Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Die Daten „1790“ und „1816“ an der Fassade
- Ein eingemeißeltes Segelschiff
- Rotgraue Granitverkleidung
- Die steinerne Linie der ehemaligen Kurtine
Die Geschichte des Ortes
Den Spitznamen „Granitpalast“ erhielt das Haus wegen seiner teuren Verkleidung aus lokalem Stein in Rot mit grauem Ton. Im Inneren richtete man das Kontor des Handelshauses ein, darüber die Wohnung des Eigentümers. Das frühere Familienhaus, in dem Wohnraum und Kontor verbunden waren, wurde vor diesem Umbau abgerissen. Der Nordwall verläuft entlang der Linie der alten Festungsmauer: Ihren oberen Teil entfernte man für den Boulevard, doch die untere Granitverkleidung der Kurtine blieb erhalten.
In die Granitfassade sind zwei Jahre eingemeißelt: eintausendsiebenhundertneunzig und eintausendachthundertsechzehn. Das Haus selbst entstand erst eintausendneunhundertacht. Die frühen Daten ließ Wilhelm Hackman hier anbringen, der Inhaber einer Handelsfirma und Enkel der Frau war, die Hackman & Co. tatsächlich geschaffen hatte.
Auf diesem Grundstück stand damals ein anderes Steinhaus. Johan Friedrich Hackman, der Gründer des Handelshauses, kaufte es im Jahr eintausendachthundertsechs: Die Familie wohnte dort, wo sich auch das Kontor befand. Ein Jahr später starb Johan. Seine Witwe Maria Elisabeth Hackman, die einunddreißig Jahre alt war, kämpfte darum, das Geschäft bis zur Volljährigkeit ihres Sohnes zu erhalten.
In den ersten Jahren leitete sie die Firma gemeinsam mit dem früheren Geschäftspartner ihres Mannes. Dann zerbrach die Partnerschaft, und das Eigentum des Handelshauses wurde wegen eines Eigentumsstreits unter Arrest gestellt. Das Verfahren dauerte bis zum Jahr eintausendachthundertelf. Als die Beschränkungen aufgehoben wurden, teilte Maria den Geschäftspartnern mit, dass sie nun alle Angelegenheiten selbst führte. Zunächst stand auf den Dokumenten „Witwe von Johan Friedrich Hackman“. Zu Beginn des Jahres eintausendachthundertsechzehn nahm sie den Buchhalter als Teilhaber auf, und der Name Hackman & Co. erschien.
Maria kaufte Holz und Anteile an Sägewerken nördlich und östlich von Wyborg und verkaufte Bretter ins Ausland. Unter ihr wurde das Handelshaus zum führenden Holzexporteur in Finnland. Im Jahr eintausendachthundertneunundzwanzig nahm sie ihren volljährigen Sohn ins Geschäft auf, veröffentlichte jedoch gesondert in der offiziellen Zeitung eine Warnung an die Geschäftspartner: Die Leitung blieb bei ihr.
Fast ein Jahrhundert später ließ ihr Enkel Wilhelm das alte Familienhaus abreißen und an derselben Stelle ein gemeinsames Kontor und Wohnhaus errichten. Unten arbeiteten die Angestellten der Firma, über ihnen lag die Wohnung des Eigentümers. Die Zahl „eintausendachthundertsechzehn“ an der Fassade bezeichnet das Jahr, in dem die Witwe dem Unternehmen seinen Namen gab. Daneben ist ein Segelschiff eingemeißelt – die Hackmans betrieben Schifffahrt und führten Waren auf dem Seeweg aus. „Granitpalast“ war ein Spitzname: Das Haus hatte keinen Palasttitel; so nannte man es wegen seiner teuren Verkleidung aus lokalem rotgrauem Stein.
Die Straße Nordwall verläuft entlang der Linie der früheren Stadtbefestigungen. Nachdem ihr oberer Teil abgetragen worden war, legte man hier einen Boulevard an, die untere Granitverkleidung der Kurtine blieb jedoch erhalten. Das Kontor der Hackmans entstand an der Straße, die an der Stelle der Mauer angelegt worden war, und erhielt eine Fassade aus demselben Material.
Das alte Haus, in dem Maria Hackman das Familiengeschäft verteidigte, ist abgerissen. Von ihrem Kontor ist kein Zimmer und kein Schreibtisch geblieben. Geblieben ist das Jahr eintausendachthundertsechzehn, das bereits ihr Enkel in Granit einmeißeln ließ.
Praktisch vor Ort
Die Außenbesichtigung ist frei zugänglich; der Zugang ins Innere ist nicht Teil der Route und hängt von gesonderten Führungen oder dem aktuellen Zustand des Gebäudes ab.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist eine Station zur Außenbesichtigung: Die früheren Kontor- und Wohnräume sind verloren gegangen oder umgestaltet worden. Die Fassade lässt sich am besten ohne Eile lesen, von Relief zu Relief.
