder, ihre eigene Kirche zu errichten. Es gab wenig Geld. Steinmetze, Zimmerleute und Schmiede unter den Brüdern widmeten dem Bau Stunden, die ihnen von der Arbeit für den Besitzer oder vom Verdienst blieben, von dem sie lebten. Deshalb entstand das Gebäude über nahezu ein Jahrhundert hinweg. Menschen, die nur über den Rest ihrer eigenen Zeit verfügten, verwendeten diesen Rest für Mauern, innerhalb deren sie die Gemeinschaft selbst leiten konnten.

Ein Gebäude zu erhalten bedeutete noch nicht, das Recht zu erhalten, so zu feiern, wie sie es wollten. Im Jahr eintausendsiebenhundertsechsundachtzig wandten sich die Mitglieder der Bruderschaft an die portugiesische Königin Maria die Erste, von der sie die Erlaubnis erlangen wollten, zum Fest von Nossa Senhora do Rosário wieder Masken, Tänze, Lieder in angolanischer Sprache und afrikanische Instrumente einzuführen. Sie erinnerten daran, dass dies früher erlaubt gewesen sei und dass ähnliche Feierlichkeiten in anderen christlichen Ländern veranstaltet würden. Lissabon lehnte ab. Die Bruderschaft besaß bereits ihre eigene Kirche, doch offiziell durfte sie die katholische Feier nicht mit den aus Afrika mitgebrachten Formen verbinden.

Die heutige Messe am Dienstag wird nicht als ununterbrochen bewahrter Ritus des achtzehnten Jahrhunderts ausgegeben: Diese Tradition entstand erst Anfang der neunzehnhundertachtziger Jahre. Der Gottesdienst folgt dem römisch-katholischen Ritus, und die Gesänge werden von Atabaques, Agogô und Shekeré, einer Rassel aus einem Kürbis, begleitet; zum Altar trägt man Körbe mit Brot, das nach der Messe an die Versammelten verteilt wird.

Das Bild von Nossa Senhora do Rosário aus dem siebzehnten Jahrhundert, vor dem die Bruderschaft an einem fremden Seitenaltar zu beten begann, steht nun hier auf dem Hauptaltar. Unter ihm befinden sich während des Dienstagsgottesdienstes sowohl die Brotkörbe als auch die Instrumente, für die Königin Maria die Erste keine Erlaubnis erteilte.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort18 Min.
Nächster PunktLargo do Pelourinho
Eintrittvor Ort

Besichtigung: Montag–Freitag 08:00–16:45, Samstag 08:00–11:45. Sonntagsmesse — 09:00; einzelne Abendgottesdienste finden nach dem Wochenkalender der Bruderschaft statt.

Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Dies ist eine aktive Kirche: Halten Sie während des Gottesdienstes das Audio an und erwarten Sie die Trommeln nicht als verpflichtende touristische Darbietung.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zur Mitte des dreieckigen Platzes.

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Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Pelourinho: afrobrasilianische Bruderschaften und barockes Salvador da Bahia“ — 8 Stopps, 1,2 km, 2 Std. 45 Min..

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