Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Großer Saal
- Zimmer Nummer 14
- Schmales Bett und Schreibtisch
- Trennwände, die nicht bis zur Decke reichen
Die Geschichte des Ortes
Das Lyzeum wurde in einem Flügel des Katharinenpalasts untergebracht, der zunächst für die Töchter Pauls des Ersten vorbereitet worden war. Die Klassenräume nahmen den dritten Stock ein, die Schlafräume wurden darüber eingerichtet, deshalb lebten die Zöglinge hier dauerhaft und verließen Zarskoje Selo nur selten. Den Großen Saal stellte man nach Archivplänen wieder her, und einen Stock höher zeigen ein schmales Bett, ein Schreibtisch, ein Waschkrug und niedrige Trennwände, wie der Alltag der dreißig Lyzeisten aussah.
Am achten Januar eintausendachthundertfünfzehn veranstaltete man im Großen Saal im dritten Stock eine Versetzungsprüfung. Der fünfzehnjährige Alexander Puschkin lernte hier bereits im vierten Jahr. Seine Gedichte erschienen unter einer abgekürzten Signatur im Druck, doch er selbst blieb ein Lyzeist auf Staatskosten, der auf den Staatsdienst vorbereitet wurde.
Dafür eröffnete Kaiser Alexander der Erste das Zarskoje-Selo-Lyzeum. Als Schule überließ man einen Flügel des Katharinenpalasts, der ursprünglich für die Töchter Pauls des Ersten vorgesehen war. Der Architekt Wassili Stassow richtete die Unterrichtsräume im dritten Stock und die Schlafräume einen Stock höher ein. Die Zöglinge lebten hier dauerhaft und verließen Zarskoje Selo fast nie. Bei der Prüfung sollten sie zeigen, was sie in den ersten drei Jahren gelernt hatten.
Die Prüfung wurde öffentlich abgehalten. Die Termine wurden vorab in den Zeitungen angekündigt, den Gästen war es erlaubt, Fragen zu stellen, und im Programm waren elf Fächer aufgeführt. Unter den Eingeladenen saß Gawriil Derschawin, der berühmteste russische Dichter der älteren Generation. Er war gekommen, um die Schüler zu beurteilen; für Puschkin bot seine Anwesenheit die Möglichkeit, über den Kreis des Lyzeums hinauszutreten.
Nach Puschkins späterer eigener Erzählung ermüdete die lange Prüfung Derschawin. Er lebte auf, als die russische Literatur begann. Puschkin stand zwei Schritte von ihm entfernt auf und las „Erinnerungen in Zarskoje Selo“ vor – ein Gedicht über den Krieg und die Denkmäler, die den Lyzeisten hier, in der kaiserlichen Residenz, umgaben. Als im Text Derschawins Name erklang, zitterte Puschkins Stimme. Nach dem Vortrag lief er aus dem Saal.
Derschawin stand auf und verlangte, den Autor zu finden: Der alte Dichter wollte den Jungen umarmen. Man suchte im ganzen Gebäude, doch Puschkin hatte sich versteckt. Sie trafen sich nie wieder. Einige Monate später wurden die „Erinnerungen in Zarskoje Selo“ mit der vollständigen Signatur „Alexander Puschkin“ gedruckt – zum ersten Mal sahen die Leser seinen Namen ausgeschrieben. Derschawin starb im folgenden Jahr, und Puschkin beschrieb diese einzige Begegnung später als den Segen eines scheidenden Dichters.
Heute ist der Große Saal im selben Gebäudeteil nach Archivplänen wiederhergestellt. Einen Stock höher wurde Zimmer Nummer vierzehn rekonstruiert, in dem Puschkin wohnte: ein schmales Bett, ein Tisch, ein Waschkrug, Trennwände, die nicht bis zur Decke reichen. Im Saal trat er erstmals unter Derschawins Blick auf; oben war er noch einer von dreißig Zöglingen, deren Name auf ein kleines Schild über der Tür passte.
Praktisch vor Ort
10:30–18:00; Kasse bis 17:00. Ruhetag ist Dienstag; der letzte Freitag des Monats ist ein Reinigungstag.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Geschichte kann draußen beginnen; planen Sie den Museumsbesuch gesondert und versuchen Sie nicht, ihn mit allen Palastinnenräumen zu verbinden.
