Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Fünfzehn antike Bögen
- Neu errichtete Bögen
- Kopfloser Verraco
- Naht am steinernen Rumpf
Die Geschichte des Ortes
Die Puente Romano war der südliche Eingang nach Salmantica, dem römischen Salamanca. Hier überquerte die Vía de la Plata den Tormes und führte weiter zum Stadttor. Fünfzehn der sechsundzwanzig Bögen, die dem alten Zentrum am nächsten liegen, bewahren römisches Mauerwerk; die übrigen mussten nach Hochwassern neu errichtet werden. Am stadtseitigen Ende der Brücke steht ein kopfloses Granittier, dessen Rumpf nach dem Bruch wieder zusammengesetzt wurde.
Solche Figuren nennen Archäologen Verracos. Sie wurden von den Vettonen gehauen, die diese Gebiete vor den Römern bewohnten und Vieh züchteten. Der Stein stellt entweder einen Stier oder ein Wildschwein dar. Wozu die Vettonen solche Tiere aufstellten, ist nicht genau bekannt: Möglicherweise kennzeichneten sie damit Weideflächen und Grenzen oder brachten sie mit dem Schutz der Herden in Verbindung. Auch der ursprüngliche Standort dieses Verracos ist unbekannt, doch bereits die mittelalterliche Stadtordnung erwähnt den „Stier der Brücke“.
Im Herbst eintausendachthundertvierunddreißig ordnete der Zivilgouverneur José María Cambronero an, ihn von der Brüstung zu werfen. Der Gouverneur war der höchste Regierungsbeamte der Provinz und setzte sich für die Beseitigung von Zeichen feudaler Abhängigkeit ein. Schon eintausendachthundertdreizehn hatten Abgeordnete der Cortes von Cádiz angeordnet, Denkmäler zu entfernen, mit denen frühere Grundherren ihr Recht gekennzeichnet hatten, über die Einwohner zu richten und von ihnen Frondienste zu verlangen. Cambronero dehnte diese Anordnung auch auf die steinernen Tiere aus.
Später entstand die Version, der Gouverneur habe den Verraco für ein beleidigendes Zeichen gehalten, das Karl V. nach dem Aufstand der kastilischen Städte hatte aufstellen lassen. In den erhaltenen Anordnungen Cambroneros werden weder der König noch der Aufstand genannt. Die Erzählung von der Demütigung des aufständischen Salamanca wurde erst eintausendachthundertsechsundvierzig gedruckt.
Auf Befehl des Gouverneurs stieß man die Figur zum Tormes hinab. Sie zerbrach und lag mehr als dreißig Jahre lang fast begraben an der Brücke. Dann erwirkten Mitglieder der Provinzkommission für Denkmalschutz die Genehmigung, die Bruchstücke zu bergen, und schickten sie in das Museum, das damals im Convento de San Esteban untergebracht war.
Wegen eines Buches brachte man den Verraco zur Brücke zurück. Im anonymen Roman „Lazarillo de Tormes“, der erstmals eintausendfünfhundertvierundfünfzig gedruckt wurde, beginnt bei diesem steinernen Stier Lázaros Dienst bei dem Blinden. Dies ist eine literarische Szene, keine Aufzeichnung eines tatsächlichen Ereignisses.
Lázaro ist ein Waise, den seine arme Mutter einem umherziehenden Blinden als Führer gab. Der Blinde verdiente sein Geld mit dem Lesen von Gebeten, Vorhersagen und Ratschlägen zur Behandlung von Krankheiten, und der Junge war für sein Essen von ihm abhängig. Als dem Herrn die Einnahmen in Salamanca zu gering erschienen, brachen beide in Richtung Toledo auf. An der Brücke sagte der Blinde Lázaro, im Inneren des steinernen Stiers sei ein Dröhnen zu hören, befahl ihm, sein Ohr daran zu legen, und schlug den Kopf des Jungen gegen den Granit. So wollte der Herr seinen neuen Führer sofort an Misstrauen und List gewöhnen.
Lázaro nahm die Lektion wörtlich. Er lernte, seinem Herrn Brot und Geld zu stehlen, und in Escalona überredete er den Blinden, Anlauf zu nehmen und über einen angeblich angeschwollenen Bach zu springen. Vor ihm stand ein steinerner Pfeiler. Der Blinde schlug mit dem Kopf dagegen, Lázaro überließ ihn den herbeigeeilten Menschen und ging fort. Was aus dem Herrn danach wurde, weiß der Erzähler nicht.
Eintausendneunhundertvierundfünfzig, zum vierhundertsten Jahrestag der ersten Ausgaben des Romans, stellte man den Verraco wieder bei der Brücke auf. An seinem heutigen Standort steht er seit eintausendneunhundertdreiundneunzig. Der Kopf ist verloren, und die Verbindung der Bruchstücke ist am Rumpf weiterhin sichtbar.
Praktisch vor Ort
Die Fußgängerbrücke und die Zugänge sind rund um die Uhr zugänglich, der Eintritt ist frei.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie zuerst die Figuren am Eingang, gehen Sie dann auf die Brücke und schauen Sie zurück: Der Wechsel der Entfernung hilft dabei zu erkennen, wo eine einheitliche Silhouette die Arbeit verschiedener Epochen verbirgt.
